Handwerkerbonus: Verlängerung bis zumindest 2016 beschlossen

Im Jahr 2014 wurde zur Bekämpfung von Schwarzarbeit in der Baubranche eine zeitlich befristete Förderung für Handwerkerleistungen im Zusammenhang mit Renovierungsarbeiten von Wohnraum („Handwerkerbonus“) eingeführt. Die Verlängerung der Förderung für das Jahr 2016 hat nun den Nationalrat passiert.

Regelungsziel.

Mit dem Handwerkerbonus soll – gemeinsam mit anderen Maßnahmen wie zB dem Barzahlungsverbot von Arbeitslöhnen – die Schwarzarbeit im Bausektor verringert und die redliche Wirtschaft gestärkt werden. Auch Klein- und Mittelbetriebe sollen vom Handwerkerbonus profitieren, da diese aufgrund des wachstums- und konjunkturbelebenden Impulses mit Umsatzzuwächsen rechnen können.

Förderungsgegenstand.

Der Handwerkerbonus kann für Arbeitsleistungen in Anspruch genommen werden, die im Zusammenhang mit der Renovierung, Erhaltung und Modernisierung von im Inland gelegenem Wohnraum erbracht werden. Hingegen sind Handwerkerleistungen im Zusammenhang mit der Neuanschaffung oder Erweiterung von bestehendem Wohnraum nicht von der Förderung umfasst. Weiters ist wesentlich, dass der Wohnraum, in welchem die Dienstleistungen erbracht werden, vom Förderungswerber für eigene Wohnzwecke genutzt wird. Dabei kommt es nicht auf die Rechtsgrundlage für die Nutzung an, sodass auch für gemieteten Wohnraum der Handwerkerbonus in Anspruch genommen werden kann. Es gilt zu beachten, dass die Leistungen von Unternehmen erbracht werden müssen, die zur Ausübung von reglementierten Gewerbe iSd § 94 Gewerbeordnung befugt sind. Gefördert werden die Kosten für die reine Arbeitsleistung inklusive der Fahrtkosten, die auf der Rechnung gesondert zu erfassen sind.

Ausmaß der Förderung und Antragstellung.

Die Förderung können nur natürliche Personen in Anspruch nehmen. Die Höhe beträgt 20 % der förderbaren Kosten (ohne Umsatzsteuer) und kann nur für Rechnungen mit mehr als EUR 200 förderbare Kosten beantragt werden. Pro Förderungswerber, Wohnraum und Jahr kann eine Förderung für Kosten iHv maximal EUR 3.000 gewährt werden, sodass die maximale Förderung EUR 600 beträgt.

Für das Jahr 2016 können Förderungen im Ausmaß von EUR 20 Mio abzüglich Verwaltungskosten zur Auszahlung gelangen. Zu beachten sind, dass nur Leistungen gefördert werden, die nach dem 31.5.2016 erbracht werden. Die Antragstellung soll ab Anfang Juli 2016 bei den Bausparkassen möglich sein. Die genauen Richtlinien befinden sich derzeit noch in Ausarbeitung. Gesetzlich verankert ist bereits eine Neuerung: Nunmehr ist auch ein gemäß § 132a BAO ausgestellter Beleg ausreichend, um die tatsächliche Zahlung nachzuweisen (eine Rechnung mit den gesetzlichen Rechnungsmerkmalen des § 11 UStG ist nicht erforderlich). Im Unterschied zu den Vorjahren kann damit erstmals die Förderung auch bei Barzahlung in Anspruch genommen werden.

Ausblick.

Es wurde bereits Vorsorge für eine mögliche Verlängerung des Handwerkerbonus für das Jahr 2017 getroffen: Das Gesamtausmaß der Förderung ist mit EUR 40 Mio inklusive Verwaltungskosten begrenzt. Ob der Handwerkerbonus auch im Jahr 2017 in Anspruch genommen werden kann, hängt von der realen Veränderung der österreichischen Wirtschaftsleistung gemessen am BIP in den ersten drei Quartalen 2016 ab. Liegt das Wachstum unter 1,5%, wird die Förderung gewährt und es stünden dafür wiederum EUR 20 Mio zur Verfügung. Bei der Beantragung ist das Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ zu beachten; es heißt daher zügig den Antrag zu stellen.

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Madeleine Grünsteidl

Madeleine Grünsteidl

Senior | Deloitte Tax | Telefon: +43 1 537 00 6654 | E-Mail senden

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