Auf in den Urlaub – trotz Krankenstand?

Der OGH hatte kürzlich zu entscheiden, ob die Entlassung einer Dienstnehmerin, welche am letzten Tag ihres Krankenstandes den Urlaub angetreten hat, gerechtfertigt war.

Dienstgeber sprach die Entlassung aus.

Entgegen dem ärztlichen Auftrag sich zu schonen und Bett- bzw Zimmerruhe zu wahren, entschloss sich die Dienstnehmerin am letzten Tag ihres drei-tägigen Krankenstandes ihren Urlaub durch eine mehrstündige Autofahrt (als Beifahrerin) nach Serbien anzutreten. Als der Arbeitgeber davon in einem Telefonat erfuhr, sprach er die sofortige Entlassung aus.

Der OGH bejahte die Entlassung.

Die Dienstnehmerin klagte daraufhin auf entsprechende Kündigungsentschädigung, Sonderzahlungen und Urlaubsersatzleistung. Der OGH entschied jedoch (OGH 25.08.2014, 8 ObA 47/14s), dass die Entlassung gerechtfertigt war, da die Klägerin ausdrücklich gegen die ärztliche Anordnung verstoßen habe, sich körperlich zu schonen. Der Klägerin musste klar sein, dass der Antritt einer mehrstündigen anstrengenden Autoreise auch lediglich als Beifahrerin gegen die ihr erteilte ärztliche Anordnung verstößt und somit den Krankheitsverlauf negativ beeinflusst bzw den Heilungsprozess verzögert hat. Eine pflichtbewusste Arbeitnehmerin hätte dem behandelten Arzt ihr Vorhaben mitgeteilt und seinen ärztlichen Rat diesbezüglich eingeholt. Dieser hätte ihr sodann mitgeteilt, dass ein solches Verhalten nicht dem Genesungsprozess förderlich ist. Aufgrund dessen war die Entlassung begründet und das Klagebegehren der Dienstnehmerin wurde abgewiesen.

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Stefanie Schneider

Stefanie Schneider

Payroll & Expatriates Deloitte Tax | Telefon: +43 1 537 00 6139 | E-Mail senden

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