Steuerreform 2015/16: Kunst und Kultur werden teurer!

Um einen breiten Zugang zu Kunst und Kultur zu möglichen, ist derzeit für künstlerische und kulturelle Dienstleistungen ein begünstigter Umsatzsteuersatz von 10% gesetzlich verankert. Mit dem Steuerreformgesetz 2015/16, welches sich derzeit noch im Gesetzwerdungsprozess befindet, soll der begünstigte Umsatzsteuersatz für diese Leistungen auf 13% angehoben werden.

Betroffene Leistungen.

  • Umsätze aus der Tätigkeit als Künstler.
  • Leistungen, die regelmäßig mit dem Betrieb eines Theaters verbunden sind. Das Gleiche gilt sinngemäß für Veranstaltungen von Theateraufführungen durch andere Unternehmer.
  • Musik- und Gesangsaufführungen durch Einzelpersonen oder durch Personenzusammenschlüsse, insbesondere durch Orchester, Musikensembles oder durch andere Unternehmer.
  • Leistungen, die regelmäßig mit dem Betrieb eines Museums, eines botanischen oder zoologischen Gartens sowie eines Naturparks verbunden sind.
  • Filmvorführungen.
  • Zirkusaufführungen sowie die Leistungen aus der Tätigkeit als Schausteller.

Inkrafttreten.

Für die Umsätze als Künstler, aus Filmvorführungen, Zirkusaufführungen sowie als Schausteller, soll die Umsatzsteuererhöhung mit 1.1.2016 in Kraft treten und für alle Umsätze nach dem 31.12.2015 anzuwenden sein. Hinsichtlich der Leistungen von Theatern, Orchestern, Chören und Museen soll die Umsatzsteuererhöhung ebenfalls auf Umsätze nach dem 31.12.2015 anzuwenden sein. Allerdings nur sofern die Entgelte dafür noch nicht vor dem 1.9.2015 vollständig vereinnahmt wurden. Mit dieser Übergangsregelung soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass teilweise bereits Jahreskarten und sonstige Karten für das Jahr 2016 veräußert wurden.

Gemeinnützige Rechtsträger.

Offen bleibt, ob auch gemeinnützige Körperschaften, welche oben angeführte Leistungen erbringen, künftig dem 13%igen Umsatzsteuersatz oder, wie bisher, dem 10%igen Umsatzsteuersatz unterliegen. Eine diesbezügliche Klarstellung wäre wünschenswert.

Fazit.

Da die Vereinnahmung der Entgelte für Abonnements, die bereits für 2016 verkauft wurden, vor dem 1.9.2015 nicht gewährleistet werden kann, und die Abonnementpreise für 2016 bereits Großteils mit kalkulierter 10% Umsatzsteuer an das Publikum versendet wurden, wäre die Schaffung einer längeren Übergangsregelung, welche die langfristige Saisonplanung von Kulturbetrieben berücksichtigt, begrüßenswert. Jedenfalls empfiehlt es sich entsprechende Marketingmaßnahmen zu ergreifen, um den Abo-Verkauf bzw Vorverkauf noch vor Anwendung des erhöhten Steuersatzes anzukurbeln.

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Wilfried Krammer

Wilfried Krammer

Manager | Deloitte Tax | Telefon: +43 1 537 00 6911 | E-Mail senden

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