Was beim „Sommerjob“ von Schülern/Studenten unter anderem zu beachten ist

Durch die nahende Ferienzeit stellt sich die Frage, inwieweit Schüler und Studenten Zuverdienstmöglichkeiten wahrnehmen können ohne dadurch Ansprüche wie zB die Familienbeihilfe zu gefährden. Während der Ferien können dabei verschiedene Arten von Beschäftigungsverhältnissen vorliegen.

„Echte“ Ferialpraktikanten

sind Personen, die aufgrund der Schule bzw des Studiums verpflichtet sind, Praxiszeiten nachzuweisen, und die Beschäftigung so beschaffen ist, dass einerseits keine Arbeitspflicht und andererseits keine Bindung an bestimmte Arbeitszeiten (außer wenn dies betrieblich erforderlich ist) besteht. In diesem Fall erhalten die Studenten bzw Schüler kein Entgelt. Die Auszahlung eines  geringen Taschengeldes bspw in der Höhe von EUR 200 pro Monat wäre möglich. Arbeitsrechtlich liegt in diesem Fall kein Dienstverhältnis vor, wobei bis zu einem Taschengeld iHv der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze (derzeit EUR 415,72) nur Unfallversicherungspflicht in der Sozialversicherung besteht. Sollte ein Taschengeld über der Geringfügigkeitsgrenze gewährt werden, wäre dagegen Vollversicherungspflicht gegeben.

„Unechter“ Ferialpraktikant.

Hier wird ebenfalls von der Schule bzw Universität ein Praxisnachweis verlangt; dies erfolgt dergestalt, dass Arbeitspflicht gegeben ist und auch eine Bindung an Arbeitszeit und Arbeitsort besteht (zB Gastgewerbe). Hier liegt arbeitsrechtlich ein Dienstverhältnis vor und sind die jeweiligen Bestimmungen des Kollektivertrages anzuwenden. Sollte daher nicht zumindest das zustehende einstufungsbezogene kollektivvertragliche Entgelt bezahlt werden, besteht ein hohes Risiko einer Verwaltungsstrafe nach dem Lohn- und Sozialdumpingbekämpfungsgesetz. Unechte Ferialpraktikanten müssen vor Arbeitsantritt bei der zuständigen Gebietskrankenkasse angemeldet werden. Bis zur Geringfügigkeitsgrenze ist nur Unfallversicherungspflicht gegeben und darüber Vollversicherungspflicht.

Ferialarbeit.

In diesem Fall werden von der Schule bzw Universität keine Praxiszeiten vorgeschrieben sondern die Arbeit wird ausschließlich deshalb ausgeführt, um sich etwas dazuzuverdienen. Hier liegt arbeitsrechtlich ein Dienstverhältnis vor. Es ist ebenfalls der Kollektivvertrag zu beachten und der Schüler bzw Student muss vor Arbeitsantritt bei der zuständigen Krankenkasse angemeldet werden.

Allgemeines.

Es ist weiters zu überlegen, ob für bestimmte Sozialleistungen (zB Familienbeihilfe, Studienbeihilfe) Einkommensgrenzen gelten. Diesfalls sind diese Einkommensgrenzen bei allen drei Beschäftigungsarten zu berücksichtigen. Bei der Familienbeihilfe darf das Einkommen maximal EUR 10.000 in einem Kalenderjahr betragen, anderenfalls droht (teilweiser) Verlust der Familienbeihilfe . Für die Studienbeihilfe gilt, dass das Einkommen pro Kalenderjahr EUR 10.000 nicht überschreiten darf. Wird die Zuverdienstgrenze jedoch überschritten, wird die Studienbeihilfe nur vom EUR 10.000 übersteigenden Einkommen gekürzt.

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Alfred Seidl

Alfred Seidl

Senior Manager | Deloitte Tax | Telefon: +43 1 537 00 6120 | E-mail senden

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