Automatische Übermittlung von Spender-Daten ab dem Jahr 2017

Ab dem Jahr 2017 werden Sonderausgaben und damit auch Spenden im Rahmen eines automatischen Datenaustausches berücksichtigt und nicht mehr wie bisher durch Eintragung in der Steuererklärung. Dadurch soll die Rechtssicherheit in Bezug auf Sonderausgaben erhöht und der Prozess für die Berücksichtigung von Sonderausgaben optimiert werden. Die automatische Datenübermittlung ist für alle ab dem Jahr 2017 erfolgten Zahlungen anzuwenden.

Bisherige Rechtslage.

Bislang erfolgte die Geltendmachung von Spenden durch den Spender selbst im Rahmen seiner persönlichen Einkommensteuererklärung bzw Arbeitnehmerveranlagung. Die spendensammelnde Organisation musste dem Spender lediglich eine Spendenbestätigung ausstellen, in welcher Name und Anschrift des Spenders, der Name und die Registrierungsnummer des Spendenempfängers sowie Datum und Höhe der Zuwendung angegeben waren. Der Spender musste die Spendenbestätigung aufbewahren und dem Finanzamt auf Nachfrage vorlegen können.

Automatische Übermittlung.

Für Spenden ab dem 1.1.2017 gilt das neue System der automatischen Übermittlung. Der Spender muss dazu der spendensammelnden Organisation seinen Vor- und Nachnamen sowie sein Geburtsdatum bekannt geben. Die spendensammelnde Organisation ist der Folge verpflichtet, die Spende elektronisch an die Finanzverwaltung zu melden. Die Meldung hat via FinanzOnline bis Ende Februar des Folgejahres zu erfolgen (somit erstmals bis Ende Februar 2018 für Spenden des Jahres 2017). Zu melden ist dabei der Gesamtbetrag aller im Kalenderjahr getätigten Spenden pro Person.

Datenschutz.

Aus Gründen des Datenschutzes (Stichwort „gläserner Spender“) erfolgt die Meldung über das sog verschlüsselte bereichsspezifische Personenkennzeichen für Steuern und Abgaben (vbPK SA). Dieses ist von der spendensammelnden Organisation bei der Stammzahlenregisterbehörde für jeden Spender abzufragen und anschließend gemeinsam mit dem Gesamtbetrag der Spenden zu melden. Für den jeweiligen Sachbearbeiter im Finanzamt ist somit weiterhin nur die Summe der Spenden pro Kennzahl in der Einkommensteuererklärung bzw Arbeitnehmerveranlagung (also zB für alle mildtätige Organisationen, Umweltschutzorganisationen oder an die Kunst und Kultur fördernde Organisationen gesamt) ersichtlich.

Dokumentation.

Der Spender wiederum kann die Spenden grundsätzlich nur dann steuerlich geltend machen, wenn die spendensammelnde Organisation die Daten rechtzeitig und richtig übermittelt. Erfolgt die Übermittlung fehlerhaft oder gar nicht, so hat die spendensammelnde Organisation die Übermittlung auf Veranlassung des Spenders zu berichtigen bzw nachzuholen. Erfolgt dies ebenfalls nicht, so kann der Spender seine Spende trotzdem geltend machen, sofern er diese glaubhaft machen kann. Für den Spender empfiehlt sich somit weiterhin sicherheitshalber eine Dokumentation der getätigten Spenden. Der Gesetzgeber erhofft sich durch das neue Verfahren eine Verwaltungsvereinfachung sowohl für den Spender als auch für die Finanzverwaltung. Demgegenüber erhöht sich der administrative Aufwand für die spendensammelnden Organisationen.

Verordnung.

Die nach der Einführung der Neuregelung aufgetretenen zahlreichen Praxisprobleme wurden nunmehr teilweise im Wege einer Verordnung des BMF geklärt. Die Verordnung enthält detaillierte Regelungen beispielsweise zur Frage der zeitlichen Zuordnung von Zahlungen rund um den Jahreswechsel, der Verwendung von bereits vorhandenen Identifikationsdaten oder zur Untersagung der Weitergabe der Daten durch den Spender.

Fazit.

Das neue Verfahren zur Meldung von Spenden führt jedenfalls zu einer administrativen Mehrbelastung der spendensammelnden Organisationen. Es empfiehlt sich, die notwendigen technischen und organisatorischen Voraussetzungen möglichst bald zu schaffen, um eine korrekte und rechtzeitige Meldung der ab 1.1.2017 erhaltenen Spenden gewährleisten zu können.

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Christoph Hofer

Christoph Hofer

Senior Manager | Deloitte Tax | Telefon: +43 1 537 00 6913 | E-Mail senden

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