Alle reden von der Registrierkassenplicht, doch was ist eine Registrierkasse?

Mit Jahreswechsel ist die Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht in Kraft getreten. Unternehmer, deren Jahresumsatz 15.000 EUR übersteigt und die mehr als 7.500 EUR in bar vereinnahmen, sind seit 1.1.2016 verpflichtet, ihre Barumsätze in einer Registrierkasse zu erfassen. Als Registrierkasse kann jedes elektronische Aufzeichnungssystem, das zur Losungsermittlung bzw Dokumentation einzelner Bareinnahmen eingesetzt werden kann, dienen. Wesentlich ist, dass jede Registrierkasse sowohl über ein Datenerfassungsprotokoll, welches von der Finanzverwaltung elektronisch ausgelesen werden kann, als auch über eine Verbindung zu einem Belegdrucker, verfügt. Registrierkassen können über ein eigenes Betriebssystem verfügen, ebenso werden aber auch sonstige Einrichtungen, welche im Unternehmen für Bareinnahmen genutzt werden, wie bspw Kassenwaagen oder Taxameter, als Registrierkassen bezeichnet.

Technische Umsetzung.

Der Umsetzung der Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht kann in der Praxis auf vielfältige Weise erfolgen. Die herkömmliche Variante ist eine physische stationäre „Kasse“ welche in die Unternehmens-IT eingebettet sein kann, lokal einen Drucker nutzt und bei größeren Unternehmen Informationen aus zentralen Systemen wie Buchhaltung oder Warenwirtschaftssystem bezieht. Daneben gibt es aber auch noch einige andere technisch innovative Möglichkeiten: So werden bspw Lösungen angeboten deren Erfassungsstation ein Laptop, Tablet oder Smartphone ist und zur Sicherstellung der ordnungsgemäßen Erfassung nicht mit dem Unternehmensnetz sondern ausschließlich über das Internet mit dem Kassenanbieter verbunden ist. Zumeist ist es bei mobilen Varianten auch nicht notwendig zum Zeitpunkt der Erfassung der Bareinnahmen online zu sein. Bei all den technischen sich bietenden Möglichkeiten ist die Verbindung zu einem Drucker, der den entsprechenden Beleg mit den erforderlichen Belegmerkmalen ausdruckt, nicht zu vergessen. Vor allem ist dabei zu bedenken, dass die Ausgabe der Belege mit einer zulässigen handelsüblichen Warenbezeichnung zu erfolgen hat und in den meisten Fällen hier entweder eine zusätzliche Pflege im Kassensystem oder eine Schnittstelle zu den bereits bestehenden Systemen notwendig ist.

Steuerliche Begünstigung.

Der Gesetzgeber hat zur Erleichterung der betrieblichen Umsetzung steuerliche Vergünstigungen für die betroffenen Unternehmer vorgesehen: Wer nach dem 28.2.2015 und vor dem 1.1.2017 eine Registrierkasse anschafft oder eine bestehende umrüstet, kann die anfallenden Aufwendungen in voller Höhe als Betriebsausgabe geltend machen. Zusätzlich kann der Unternehmer eine Prämie bei Anschaffung oder Umrüstung in Anspruch nehmen: Diese beträgt 200 EUR pro Registrierkasse bzw. im Falle eines elektronischen Kassensystems können pro Erfassungseinheit 30 EUR, zumindest aber 200 EUR pro Kassensystem geltend gemacht werden. Die Prämie ist gemeinsam mit der Steuererklärung mit dem Beilagenformular E 108c zu beantragen.

Gerne sind wir Ihnen dabei behilflich, Ihr Unternehmen bei der Umsetzung der Registrierkassenpflicht zu unterstützen. Wir beraten Sie sowohl bei der Prüfung, inwieweit Befreiungen oder Erleichterungen von der Registrierkassenpflicht für Ihr Unternehmen anwendbar sind als auch bei der Analyse des bestehenden Kassensystems bzw bei der Auswahl der für Sie optimalen technischen Lösung, vor allem auch in Hinblick auf bereits ab 1.1.2017 ergänzenden Anforderungen hinsichtlich des Manipulationsschutzes (Registrierkassensicherheitsverordnung).

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Andreas Niederbacher

Andreas Niederbacher

Senior Manager | Telefon: +43 732 67 52 90 250 | E-Mail senden

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