Mitteilung betreffend länderbezogenen Bericht (CbC-Reporting) bis Ende des Wirtschaftsjahres 2016 erforderlich

Im August dieses Jahres wurde das Verrechnungspreisdokumentationsgesetz (VPDG) im Bundesgesetzblatt kundgemacht und ist damit in Kraft getreten. Die neuen Dokumentations-vorschriften sehen eine dreistufige Dokumentation in Form von Master File, Local File und länderbezogenem Bericht (Country-by-Country Reporting bzw CbCR) vor und gelten bereits für Wirtschaftsjahre, die ab dem 1.1.2016 begonnen haben. Im Zusammenhang mit dem länderbezogenen Bericht bestehen bereits für das Wirtschaftsjahr 2016 bestimmte Mitteilungspflichten.

Wer muss einen länderbezogenen Bericht abgeben?

Betragen die Gesamtumsätze einer multinationalen Unternehmensgruppe im konsolidierten Abschluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres mindestens EUR 750 Mio, so ist nach dem VPDG grundsätzlich die oberste Muttergesellschaft, sofern in Österreich ansässig, zur Übermittlung des CbC-Reporting verpflichtet. Unter gewissen Umständen, dh beispielsweise wenn die ausländische oberste Muttergesellschaft in ihrem Ansässigkeits-staat trotz Konzernumsätzen von mindestens EUR 750 Mio nicht zur Abgabe eines CbCR verpflichtet ist, kann eine österreichische Geschäftseinheit in die Pflicht der ausländischen Mutter eintreten (bzw eventuell eintreten müssen).

Mitteilungspflicht.

Gemäß § 4 VPDG hat jede in Österreich ansässige
Geschäftseinheit einer multinationalen Unternehmensgruppe, die zur Übermittlung eines länderbezogenen Berichtes verpflichtet ist, dem zuständigen Finanzamt spätestens bis zum letzten Tag des berichtspflichtigen Wirtschaftsjahres mitzuteilen, welche Konzerngesellschaft das CbCR einreichen wird. Österreichische Konzerneinheiten einer multinationalen Unternehmensgruppe mit Konzernumsätzen von mindestens EUR 750 Mio haben den Finanzbehörden bis zum Ende des Wirtschaftsjahres, bei Regelwirtschaftsjahr daher erstmals bis zum 31.12.2016, folgendes mitzuteilen:

  • Ob sie oberste Muttergesellschaft oder vertretende Muttergesellschaft einer multinationalen Unternehmensgruppe (und damit zur Übermittlung des länderbezogenen Berichts verpflichtet) sind; oder wenn dies nicht zutrifft
  • Welche Gesellschaft berichtspflichtig ist und wo diese ansässig ist (genaue firmenmäßige Bezeichnung und steuerliche Ansässigkeit).

Verfahren.

Wie die Meldung an die Finanzbehörden im Detail zu erfolgen hat, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar; eine Information der Finanzbehörden dazu ist gerade in Ausarbeitung. Ob es bereits für das Wirtschaftsjahr 2016 ein eigenes „Modul“ in FinanzOnline geben wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt schwer einzuschätzen, aus jetziger Sicht erscheint eine Mitteilung über die „sonstigen Anbringen“ im FinanzOnline oder auf postalischem Weg möglich.

Fazit.

Da die erste Mitteilung gemäß § 4 VPDG spätestens bis zum Ende des Wirtschaftsjahres 2016 zu erfolgen hat, besteht für österreichische Konzerngesellschaften einer berichtspflichtigen multinationalen Gruppe, im Speziellen für solche mit Regelwirtschaftsjahr, dringender Handlungsbedarf. In einem ersten Schritt ist zu eruieren, ob grundsätzlich ein länderbezogener Bericht zu erstellen ist. Ist dies der Fall, so gilt es zu klären, wen die Pflicht zur Übermittlung des CbCR trifft und die Finanzbehörden fristgerecht darüber zu informieren.

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Andreas Gregshammer

Andreas Gregshammer

Assistant| SteuerberatungDeloitte Tax | Telefon:+43 1 537 00 5637 | E-Mail senden

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