Steuervorteile und innovative Wirtschaftskurbel – was die E-Mobilität bringt

Die Steuerreform 2015/16 hat wesentliche Änderungen bei der steuerlichen Behandlung von E-Fahrzeugen gebracht. Dabei ist nicht nur von einer „Ökologisierung“ des Steuersystems die Rede. Neben finanziellen Vorteilen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer versprechen die neuen Steuerregelungen für Elektroautos auch einen Boost für den österreichischen Wirtschaftsstandort als Testmarkt sowie die Positionierung Österreichs als innovative Volkswirtschaft.

Elektroautos

sind in diesem Zusammenhang ausschließlich Fahrzeuge mit einem Emissionswert von null g CO2/km – Plug-In-Hybride sind von den Vergünstigungen somit großteils ausgenommen. In den folgenden Steuerbereichen werden E-Autos privilegiert behandelt:

Sachbezug.

In Folge der Steuerreform 2015/16 bemisst sich der lohnsteuerpflichtige Sachbezug nach der Höhe des Schadstoffausstoßes gemessen in g CO2 pro km des zur Verfügung gestellten Firmenfahrzeugs. Relevant für die Ermittlung der Sachbezugs sind dabei die CO2-Emissionswerte im Jahr der Anschaffung des Fahrzeugs, wobei bis 2020 die CO2-Emissionswertgrenzen kontinuierlich um 3g/km pro Jahr abgesenkt werden. Grundsätzlich beträgt der zu versteuernde Sachbezug monatlich 2% der Anschaffungskosten des Firmenautos, maximal aber EUR 960. Bei Fahrzeugen mit höchstens 130g CO2-Emmission pro km sind 1,5% der Anschaffungskosten als lohnsteuerpflichtiger Sachbezug anzusetzen, maximal jedoch EUR 720. Fällt jedoch gar kein CO2-Ausstoß an – wie im Falle reiner Elektrofahrzeuge – ist bis 2020 kein Sachbezug zu versteuern!

Vorsteuerabzug.

Bei Kauf eines Elektrofahrzeugs mit Anschaffungskosten von nicht mehr als EUR 40.000 steht unter den allgemeinen Voraussetzungen des § 12 UStG der volle Vorsteuerabzug zu. Bei darüber hinaus gehenden Anschaffungskosten kann der Vorsteuerabzug anteilig geltend gemacht werden, wobei es aber zu einer Eigenverbrauchsbesteuerung gem § 1 Abs 1 Z 2 lit a UStG kommt. Die Bemessungsgrundlage für den Eigenverbrauch beträgt etwa bei Anschaffungskosten von EUR 41.000 (inkl USt) EUR 83,33 (EUR 41.000-EUR 40.000=EUR 1.000/1,2). Im Falle eines Überschreitens der Anschaffungskosten von EUR 80.000 entfällt iSd allgemeinen Prinzipien des UStG mangels überwiegender abzugsfähiger Aufwendungen der Vorsteuerabzug zur Gänze. Aus wirtschaftlicher Sicht ist daher der Vorsteuerabzug bei E-Autos mit EUR 6.666,67 gedeckelt.

Normverbrauchsabgabe.

Die Berechnung der NoVA beim Import oder Kauf von Fahrzeugen erfolgt nunmehr ausschließlich anhand des Kohlenstoff-Ausstoßes pro km. Für emissionsarme Fahrzeuge (Emissionswerte < 90g CO2/km) ist keine NoVA abzuführen. Des Weiteren beträgt der Abzugsposten seit 1.1.2016 für alle Fahrzeuge mit umweltfreundlichen Antriebsmotor EUR 300. E-Autobesitzer profitieren also auch hier von den günstigen Steuerregelungen für emissionsarme Fahrzeuge.

Motorbezogene Versicherungssteuer.

Rein elektrisch betriebene Fahrzeuge sind von der Entrichtung der motorbezogenen Versicherungssteuer vollständig ausgenommen. Bei Plug-In Hybridfahrzeugen und Range-Extendern unterliegt bloß die Motorleistung des Verbrennungsmotors der Versicherungssteuer – der elektrische Antriebsstrang wird nicht besteuert.

Fazit.

Die Steuerreform 2015/16 hat weitere umfassende Steuervorteile hinsichtlich Sachbezug und Vorsteuerabzug für Elektroautos gebracht. Anhand eines kurzen Rechenbeispiels soll dies auch in Zahlen veranschaulicht werden:

E-Auto

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Karoline Lutz

Karoline Lutz

Assistant | Deloitte Tax | Telefon: +43 1 537 00 5622 | E-Mail senden

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