Neuerungen in der Personalabrechnung 2015

Auch heuer hat der Jahreswechsel wieder zahlreiche Neuerungen im Bereich der Personalabrechnung gebracht. Besonderes Augenmerk gilt den massiven Verschärfungen im Bereich des Lohn- und Sozialdumpingbekämpfungsgesetzes, welches bei einer Missachtung zu Verwaltungsstrafen bis zu EUR 50.000 pro Fall führen kann.

Absenkung des IE-Beitrages auf 0,45 %.

Im Regierungsprogramm dieser Legislaturperiode wurde ua eine Senkung der Lohnnebenkosten vorgesehen. Neben der bereits im vergangenen Jahr durchgeführten Reduktion des Unfallversicherungsbeitrages auf 1,3 % wird mit 1.1.2015 der IE-Beitrag von 0,55 % auf 0,45 % verringert.

Entgelt von dritter Seite.

Bislang musste sog “Entgelt von dritter Seite” lohnsteuerlich vom Arbeitgeber nur dann erfasst werden, wenn die Zahlung des Dritten ihre Wurzel im Arbeitsverhältnis hat und diese sich lediglich als Verkürzung des Zahlungsweges darstellt.

Seit 1.1.2015 gelten als Lohnzahlungen auch im Rahmen eines Dienstverhältnisses von einem Dritten geleistete Vergütungen, wenn der Arbeitgeber davon weiß oder wissen müsste. Dies ist insb dann der Fall, wenn der Arbeitgeber und der Dritte im Rahmen eines Konzerns verbundene Unternehmen sind. Diesfalls hat ein verpflichtender Einbehalt von Lohnsteuer im Rahmen der Personalabrechnung zu erfolgen. Des Weiteren unterliegt das Engelt von dritter Seite auch der Sozialversicherungs-, und Lohnnebenkostenpflicht.

Aushändigung der Monatsabrechnung in elektronischer Form.

Bisher wurde gesetzlich lediglich geregelt, dass der Arbeitgeber spätestens mit der Lohnzahlung für den Lohnzahlungszeitraum eine Abrechnung für den im Kalendermonat ausbezahlten Arbeitslohn auszuhändigen hat. Nun wurde im Zuge des 2. AbgÄG 2014 klargestellt, dass auch eine elektronische Zurverfügungstellung der Abrechnung möglich ist. Diesfalls muss jedoch sichergestellt werden, dass den Arbeitnehmern eine entsprechende EDV-Ausstattung für die Abfrage des Lohnzettels zur Verfügung steht.

Pendlerpauschale.

Mit Inkrafttreten der umfangreichen Neuerungen rund um das Pendlerpauschale im vergangenen Jahr, wurde ua auch die Verpflichtung zur Benutzung des Pendlerrechners implementiert. Ab 1.1.2015 dürfen das Pendlerpauschale und der Pendlereuro nur berücksichtigt werden, wenn ein Ausdruck aus dem Pendlerrechner mit Abfragedatum nach dem 25.6.2014 vorliegt.

Verschärfungen beim Lohn- und Sozialdumping.

Nach bisheriger Rechtslage war für eine Bestrafung gem LSDB-G eine Unterschreitung des kollektivvertraglich gewährleisteten Grundlohns maßgeblich. Mit 1.1.2015 ist das arbeitsrechtliche Entgelt, welches unter Beachtung der jeweiligen Einstufungskriterien nach Gesetz, Verordnung oder Kollektivvertrag gebührt, relevant. Die Entgeltkontrolle hat allerdings unter Beachtung des Ausnahmekatalogs des § 49 Abs 3 ASVG zu erfolgen. Somit bleiben die in dieser Norm angeführten Entgeltbestandteile (zB Schmutzzulagen, Abfertigungen, etc) von der Lohnkontrolle ausgeklammert. Entgeltbestandteile, welche in einer Betriebsvereinbarung oder dem Arbeitsvertrag zugesagt wurden, sind ebenso nicht Gegenstand der Lohnkontrolle.

Wird eine Unterzahlung festgestellt, so wird hinkünftig auch der Arbeitnehmer über einen sein Arbeitsverhältnis betreffenden Strafbescheid hinsichtlich Lohndumping informiert. Darüber hinaus wird der Strafrahmen für die Nichtbereithaltung von Lohnunterlagen auf jenen der Unterentlohnung angehoben. Bei einem Verstoß gegen die Bestimmungen des LSDB-G kann im Extremfall eine Geldstrafe bis zu EUR 50.000 pro Fall verhängt werden.

Arbeitszeitaufzeichnungen.

Im Zusammenhang mit der Verpflichtung zur Führung von Arbeitszeitaufzeichnungen kommt es zu folgenden Neuerungen:

  • Einschränkung der Verpflichtung zur Führung von Arbeitszeitaufzeichnungen für Teleheimarbeit.
  • In bestimmten Fällen kann die Aufzeichnungspflicht für Ruhepausen entfallen (auch in Betrieben ohne Betriebsrat mittels Einzelvereinbarung).
  • Keine laufende Arbeitszeitaufzeichnung bei Arbeitnehmern mit fixer Arbeitszeiteinteilung.
  • Recht des Arbeitnehmers auf kostenfreie Übermittlung der Arbeitszeitaufzeichnungen (als Konsequenz für die Nichterfüllung ist die Hemmung der Verfallsfrist – zB für die Geltendmachung von Überstunden – vorgesehen).
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Bernhard Geiger

Bernhard Geiger

Manager | BPS | Telefon: +43 1 537 00 6156 | E-Mail senden

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