Steuerreform 2015/2016: Steuerzuckerl für Sportveranstalter

Überblick. Mit dem Steuerreformgesetz 2015/2016 wurde ein neuer begünstigter Umsatzsteuersatz in Höhe von 13% für die Eintrittsberechtigungen für sportliche Veranstaltungen eingeführt. Sportveranstaltungen, die von gemeinnützigen Sportvereinen durchgeführt werden, bleiben weiterhin zur Gänze von der Umsatzsteuer befreit.

Steuerermäßigung für Sportveranstaltungen. Der Verkauf von Eintrittskarten zu Sportveranstaltungen, welche von kommerziellen, nicht gemeinnützigen Veranstaltern durchgeführt werden, unterliegen derzeit dem normalen Umsatzsteuersatz von 20%. Mit dem StRefG 2015/16 wird dieser Umsatzsteuersatz auf 13% gesenkt. Eintrittstickets zu Sportevents, wie zB Formel 1 Grand Prix, Tennisturniere, etc, könnten daher bald spürbar günstiger werden.

Steuerfreiheit für gemeinnützige Sportvereine. Von den Neuerungen nicht betroffen sind Sportveranstaltungen, die von gemeinnützigen Sportvereinen als unentbehrliche Hilfsbetriebe geführt werden. Als unentbehrlicher Hilfsbetrieb gilt bei Sportvereinen insbesondere der Sportbetrieb, ohne den die Erfüllung des begünstigten Zweckes nicht möglich wäre. So stellt beispielsweise eine Tennismannschaft idR einen unentbehrlichen Hilfsbetrieb für einen Tennisverein dar. Für diese gilt aus umsatzsteuerlicher Sicht weiterhin die Liebhabereivermutung. Eine Option zur Umsatzsteuerpflicht des unentbehrlichen Hilfsbetriebes ist auf Grund der unechten Umsatzsteuerbefreiung gem § 6 Abs 1 Z 14 UStG nicht möglich. Die von unentbehrlichen Hilfsbetrieben verkauften Eintrittskarten unterliegen daher weiterhin nicht der Umsatzsteuer.

Die Neuerungen können allerdings auch Sportvereine betreffen, sofern neben dem unentbehrlichen Hilfsbetrieb auch ein Profibetrieb vorliegt. Spätestens ab 1.1.2017 werden Profibetriebe (zur Definition eines Profibetriebes vgl unsere Sports-News vom 20.3.2015) von der Finanzverwaltung als steuerpflichtige Betriebe gesehen, weshalb die Tickets spätestens dann dem 13%igen Umsatzsteuersatz unterliegen. Ein freiwilliger früherer Verkauf der Tickets mit Umsatzsteuer ist möglich.

 Inkrafttreten. Für kommerzielle Sportveranstalter sowie für bereits jetzt als steuerpflichtige Betriebe geführte Profimannschaften tritt die Umsatzsteuersenkung mit 1.1.2016 in Kraft und ist für alle Umsätze nach dem 31.12.2015 anzuwenden. Saisonkarten eines bereits jetzt umsatzsteuerpflichtigen Profibetriebes unterliegen daher bis zum 31.12.2015 dem allgemeinen Umsatzsteuertarif von 20% und jener Anteil des Entgelts, welcher auf den Zeitraum nach dem 31.12.2015 entfällt, dem begünstigten Umsatzsteuersatz von 13%.

 Fazit. Für unentbehrliche Hilfsbetriebe von gemeinnützigen Sportvereinen, kommt es aus umsatzsteuerlicher Sicht durch das StRefG 2015/16 zu keinen Änderungen. Kommerzielle, nicht gemeinnützige Sportveranstalter sowie steuerpflichtige Profibetriebe profitieren ab 1.1.2016 vom begünstigten Umsatzsteuersatz von 13%.

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Wilfried Krammer

Wilfried Krammer

Manager | Deloitte Tax | Telefon: +43 1 537 00 6911 | E-Mail senden

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