Tax Data Analytics – Datenanalysen durch die Steuerabteilung

Wie sich die Rolle der Steuerfunktion ändert. Die Steuerfunktion steht vor der Herausforderung, sich von der traditionellen Rolle hin zu einem proaktiven Business Partner innerhalb des Unternehmens zu entwickeln. Sie soll insbesondere aussagefähige Entscheidungsgrundlagen für sich und ihre Stakeholder kurzfristig zur Verfügung stellen.

Finanzielle Auswirkungen von Entscheidungen verstehen.

Datenanalyse kann definiert werden als „Steuerung von Entscheidungen und Maßnahmen durch den Gebrauch von Daten, statistischen und quantitativen Analysen sowie forschenden und voraussehenden Modellen“. Ziel ist, die finanziellen Implikationen von Entscheidungsalternativen mit Unterstützung von Datenanalysen besser zu verstehen. Die Steuerabteilung wird dabei mit der Anforderung konfrontiert, Daten proaktiv zu nutzen, sie zuzuordnen, zu harmonisieren, zu analysieren und zu validieren.

Herausforderungen.

Wahrscheinlich ist die Steuerabteilung einer der größten Datenkonsumenten im Unternehmen. Dies betrifft beispielsweise die Umsatzsteuer und die vielen relevanten Einzeltransaktionen oder das Steuerreporting und die dafür relevanten Daten aus der Steuer-, UGB- und IFRS-Bilanz. Die Steuerabteilung bezieht überdies die für sie relevanten Daten aus einer Vielzahl von (uneinheitlichen) Vorsystemen und aus anderen Abteilungen. Zudem müssen Unternehmen den Finanzverwaltungen vieler Länder strukturierte Daten auf Einzeltransaktionsebene zur Verfügung stellen. So beispielsweise in Österreich, Deutschland, UK, Brasilien und Mexiko.

Chancen.

Derzeit liegt der Fokus der Steuerabteilung vielfach noch darauf, Vergangenes zu erklären. Prognosen über die künftigen Ertragsteuer- bzw Verbrauchssteuerzahlungen oder die Folgenabschätzung von möglichen steuerlichen Szenarien werden die Tätigkeit in der Steuerabteilung jedoch zukünftig erheblich stärker prägen. Durch den Einsatz von Datenanalysen werden steuerliche Risiken vorzeitig erkannt und minimiert sowie Fehler reduziert. Alternativszenarien können überprüft und somit Entscheidungen fundierter getroffen werden. Daten-Anomalien werden frühzeitig sichtbar und können behoben werden, wobei Daten der vergangenen Jahre hilfreiche Erkenntnisse für die Zukunft liefern können.

Einsatzgebiete der Datenanalyse.

Datenanalysen geben der Steuerabteilung Antworten auf relevante Fragen, wie zB:

  • Wie für Zwecke der Verrechnungspreise erhoben, dass die Gewinnaufschläge in den einzelnen Ländern der Verrechnungspreisstrategie entsprechen?
  • Welche monatlichen/ quartalsmäßigen Trends können im Jahresüberschuss/ der gezahlten Ertragsteuer/ der effektiven Steuerquote erkannt werden, um Überraschungen zu vermeiden?
  • Wie beeinflusst die Reisetätigkeit der Mitarbeiter das internationale Betriebstättenrisiko in den einzelnen Ländern?
  • Wie kann jeder einzelne Geschäftsvorfall geprüft werden, um das Risiko einer nicht korrekten umsatzsteuerlichen Qualifikation zu vermeiden?
  • Wie wird erhoben, dass die in den Risiko-Kontroll-Matrizen der Steuerabteilung festgelegten Kontrollen auch tatsächlich durchgeführt werden?
  • Wie kann das steuerliche Management-Reporting aussagekräftig und zeitnahe zu den üblichen Reporting-Deadlines erstellt werden?

Fazit.

Steuerliche Chancen und Risiken können durch Datenanalysen schneller erkannt und gesteuert werden. Dort wo Kontrollen bisher auf Basis von Stichproben erfolgten, können diese mittels Datenanalyse über den gesamten Datensatz durchgeführt werden. Die Datenanalyse trägt damit maßgeblich zur Reduktion von steuerlichen Haftungs- und Prozessrisiken bei.

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Gisela Bogner

Gisela Bogner

Director | Deloitte Tax | Telefon: +43 1 537 00 6630 | E-Mail senden

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