Steuerreform 2015/16: Neues Werbungskostenpauschale für Expatriates

Im Zuge der Steuerreform 2015/16 soll ab 2016 ein Werbungskostenpauschale für Expatriates von bis zu EUR 2.500 jährlich eingeführt werden. Die Berücksichtigung dieses Pauschbetrags erfolgt bereits in der Lohnverrechnung, sodass sich Expatriates auf ein höheres monatliches Nettogehalt freuen können.

Expatriates.

Um das Werbungskostenpauschale in Anspruch nehmen zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, welche in der BMF-Verordnung über die Aufstellung von Durchschnittssätzen für Werbungskosten von Angehörigen bestimmter Berufsgruppen aufgezählt werden sollen:

  • Arbeitnehmer eines ausländischen Arbeitgebers;
  • Dienstverhältnis in Österreich für höchstens fünf Jahre (Konzerngesellschaft oder Betriebsstätte);
  • kein Wohnsitz in Österreich in den letzten zehn Jahren;
  • Wohnsitz im Ausland wird beibehalten;
  • Österreich hat ein Besteuerungsrecht auf die Einkünfte.

Pauschale.

Die Werbungskosten betragen 20 % der Bemessungsgrundlage und sind mit einem Höchstbetrag von EUR 2.500 begrenzt. Die Kontrolle erfolgt durch das Finanzamt anhand des Jahreslohnzettels, da das Werbungskostenpauschale durch den Arbeitgeber anzugeben ist. Ein Freibetragsbescheid ist – anders als bei den übrigen in der Verordnung vorgesehenen Pauschalbeträgen – nicht erforderlich und somit besteht auch keine Pflicht zur Abgabe einer Arbeitnehmerveranlagung.

Fazit.

Durch die Berücksichtigung von pauschalen Werbungskosten in der Lohnverrechnung erhalten Expatriates ab 2016 nicht nur ein höheres monatliches Nettogehalt, sondern ersparen sich auch die Abgabe einer Arbeitnehmerveranlagung in den Folgejahren. Bei höheren tatsächlichen Werbungskosten sollte jedoch eine  Arbeitnehmerveranlagung eingereicht werden.

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Barbara Kiesenhofer

Barbara Kiesenhofer

Senior Assistant | Deloitte Tax | Telefon: +43 1 537 00 5727 | E-Mail senden

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