Der neue Anlagespiegel nach dem RÄG 2014

Durch das Rechnungslegungs-Änderungsgesetz 2014 kommt es zu einer verpflichtenden Darstellung des Anlagespiegels im Anhang sowie einer Anpassung der Darstellung an ein international übliches Format. Die folgenden Änderungen sind in diesem Zusammenhang zu beachten.

Verpflichtende Angabe im Anhang.

Für rechnungslegungspflichtige Kapitalgesellschaften ist die Darstellung der Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens nunmehr verpflichtend im Anhang zu machen. Eine Angabe direkt in der Bilanz ist nicht mehr möglich, war jedoch auch bisher in der Praxis nicht üblich. Kleinstkapitalgesellschaften im Sinne des § 222 Abs 1a UGB sind von der Verpflichtung zur Aufstellung eines Anhangs ausgenommen, sofern bestimmte Angaben unter der Bilanz gemacht werden. Für diese entfällt daher auch die Verpflichtung zur Angabe eines Anlagespiegels.

Entwicklung der kumulierten Abschreibungen.

Im Anlagespiegel nach RÄG 2014 ist nunmehr die Entwicklung der kumulierten Abschreibungen, die bisher freiwillig möglich war, verpflichtend darzustellen. Während bisher nur der Stand der kumulierten Abschreibungen zum Ende des Geschäftsjahres anzugeben war, ist nunmehr auch der Stand zu Beginn des Geschäftsjahres anzugeben. Darüber hinaus sind Bewegungen in Abschreibungen in Zusammenhang mit Zugängen (= Abschreibungen des Geschäftsjahres), Abgängen sowie Umbuchungen im Laufe des Geschäftsjahres für die Posten des Anlagevermögens anzugeben.

Gesonderte Darstellung aktivierter Fremdkapitalzinsen.

Eine weitere Neuerung im Vergleich zur Darstellung vor dem RÄG 2014 ist die verpflichtende Angabe des im Laufe des Geschäftsjahres aktivierten Betrags, wenn Zinsen für Fremdkapital, das zur Finanzierung der Herstellung von Gegenständen des Anlagevermögens verwendet wird, gemäß § 203 Abs 4 UGB aktiviert wurden. Die Darstellung der Zinsen kann entweder in einer eigenen Spalte oder einem „Davon“-Vermerk neben den Zugängen erfolgen.

Geringwertige Vermögensgegenstände.

Geringwertige Vermögensgegenstände können gemäß § 204 Abs 1a UGB sofort abgeschrieben werden. Im Gegensatz zur bisherigen Rechtslage ist eine sofortige Abschreibung auch dann möglich, wenn sie insgesamt einen wesentlichen Umfang erreicht. Allerdings darf nach den Erläuterungen zur Regierungsvorlage der Ansatz in der Bilanz nicht in einem solchen Umfang unterbleiben, dass der „true and fair view“ leidet. Die geringwertigen Vermögensgegenstände sind trotz sofortiger Abschreibung in den Anlagespiegel aufzunehmen. Darüber hinaus besteht ein Wahlrecht, diese im Jahr der Vollabschreibung als Abgang zu erfassen oder den Vermögensgegenstand bis zum tatsächlichen Zeitpunkt seines Abgangs weiterzuführen.

Fazit.

Die neuen Regelungen führen zu Erweiterungen in der Darstellung der Entwicklung des Anlagevermögens. Wie dies in der Praxis aussehen kann, soll untenstehendes Beispiel verdeutlichen.

anlagespiegel

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Stephan Karigl

Stephan Karigl

Manager | Deloitte Tax
Telefon: +43 1 537 00 6850
Mail: skarigl@deloitte.at

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