Anhebung des Umsatzsteuersatzes für Kunst- und Kulturinstitutionen per 1.5.2016

Das Steuerreformgesetz 2015/16 brachte eine Erhöhung des Umsatzsteuersatzes im Bereich Kunst und Kultur mit sich. Der ursprüngliche ermäßigte Steuersatz von 10% für künstlerische Leistungen ist zum 1.1.2016 bzw zum 30.4.2016 (mit Ausnahme für gemeinnützige Rechtsträger) ausgelaufen. Für nach diesen Stichtagen erbrachte Leistungen, die nicht in die gesetzlich festgelegte Übergangsbestimmung für Anzahlungen fallen, kommt bereits der neue ermäßigte Steuersatz von 13% zur Anwendung.

Betroffene Leistungen.

Unter den Begriff künstlerische Leistungen fallen:

  • Umsätze aus der Tätigkeit als Künstler;
  • Leistungen, die regelmäßig mit dem Betrieb eines Theaters verbunden sind. Das Gleiche gilt sinngemäß für Veranstaltungen von Theateraufführungen durch andere Unternehmer;
  • Musik- und Gesangsaufführungen durch Einzelpersonen oder durch Personenzusammenschlüsse, insbesondere durch Orchester, Musikensembles oder durch andere Unternehmer;
  • Leistungen, die regelmäßig mit dem Betrieb eines Museums verbunden sind;
  • Filmvorführungen;
  • Zirkusaufführungen sowie die Leistungen aus der Tätigkeit als Schausteller.

Inkrafttreten und Übergangsregelung.

Für die Umsätze als Künstler, aus Filmvorführungen, Zirkusaufführungen sowie als Schausteller, ist der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 13% für alle Umsätze nach dem 31.12.2015 anzuwenden. Hinsichtlich der Umsätze von Theatern, Orchestern, Chören und Museen umfasst der neue Umsatzsteuersatz Leistungen, welche nach dem 30.4.2016 angeboten werden. Zu beachten ist die Übergangsbestimmung für An- und Vorauszahlungen, wonach Leistungen von Theatern, Orchestern, Chören und Museen, die zwischen dem 1.5.2016 und dem 31.12.2017 erbracht werden, und für die bereits eine An- oder Vorauszahlung vor dem 1.9.2015 geleistet wurde, weiterhin mit dem ursprünglichen ermäßigten 10%igen Umsatzsteuersatz besteuert werden. Das bedeutet, dass für sämtliche Theater-, Konzert- oder Museumskarten (bzw. Abonnements), die vor dem 1.9.2015 bestellt und vorausbezahlt wurden, weiterhin der 10%ige Umsatzsteuersatz gilt, auch wenn die tatsächliche Leistung erst nach dem 1.5.2016 erfolgt.

Ausnahme: Gemeinnützige Vereine und Körperschaften.

Werden oben genannte künstlerische Leistungen durch gemeinnützige Rechtsträger bewirkt, sind diese grundsätzlich nicht steuerbar bzw von der Umsatzsteuer befreit, sofern keine Option zur Steuerpflicht ausgeübt wurde. Hat eine gemeinnützige Kulturinstitution zur Umsatzsteuer optiert, unterliegen die von ihr erbrachten Leistungen weiterhin dem 10%igen Steuersatz.

Fazit.

Durch die Anhebung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes für kulturelle und künstlerische Tätigkeiten, unter Berücksichtigung der individuellen Gewohnheiten, geht eine Mehrbelastung für kunst- und kulturinteressierte Personen einher. Mit der erwähnten Übergangsbestimmung betreffend die Anwendung des 10%igen Umsatzsteuersatzes, profitieren vor allem jene die von Frühbucherangeboten gebraucht gemacht haben und Buchungen sowie Anzahlungen vor dem 1.9.2015 getätigt haben. Durch die Beibehaltung des reduzierten Umsatzsteuersatzes für gemeinnützige Veranstalter ergibt sich für diese nunmehr ein erheblicher Wettbewerbsvorteil gegenüber nicht gemeinnützigen Veranstaltern.

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Julia Amon

Julia Amon

Assistant | Deloitte Tax | Telefon: +43 1 537 00 6919 | E-Mail senden

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