2015 im Zeitraffer – was 2016 alles Neu ist

Rückblickend betrachtet war 2015 ein turbulentes Jahr, geprägt von verschiedensten Neuerungen im Bereich des Unternehmens- und Steuerrechts. Hiermit geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über die wichtigsten ab 2016 gültigen Neuerungen. Details sowie hier nicht angeführte Punkte können Sie gerne in unseren jeweiligen Tax-News Beiträgen nachlesen.

Rechnungslegungsänderungsgesetz 2014.

Das RÄG 2014 treibt die Harmonisierung der Bilanzierungsvorschriften innerhalb der EU weiter voran. Folgende Neuerungen sind erstmals auf Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2015 beginnen, anzuwenden.

Rechnungslegungspflicht.

  • Personengesellschaften, die nur Kapitalgesellschaften als Gesellschafter haben, sind auch ohne unternehmerische Tätigkeit rechnungslegungspflichtig.
  • Geringfügige Erhöhung der Schwellenwerte (Bilanzsumme EUR 5 bzw 20 Mio und Umsatzerlöse EUR 10 bzw 40 Mio) zur Bestimmung der Größenklasse (klein/mittelgroß/groß) von Kapitalgesellschaften.
  • Einführung der Kategorie der „Kleinstkapitalgesellschaft“ (mit den Schwellenwerten EUR 700.000 Umsatzerlöse, zehn Dienstnehmer, EUR 350.000 Bilanzsumme); sie müssen keinen Anhang erstellen. Weiterlesen…

Bilanzierung und Bewertung.

  • Ein Disagio ist für neue Kredite zwingend als ARA zu aktivieren und darf nicht mehr sofort als Aufwand berücksichtigt werden.
  • Die variablen und fixen Gemeinkosten sind zwingend in den Herstellungskosten zu berücksichtigen.
  • Neu aktivierte Firmenwerte sind ohne Vorliegen einer nachvollziehbaren verlässlichen Schätzung der Nutzungsdauer auf zehn Jahre abzuschreiben.
  • Nachholung bisher unterlassener Zuschreibungen. Die Steuerpflicht des Zuschreibungsertrages kann durch Stellung eines Antrages in der Steuererklärung 2016 unterbleiben. Weiterlesen…
  • Aktive Steuerlatenzüberhänge müssen bei mittelgroßen und großen Unternehmen zwingend aktiviert werden. Die Steuerlatenzen sind nunmehr nach dem bilanzorientierten Ansatz zu berechnen. Weiterlesen…
  • Rückstellungen und Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag (bisher Rückzahlungsbetrag) anzusetzen. Langfristige Rückstellungen (> 1 Jahr) sind abzuzinsen.
  • Der Posten „unversteuerte Rücklagen“ entfällt ersatzlos. Weiterlesen…

Die Gliederung der Bilanz und GuV wurde leicht verändert. Für die Offenlegung von Jahresabschlüssen beim Firmenbuch werden Erleichterungen eingeführt (zB Reduktion von Zwangsstrafen, Hinterlegung des befreienden Konzernabschluss in englischer Sprache). Weiterlesen…

Steuerreformgesetz 2015/16, Abgabenänderungsgesetz 2015 und weitere Gesetze.

Bereits im März 2015 kündigte die Bundesregierung die „größte Steuerreform aller Zeiten“ an. Deutlichen steuerlichen Entlastungen insb beim Einkommensteuertarif stehen leider ebenso deutliche Belastungen auf anderen Gebieten gegenüber.

Einkommensteuer.

