VwGH zur steuerlichen Abzugsfähigkeit von Sponsorzahlungen

In einer kürzlich ergangenen Entscheidung hielt der VwGH fest, dass Sponsorzahlungen zwischen dem Sponsor und einem Sportverein/Sportathleten als Betriebsausgabe abzugsfähig sind, soweit die gegenseitigen Leistungen im Vorhinein klar fixiert wurden und Werbewirkung entfalten können. Auch wenn die Leistungen aus einem mündlich abgeschlossenen Vertrag resultieren, sind sie steuerlich relevant, soweit sie hinreichend genau in Vereinsprotokollen vermerkt wurden.

Sachverhalt.

Eine im Bereich Wärmedämmung/Fassadenbau tätige GmbH unterstütze einen örtlichen Fußballverein finanziell. Im Gegenzug wurden vom Verein Werbeleistungen erbracht (Banden- und Plakatwerbungen, Durchsagen während eines Spiels, Schriftzug der GmbH auf den Spielerdressen, etc). Die Sponsorzahlungen sollten als Betriebsausgabe zum Abzug gebracht werden.

Abzugsfähige Sponsorzahlungen.

Nachdem das Finanzamt zunächst einen Abzug als Betriebsausgabe für die Sponsorzahlungen mit der Begründung, dass diese auch aufgrund „privater Motive“ (Sportbegeisterung) getätigt wurden und lediglich ein mündlicher Vertrag vorliege, verwehrte, legte die GmbH Berufung ein. Auch der UFS als zweite Instanz wies die Berufung mit dem Argument ab, dass es keinen schriftlichen Vertrag zwischen dem Sponsor und dem Fußballverein gäbe und die Leistungsbeziehung daher überwiegend freiwillig erfolge und keinen vertraglichen Zwängen unterliege.

Erkenntnis des VwGH.

Der VwGH stellte schließlich mit Erkenntnis (VwGH 1.9.2015, 2012/15/0096) fest, dass die Art, wie der Vertrag geschlossen wurde, unbedeutend sei. Soweit die gegenseitigen Verpflichtungen zwischen Sponsor und Sportverein im Vorhinein eindeutig festgelegt wurden und die Leistungen des Sportvereins/Sportlers geeignet sind, Werbewirkung zu entfalten, steht einem Abzug der Sponsorzahlungen als Betriebsausgabe nichts entgegen. Nach Ansicht des VwGH ist es aufgrund der in Österreich geltenden Vertragsfreiheit grundsätzlich unerheblich, in welcher Form der Sponsoringvertrag vorliegt – ein lediglich mündlich geschlossener Vertrag schadet also nicht. Damit die Zuwendungen eines Sponsors als betrieblich veranlasste Aufwendungen abzugsfähig sind, ist es essentiell, dass der Sponsor und der Sportverein bzw der Sportler ihre gegenseitigen Leistungen im Vorhinein konkretisieren und festlegen. Des Weiteren müssen diese Leistungen auch Werbewirkung entfalten können – diese kann etwa mittels Rückschlüsse auf die durchschnittlichen Zuschauerzahlen pro Spiel ermittelt werden (so auch im vorliegenden Sachverhalt durch den Prüfer). Wenn also in wirtschaftlicher Betrachtungsweise ein Leistungsaustausch stattfindet, dürfen die Sponsorzahlungen als Betriebsausgabe zum Abzug gebracht werden. Das tatsächliche Vorliegen eines mündlichen Vertrages und die darin konkret vereinbarten Leistungen konnte durch Protokolle zur Sitzung der Vereinsleitung nachgewiesen werden, welcher darin auch explizit angesprochen wurde. In diesen Protokollen wurden auch die konkreten Werbeleistungen beschrieben, welche vom Verein gegen Zahlung des Sponsorgelds zu leisten sind.

Fazit.

Sponsorzahlungen an Sportvereine oder Sportler befähigen zum Abzug dieser Zahlungen als Betriebsausgabe unter der Voraussetzung, dass die gegenseitigen Verpflichtungen hinreichend eindeutig im Vorhinein fixiert wurden und die Leistungen geeignet sind, eine tatsächliche Werbewirksamkeit zu entfalten. Auch wenn im vorliegenden Fall ein fehlender schriftlicher Sponsoringvertrag letztlich der steuerlichen Abzugsfähigkeit nicht entgegenstand, ist es jedenfalls ratsam einen solchen abzuschließen.

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Karoline Lutz

Karoline Lutz

Assistant | Deloitte Tax
Telefon: +43 1 537 00 5622
Mail: klutz@deloitte.at

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