Abzugsteuer bei ausländischen Künstlern im Fokus der Finanz

Betrugsbekämpfung ist einer der Schwerpunkte des 2. Abgabenänderungsgesetzes 2014. Da es gerade im Zusammenhang mit der Einbehaltung von Abzugsteuer (§ 99 EStG) in der Vergangenheit immer wieder zu irrtümlichen Unrichtigkeiten aber auch bewussten Abgabenverkürzungen gekommen ist, wurde in diesem Bereich eine Gesetzesänderung zur besseren Überprüfbarkeit der steuerlichen Gebarung beschlossen. Demnach umfasst die Lohnsteuerprüfung künftig auch die Abzugsteuer auf Inlandsengagements ausländischer Künstler.

2. Abgabenänderungsgesetz 2014.

Durch die Ergänzung des Gesetzeswortlautes des § 86 EStG wurde nunmehr klargestellt, dass die Abzugsteuer beschränkt Steuerpflichtiger künftig auch im Rahmen der gemeinsamen Prüfung lohn- und gehaltsabhängiger Abgaben (GPLA) geprüft wird. Parallel dazu wird die Abzugsteuer, wie bisher, auch im Rahmen einer regulären Betriebsprüfung Thema bleiben.

GPLA-Prüfung.

Im Rahmen der GPLA-Prüfung werden sämtliche lohnabhängigen Abgaben, das sind Lohnsteuer, Dienstgeberbeitrag zum FLAG (DB), Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag (DZ), Kommunalsteuer, Sozialversicherungsbeiträge und ab 1.1.2016 auch Abzugsteuer geprüft. Derartige Überprüfungsmaßnahmen dienen dazu festzustellen, ob die betroffenen Abgaben ordnungsgemäß abgeführt wurden und werden in regelmäßigen Abständen durchgeführt.

Abzugsteuer.

Bei Einkünften ausländischer Künstler wird die Einkommensteuer im Falle eines Inlandsengagements idR mittels Abzugsteuer (§ 99 EStG) erhoben. Die Abzugsteuer beläuft sich auf 20% vom Betrag der Einnahmen einschließlich sämtlicher Kostenersätze und Sachbezüge. Diese Steuer ist vom Auftraggeber einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen. Steuerschuldner ist zwar der ausländische Künstler, jedoch haftet der Auftraggeber für die Einbehaltung und Abfuhr der Abzugsteuer. Das Besteuerungsrecht Österreichs wird auch durch die meisten österreichischen Doppelbesteuerungsabkommen sichergestellt, da sie einen dem OECD Musterabkommen nachgebildeten Künstlerartikel (Art 17 OECD-MA) enthalten, der das Recht zur Einhebung von Steuern dem Tätigkeitsstaat zuspricht. Werden ausländische Künstler daher im Inland tätig, ist Österreich auch durch internationales Recht zur Einhebung der Abzugsteuer berechtigt.

Ausblick.

Die Klarstellung des Gesetzeswortlautes hin zu einer expliziten Prüfungsermächtigung für Abzugsteuer trägt den Bestrebungen des Gesetzgebers zur Betrugsbekämpfung Rechnung. Diese Änderung tritt mit 1.1. 2016 in Kraft. Im Rahmen zukünftiger GPLA-Prüfungen ist daher vermehrt mit der Prüfung der ordnungsgemäßen Einbehaltung und Abfuhr von Abzugsteuer zu rechnen.

Veranstaltung „Steuerlich fit in die Festivalsaison“.

Bei unserem nächsten Workshop der Veranstaltungsreihe „Steuerfragen in Kunst und Kultur“ werden wir uns am 22.4.2015 den steuerlichen Rahmenbedingungen für Festivals und Sommertheater widmen. Dabei werden unter anderem Fragen der Abgrenzung von Werkverträgen und Dienstverträgen, damit in Zusammenhang stehende Aspekte von Lohnsteuer, Sozialversicherung, Abzug- und Umsatzsteuer sowie steuerliche Besonderheiten für gemeinnützige Festivalveranstalter erläutert. Sichern Sie sich Ihr Ticket dazu unter www.deloitte.at/events.

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Edith Lebenbauer

Edith Lebenbauer

Manager | Deloitte Tax | Telefon: +43 1 537 00 6670 | E-Mail senden

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