Ungarn: neue Regelungen für Verlustverwertung ab 2015

Gemäß bisherigem ungarischem Körperschaftsteuerecht konnten Verluste aus Vorjahren maximal iHv 50% mit laufenden Gewinnen verrechnet werden. In der Vergangenheit gab es – wie auch gegenwärtig in Österreich – keine zeitliche Begrenzung der Vortragsfähigkeit von Vorjahresverlusten. Es konnten daher alle Verluste, die in den vergangenen Jahren entstanden sind und noch nicht verwerten werden konnten, vorgetragen werden.

Neue Ungarische Rechtslage.

Ab dem 1.1.2015 wurde in Ungarn eine zusätzliche Schranke für den Verlustvortrag eingeführt. Demnach können „Neuverluste“ nur mehr maximal fünf Jahre vorgetragen werden und fallen danach aus dem Verlustverrechnungstopf heraus. Die Verlustverwertung erfolgt in der Reihenfolge der Verlustentstehung („First in – First Out Prinzip“). Für „Altverluste“, die in Wirtschaftsjahren bis zum 31.12.2014 entstanden sind, besteht eine Übergangsregelung; diese Verluste können letztmalig im Wirtschaftsjahr 2025 verrechnet werden.

Verluste ausländischer Gruppenmitglieder in der österreichischen Gruppenbesteuerung.

Ab dem Veranlagungsjahr 2015 können Verluste ausländischer Gruppenmitglieder nur noch im Ausmaß von maximal 75% der Summe der Gewinne aller in Österreich unbeschränkt steuerpflichtigen Gruppenmitglieder sowie des Gruppenträgers berücksichtigt werden. Die ausländischen Verluste sind dem unmittelbar beteiligten Gruppenmitglied bzw dem Gruppenträger im Ausmaß der Beteiligungen aller beteiligten unbeschränkt steuerpflichtigen Unternehmen der Gruppe zuzurechnen. Werden beim ausländischen Gruppenmitglied Verluste in Folgejahren im Ausland verrechnet (bzw könnten diese verrechnet werden) oder scheidet ein ausländisches Gruppenmitglied aus der Unternehmensgruppe aus, kommt es beim österreichischen beteiligten Gruppenmitglied bzw beim Gruppenträger zur Nachversteuerung.

Auswirkungen der Neuregelung in Österreich.

Die neuen Einschränkungen der Verlustverwertung in Ungarn wirken sich in Österreich auf die Nachversteuerung aus, die bei der Verlustverwertung im Rahmen der Gruppenbesteuerung sowie bei Auslandsbetriebsstätten zu berücksichtigen ist. Verluste die in/bei ungarischen Betriebsstätten oder Gruppenmitgliedern ab dem Wirtschaftsjahr 2015 entstehen und nicht innerhalb der Fünfjahresfist mit ungarischen Gewinnen verrechnet werden können, unterliegen daher in Österreich nur noch im Fall des endgütigen Ausscheidens des ungarischen Gruppenmitglieds der Nachversteuerung. Bei Betriebsstättenverlusten entfällt die Nachversteuerung für nicht verrechnete ungarische Verluste aufgrund der zeitlichen Einschränkung gänzlich nach Ablauf der Fünfjahresfrist.

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Viktoria Lang

Viktoria Lang

Senior Assistant | Deloitte Tax | Telefon: +43 1 537 00 7115 | E-Mail senden

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