Forschungsprämie: Die Meinung der Unternehmen zählt!

Die Forschungsprämie hat sich in den letzten Jahren als erfolgreiches Mittel zur Förderung von innovativen Unternehmen ausgezeichnet. Ab 1.1.2016 können 12% (davor 10%) der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung als Cash-Prämie geltend gemacht werden. Die Cash-Prämie wird dem Abgabenkonto gutgeschrieben und wird auch in Jahren in denen ein negatives steuerliches Ergebnis vorliegt bar ausbezahlt. Prämienbegünstigt ist nicht nur die klassische Grundlagenforschung, sondern auch angewandte Forschung und experimentelle Entwicklung.

Beantragung der Forschungsprämie.

Um die Forschungsprämie geltend zu machen muss diese spätestens bis zum Eintreten der Rechtskraft des betreffenden Einkommens- Körperschaftsteuer- oder Feststellungsbescheides mit dem Formular E 108c beim zuständigen Finanzamt beantragt werden. Davon unabhängig ist über FinanzOnline ein Jahresgutachten der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) zu beantragen, in welchem beurteilt wird ob ein F&E-Projekt bzw -schwerpunkt prämienbegünstigt ist. Im Jahresgutachten können bis zu 20 Projekte/Schwerpunkte enthalten sein, wobei für jedes Projekt zur Beschreibung jeweils 3.000 Zeichen zur Verfügung stehen. Die Beschreibung der einzelnen Projekte ist in die drei Teile Ziel und Inhalt, Methode bzw Vorgehensweise und Neuheit zu untergliedern. Nach 2-4 Monaten sollte ein Gutachten der FFG vorliegen. Anschließend entscheidet das Finanzamt (Grundsatz der freien Beweiswürdigung!) auf Basis des Jahresgutachtens der FFG, ob die gesamte, Teile oder gar keine Prämie ausbezahlt wird.

Zwischenergebnis.

Obwohl das System unter Einbindung der FFG und dem Jahresgutachten im Allgemeinen gut angekommen ist, gibt es aber auch Kritik- und Verbesserungspunkte. Zum Beispiel kann nicht überprüft werden on eine etwaige Befangenheit vorliegt, da dem Antragsteller nicht bekannt ist, wer der zuständige E 108c-Gutachter bei der FFG ist. Des Weiteren sind gerade im Bereich der Neuheit im Zusammenhang mit Softwareentwicklung die oft sehr restriktiven Anforderungen zu hinterfragen. Auch wenn vereinzelt Kritikpunkte vorhanden sind zeichnet sich das Verfahren bezüglich der Beantragung der Forschungsprämie gegenüber anderen Förderungen durch einen sehr geringen administrativen Aufwand und eine gleichzeitig hohe Planungssicherheit aus.

Jetzt zählt die Meinung der Unternehmen.

Nach der Einführung der FFG Begutachtung wurde nun vom Nationalrat beschlossen (Entschließungsantrag 1776/A(E) vom 7.7.2016) eine Evaluierung der Forschungsprämie durchzuführen um etwaige Optimierungspotentiale zu erheben. Auch wenn seit Einbeziehung der FFG das bisherige Feedback der Unternehmen bezüglich der Forschungsprämie aus der Beratungspraxis grundsätzlich positiv ist, wird das Ergebnis der Evaluierung in erster Linie von dem jetzt abzugebenden Feedback der Unternehmen abhängig sein. Sollten Unternehmen daher in den nächsten Wochen dazu aufgefordert werden bezüglich der Forschungsprämie Stellung zu nehmen, ist dies ihre Chance die Forschungsförderung in Österreich aktiv mitzugestalten.

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Sebastian Koch

Sebastian Koch

Assistant | Deloitte Tax | Telefon: +43 1 537 00 7759 | E-Mail senden

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