  • Neuregelung des Einkommensteuertarifs und der Negativsteuer sowie automatische Arbeitnehmerveranlagung. Weiterlesen…
  • Ausweitung der steuerfreien Zuwendungen an Mitarbeiter (Lohnsteuerbefreiung für Mitarbeiterrabatte). Weiterlesen…
  • EUR 10.000 Werbungskostenpauschale für Expatriates. Weiterlesen…
  • PKW-Sachbezug: Begünstigung schadstoffarmer KFZ iVm einer Steuerbefreiung elektrisch angetriebener Fahrzeuge. Weiterlesen…
  • Die steueroptimale Weihnachtsfeier einschließlich steuerfreier Jubiläumsgeschenke. Weiterlesen…
  • Unbegrenzte Vortragsfähigkeit von Verlusten, die durch Einnahmen-/Ausgaben-Rechnung ermittelt werden.
  • Für Bauleistungen an Unternehmer besteht ein Abzugsverbot für Barzahlungen. Weiterlesen…
  • Anhebung der Forschungsprämie von 10% auf 12% der Forschungsaufwendungen. Weiterlesen…
  • Erhöhung des Kapitalertragsteuersatz für bestimmte Einkünfte aus Kapitalvermögen von 25% auf 27,5%. Zinseinkünfte unterliegen weiterhin dem 25 %-Steuersatz. Weiterlesen…
  • Anhebung der Immobilienertragsteuer von 25% auf 30%. Weiterlesen…
  • Änderungen bei der Verlustverrechnung von Personengesellschaften. Weiterlesen…
  • Verschärfung der Wegzugsbesteuerung durch die Einführung eines Ratenzahlungskonzepts bzw durch Änderung der Bestimmungen zur Verjährung. Weiterlesen…
  • Hin und mehr-oder-minder zurück bei der Einlagenrückzahlung. Offene Ausschüttungen erfordern nun eine positive Innenfinanzierung; zu beachten ist die Neufassung der Ausschüttungssperren. Weiterlesen…

Umsatzsteuer.

  • (Teilweise) Anhebung der 10% und 12% Umsatzsteuersätze auf 13% (insbesondere in den Bereichen Hotellerie und Kunst und Kultur).
  • Anwendung der Normalwertregelung bei Lieferungen bzw bei Vermietung und Verpachtung von Grundstücken. Weiterlesen…

Grunderwerbsteuer.

  • Neuregelung der grunderwerbsteuerlichen Bemessungsgrundlage und des Steuersatzes für unentgeltliche bzw teilentgeltliche Grundstücksübertragungen (Grundstückswert anstatt des dreifachen Einheitswertes; Stufentarif anstatt „flachem“ Steuersatz). Weiterlesen… und zur Berechnung des Grundstückswertes Weiterlesen…
  • Eine Anteilsvereinigung liegt bereits vor, wenn 95% (bisher 100%) der Anteile in der Hand eines Erwerbers oder in einer Unternehmensgruppe vereinigt werden. Auch bei einer Personengesellschaft kann eine Anteilsvereinigung vorliegen. Weiterlesen…

Sonstiges.

  • Konteneinsicht, Kontenregisters und Meldung von Kapitalab-/zuflüssen. Weiterlesen…
  • Einführung einer allgemeinen Registrierkassenpflicht für Unternehmen, die einen Jahresumsatz von mehr als EUR 15.000 erzielen und die Barumsätze mehr als EUR 7.500 betragen sowie Belegerteilungspflicht. Weiterlesen…
  • Abgabenverkürzungen erst bei grober Fahrlässigkeit strafbar. Weiterlesen…
  • Auswirkungen auf Privatstiftungen. Weiterlesen… und Start-ups Weiterlesen…
  • Prämie für Maßnahmen zum Nichtraucherschutz. Weiterlesen…
  • Begutachtungsentwurf zum Gemeinnützigkeitsgesetz 2015. Weiterlesen…
  • Das neue Bilanzstrafrecht. Weiterlesen…
  • Auslaufen der Gesellschaftssteuer per 31.12.2015. Weiterlesen…
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Karl Stückler

Karl Stückler

Senior | Deloitte Tax | Telefon: +43 1 537 00 7222 | E-Mail senden

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