Steuerreform 2015/16: Ausweitung der steuerfreien Zuwendungen an Mitarbeiter

Die geplante Steuerreform 2015/16 bringt zahlreiche Neuerungen unter anderem im Bereich der sachlichen Einkommensteuerbefreiungen mit sich. Lesen Sie im Folgenden die relevanten Neuerungen für die steuerfreien Zuwendungen an Ihre Mitarbeiter.

Steuerbefreiungen im Allgemeinen.

Bei Steuerbefreiungen handelt es sich um Ausnahmen von der Besteuerung gewisser Vermögenszugänge an natürliche Personen. Prinzipiell sind die in § 3 Abs 1 EStG genannten Zuflüsse steuerbare Einkünfte iSd § 2 Abs 3 EStG, die jedoch aufgrund ausdrücklicher gesetzlicher Anordnung ausnahmsweise nicht besteuert werden. Die Aufzählung in § 3 Abs 1 EStG, welche hinsichtlich beschränkter und unbeschränkter Steuerpflicht keine Unterscheidung trifft, ist taxativ und umfasst sowohl Geld- als auch Sachbezüge.

Gesundheitsvorsorge.

Zur Klarstellung, dass präventive Leistungen im Bereich der Gesundheitsvorsorge steuerfrei sind, wird diese Befreiung, die sich bereits in den LStR vorgesehen ist, in Z 13 lit a verankert und zusätzlich auf die gesamte betriebliche Gesundheitsförderung ausgedehnt. Hiermit sind hinkünftig daher sämtliche Leistungen wie beispielweise Impfungen und Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen, welche vom Arbeitgeber bezahlt werden, steuerfrei.

Dienst- oder Firmenjubiläen.

Aus Anlass von Dienst- oder Firmenjubiläen empfangene Sachzuwendungen sind aufgrund einer Ergänzung von Z 14  bis zu  einer Höhe von EUR 186 jährlich steuerfrei. Bei einem Zusammenfallen von Dienst- und Firmenjubiläum im selben Jahr ist eine Verdoppelung des Betrages nicht möglich. Geldwerte Vorteile bzw Sachzuwendungen die bisher unter Z 14 gefallen sind (Betriebsveranstaltungen wie insbesondere Weihnachtsfeiern und in dessen Rahmen empfangene Sachzuwendungen) können weiterhin bis zu EUR 365 bzw EUR 186 pro Jahr und Mitarbeiter steuerfrei empfangen werden.

Mitarbeiterbeteiligungen.

Um eine höhere Partizipation der Arbeitnehmer an der Wertsteigerung des Unternehmens möglich zu machen, werden Mitarbeiterkapitalbeteiligungen im Sinne der Z 15 lit b bis zu einem Betrag von EUR 3.000 steuerfrei sein. Der bisherige Freibetrag lag bei EUR 1.460.

Begräbnisse.

Die Gewährung steuerfreier Zuwendungen des Arbeitgebers zu Kosten von von Arbeitnehmern oder deren (Ehe-)Partner oder Kindern wird in der Z 19 eingeführt.

Arbeitergeberdarlehen.

In der (wegen der Abschaffung der Befreiung für den „Freitabak“ vormals leeren) Z 20 wird die Steuerfreiheit von unverzinslichen oder zinsverbilligten Gehaltsvorschüssen und Arbeitergeberdarlehen, sofern der Betrag von EUR 7.300 nicht überschritten wird, normiert. Dieser Befreiungstatbestand fand sich bereits vor gesetzlicher Verankerung in der Sachbezugswerteverordnung.

Mitarbeiterrabatte.

Als Ersatz für die in Z 19 aufgehobene Befreiungsbestimmung für den „Haustrunk“ im Brauereigewerbe wird in Z 21 eine generelle Befreiungsbestimmung für Mitarbeiterrabatte von bis zu 10% bzw bis zu einem Freibetrag in der Höhe von EUR 500 jährlich eingeführt (nach der Regierungsvorlage sogar 20% bzw EUR 1.000). Für die Berechnung ist der Endpreis (inklusive üblicher Kundenrabatte) heranzuziehen. Der Arbeitgeber hat die notwendigen Aufzeichnungen zu führen, um die Steuerbefreiung geltend zu machen. Hintergrund für die Einführung dieser Bestimmung ist die derzeitige strenge Prüfungspraxis sowie das Ziel die Lohnverrechnung zu vereinfachen.

Sozialversicherung.

Die angefügte Z 34 beinhaltet die Steuerbefreiung von Rückerstattungen sozialrechtlicher Beiträge.

Ein Blick in die Zukunft.

Das Steuerreformgesetz 2015/16 befindet sich noch bis 5.6.2015 in Begutachtung. Frühester möglicher Termin für das Inkrafttreten der oben beschriebenen Änderungen ist der 1.1.2016.

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Bernhard Geiger

Bernhard Geiger

Manager | BPS | Telefon: +43 1 537 00 6156 | E-Mail senden

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