Jubiläumsgelder werden ab 2016 beitragspflichtig

Überblick. Die Steuerreform 2015/16 bringt auch zahlreiche sozialversicherungsrechtliche Änderungen per 1.1.2016 mit sich. So werden beispielsweise Jubiläumsgelder in Zukunft  sozialversicherungspflichtig.

Was sind Jubiläumsgelder? Jubiläumsgelder sind Remunerationen, die zu bestimmten Anlassfällen an Mitarbeiter ausgezahlt werden. Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwischen Betriebszugehörigkeitsjubiläen und Firmenbestandsjubiläen. Unter bestimmten Voraussetzungen –sofern durch Kollektivvertrag, Betriebsvereinbarung oder Einzelvereinbarung vorgesehen – haben Mitarbeiter einen Anspruch auf Jubiläumsgelder. Werden Jubiläumsgelder freiwillig gewährt, spricht man von Jubiläumsgeschenken.

Bisherige Rechtslage. Das ASVG normierte bisher, dass Jubiläumsgelder bzw. Jubiläumsgeschenke des Dienstgebers, welche aus Anlass eines Dienstnehmerjubiläums oder eines Firmenjubiläums gewährt werden, unter bestimmten Voraussetzungen nicht als Entgelt gelten, dh beitragsfrei zu behandeln sind. Steuerlich sind Jubiläumsgelder bzw. Jubiläumsgeschenke unabhängig von der Höhe, der Anzahl der Jahre und unabhängig davon, ob ein Rechtsanspruch vorliegt oder nicht, als sonstige Bezüge gem § 67 Abs 1 und 2 Einkommensteuergesetz zu behandeln.

Harmonisierung der Bemessungsgrundlagen. Entsprechend dem Vorschlag der Steuerreformkommission zum Thema Harmonisierung von Sozialversicherung und Lohnsteuer sollen ua Jubiläumsgeldzahlungen aus dem Katalog der nicht als Entgelt geltenden Bezüge des § 49 Abs 3 ASVG gestrichen und somit ab 1.1.2016 sowohl im Steuer- als auch im Sozialversicherungsrecht abgabenpflichtig sein. Jubiläumsgeschenke (dh Sachzuwendungen) bleiben hingegen weiterhin beitragsfrei, werden aber mit einem Betrag von EUR 186 pro Jahr und Mitarbeiter limitiert.

Höchstbeitragsgrundlage und Jubiläumsgeldrückstellungen. Bei der Berechnung von Jubiläumsgeldrückstellungen ist auf die zukünftig entstehende Sozialversicherungsbeitragspflicht der Jubiläumsgeldauszahlungen Bedacht zu nehmen. Dies deshalb, da an Stelle der bisherigen Vorgehensweise, im Rahmen derer nur die Lohnnebenkosten im engeren Sinn (KommSt, DB, DZ) Berücksichtigung fanden, nach der neuen Rechtslage auch Sozialversicherungsbeiträge anzusetzen sind. In diesem Zusammenhang ist konsequenterweise auch zu prüfen, ob die betroffenen Mitarbeiter die monatliche Höchstbeitragsgrundlage überschreiten. Insbesondere im Bereich der Arbeiter wird dies aber in aller Regel nicht der Fall sein.

Fazit. Die Sozialversicherungspflicht zukünftiger Jubiläumsgeldzahlungen kann zu einer beträchtlichen Mehrbelastung führen. Dies ist bei der Berechnung von Jubiläumsgeldrückstellungen zu berücksichtigen. Jubiläumsgeschenke bleiben hingegen bis zu einem Betrag von EUR 186 beitragsfrei.

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Christoph Straubinger

Christoph Straubinger

Assistant | Deloitte Tax | Telefon: +43 1 537 00 6182 | E-Mail senden

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