Die steueroptimale Weihnachtsfeier

Überblick. Gerade in der Vorweihnachtszeit stellt sich für viele Arbeitgeber die Frage, ob für die Mitarbeiter eine Weihnachtsfeier veranstaltet und den Mitarbeitern ein Weihnachtsgeschenk gewährt werden soll. Der folgende Beitrag soll auch einen Überblick über die wesentlichen Neuerungen durch das Steuerreformgesetz 2015/16 (BGBl I 2015/118) geben.

Betriebsveranstaltungen. Beitrags- und Steuerfreiheit besteht jährlich bis zu einer Höhe von EUR 365 (dieser Betrag wird nicht valorisiert) pro Mitarbeiter für die Kosten der Teilnahme an Betriebsveranstaltungen (Betriebsfeiern, Weihnachtsfeiern, kulturelle Veranstaltungen, Betriebsausflüge etc). Steuerfreiheit besteht allerdings nur unter der Voraussetzung, dass der Arbeitgeber gegenüber der Finanzverwaltung die teilnehmenden Mitarbeiter der jeweiligen Veranstaltung nachweisen kann. Dieser Nachweis kann über Anwesenheitslisten erfolgen, wobei auch eine Anmeldeliste ausreicht. In der Praxis empfiehlt sich das Versenden einer Einladung zur Weihnachtsfeier an alle Mitarbeiter per e-mail mit dazugehörigem Anmeldebutton.

Sachzuwendungen. Zusätzlich besteht auch weiterhin Beitrags- und Steuerfreiheit bis zu einer Höhe von  EUR 186 jährlich pro Mitarbeiter für die im Rahmen einer Betriebsveranstaltung empfangenen Sachzuwendungen. Hierunter fallen zum Beispiel Autobahnvignetten, Gutscheine und Geschenkmünzen die nicht in Bargeld abgelöst werden können, Goldmünzen bzw Golddukaten, bei denen der Goldwert im Vordergrund steht. Ein diese Grenzen übersteigender Mehrbetrag ist jedenfalls sozialversicherungs- und lohnsteuerpflichtig. Bargeldzuwendungen sind immer beitrags- und steuerpflichtiges Entgelt.

Der Begriff „Feier“. Für die steuerfreie Gewährung von Sachzuwendungen  anlässlich einer Betriebsveranstaltung ist der Begriff „Feier“ sehr weit auszulegen. So wird es von Seiten der Finanzverwaltung als ausreichend angesehen, wenn der Arbeitgeber beispielsweise ein e-mail an alle Mitarbeiter aussendet, in dem er darauf hinweist, „dass für die Mitarbeiter die Weihnachtsgeschenke bei der Rezeption im Unternehmen zur Abholung bereit liegen“.

Keine Individualisierung. Zu beachten ist allerdings, dass eine Steuerfreiheit dann nicht in Anspruch genommen werden kann, wenn es sich bei den vom Arbeitgeber ausgegebenen Geschenken lediglich um individuelle Zuwendungen handelt. Dies wäre dann der Fall, wenn beispielsweise allen Mitarbeitern, die in diesem Jahr ein Kind bekommen haben, ein Geschenk gewährt wird.

Jubiläumsgeschenke zusätzlich steuerfrei. Zusätzlich wird ab 1.1.2016 für Jubiläumsgeschenke (dh nur für Sachzuwendungen!) aus Anlass eines Dienstjubiläums des Arbeitnehmers oder eines Firmenjubiläums bis zu einer Höhe von EUR 186 pro Jahr eine Befreiung eingeführt. Dieses vom Arbeitnehmer erhaltene Jubiläumsgeschenk muss dabei nicht im Rahmen einer Betriebsveranstaltung empfangen werden. Die Materialien führen hierzu folgendes Beispiel an: Anlässlich des zehnjährigen Firmenjubiläums im Mai erhalten alle Arbeitnehmer eine Uhr im Wert von EUR 150. Im selben Jahr erhalten alle Arbeitnehmer im Rahmen der Weihnachtsfeier ein Weihnachtsgeschenk im Wert von EUR 180. Beide Geschenke sind steuer- und sozialversicherungsfrei. Anders stellt sich die Situation allerdings in folgendem Beispiel dar: Anlässlich des zehnjährigen Firmenjubiläums im Mai erhalten alle Arbeitnehmer eine Uhr im Wert von EUR 150. Im selben Jahr erhält ein Arbeitnehmer im Oktober aufgrund seines zwanzigjährigen Dienstjubiläums ein Geschenk vom Arbeitgeber im Wert von EUR 200. Die Uhr ist steuer- und sozialversicherungsfrei. Vom Geschenk im Wert von EUR 200 können EUR 36 (= EUR 186 minus EUR 150) steuerfrei behandelt werden; die restlichen EUR 164 stellen hingegen einen steuerpflichtigen Sachbezug dar.

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Christoph Straubinger

Christoph Straubinger

Assistant | Deloitte Tax | Telefon: +43 1 537 00 6182 | E-Mail senden

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