Neuerungen in der Personalabrechnung 2017

Auch heuer bringt das neue Jahr wieder einige gesetzliche Änderungen im Bereich der Personalabrechnung, welche hinkünftig va von Personalabrechnern und HR-Verantwortlichen beachtet werden müssen.

Senkung der Lohnnebenkosten.

Bereits im November 2015 wurde vom Nationalrat eine schrittweise Senkung des Dienstgeberbeitrages zum Familienlastenausgleich (DB) beschlossen. Dieser wird in zwei Schritten – 2017 um 0,4 Prozentpunkte und 2018 um weitere 0,2 Prozentpunkte – gesenkt. Im Rahmen des Bonus/Malus-Systems ist eine weitere Senkung um 0,1 Prozentpunkte möglich. Der DB beträgt daher seit 1.1.2017 4,1 % der Bemessungsgrundlage.

Entfall der täglichen Geringfügigkeitsgrenze.

Mit 1.1.2017 ist die tägliche Geringfügigkeitsgrenze entfallen. Somit wird die Beurteilung, ob eine Beschäftigung im Rahmen eines (freien) Dienstverhältnisses nach dem ASVG geringfügig oder vollversichert ist, ausschließlich an Hand der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze (Wert 2017: EUR 425,70) vorgenommen. Diese gesetzliche Neuerung hat va auf fallweise Beschäftigte Personen Auswirkungen, da das gebührende laufende Entgelt jedes einzelnen Beschäftigungstages getrennt mit der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze verglichen wird. Im Konkreten bedeutet dies, dass jeder einzelne Beschäftigungstag als einzelnes Beschäftigungsverhältnis gewertet wird. Liegen in einem Monat daher mehrere Dienstverhältnisse (fallweise Beschäftigungen) vor, bleiben diese Dienstverhältnisse selbst dann geringfügig, wenn zwar die Summe der Entgelte aus diesen fallweisen Beschäftigungen die monatliche Geringfügigkeitsgrenze übersteigt, dies aber bei den einzelnen fallweisen Beschäftigungen nicht der Fall ist.

Senkung der Verzugszinsen in der Sozialversicherung.

Bislang betrugen die Verzugszinsen für rückständige Beiträge in der Sozialversicherung 8 % zzgl des jeweiligen Basiszinssatzes vom 31.10 des Vorjahres. Mit 1.1.2017 wurden die Verzugszinsen auf 4 % zzgl des genannten Basiszinssatzes reduziert (Im Jahr 2017 belaufen sich die Verzugszinsen daher auf 3,38 % pa).

KFZ-Sachbezüge bei wesentlich beteiligten Gesellschafter-Geschäftsführern.

Bislang galt die Sachbezugswerte-Verordnung nicht für wesentlich beteiligte Gesellschafter-Geschäftsführer (Beteiligungsausmaß mehr als 25 %), da diese nicht als Dienstnehmer anzusehen sind. Seit dem 1.1.2017 wird bei dieser Personengruppe der PKW-Sachbezug für Zwecke der Einkommensteuer sowie für DB/DZ/KommSt ausschließlich so wie bei steuerlichen Dienstnehmer ermittelt (dh unter Anwendung der Sachbezugswerte-Verordnung).

Kurzarbeit.

Zur Abfederung etwaiger wirtschaftlicher Schwierigkeiten (ua auf Grund des BREXIT), wurde die bereits im Zuge der letzten Finanzkrise bewährte Förderung zur Kurzarbeit wieder in adaptierter Form eingeführt. Die Beihilfe zur Kurzarbeit soll auf Grund der gesetzlichen Neuregelung für die Dauer von max 24 Monaten gewährt werden, sofern der Antrag nach dem 31.12.2016 gestellt wurde. Die Gewährung selbst kann jedoch nur in max sechs Monate dauernden Blöcken erfolgen.

Änderung bei Aushilfenbezügen.

Ziel dieser im Rahmen des EU-Abgabenänderungsgesetzes 2016 beschlossenen Maßnahme ist es, eine Aushilfstätigkeit für jene Personen attraktiver zu gestalten, welche bereits vollversichert erwerbstätig sind. Seit 1.1.2017 können Bezüge, welche an Aushilfen bezahlt werden, daher unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei abgerechnet werden. Diese Abgabenbegünstigung ist jedoch vorerst auf drei Jahre befristet (somit bis zum 31.12.2019).

Alterspensionsbonus.

Zur Schaffung von positiven Anreizen für den Verbleib im Erwerbsleben über das gesetzliche Regelpensionsalter hinaus, wurde zusätzlich zur bereits bestehenden Bonusphase der Dienstnehmer- und Dienstgeberbeitrag zur Pensionsversicherung auf die Hälfte reduziert. Beantragt man die Alterspension trotz Bestehen eines Anspruches nicht, wird für jedes ganze Jahr, während welcher die Pension nicht ausbezahlt wird, ein Bonus im Ausmaß von 4,2 % gewährt (dh, dass die Alterspension, welche erst später in Anspruch genommen wird, um 4,2 % höher ist). Dieser Bonuszeitraum beträgt max drei Jahre, sodass er bei Frauen zwischen 60 und 63 und bei Männern zwischen 65 und 68 Jahren liegt. Seit 1.1.2017 ist für jeden Bonusmonat nur der halbe Pensionsversicherungsbeitrag abzuführen, wobei am Pensionskonto dennoch der volle Pensionsversicherungsbeitrag gutgeschrieben wird.

Nettolohnfiktion.

Bisher galt in Fällen, in denen der Arbeitgeber die Anmelde­verpflichtung des § 33 ASVG nicht erfüllt (illegale Beschäftigung) und die Lohnsteuer nicht vorschriftsmäßig einbehält und abführt, aus steuerlicher Sicht eine sog Nettolohnfiktion (dh die Auszahlungsbeträge wurden auf Bruttowerte hochgerechnet und hievon die Lohnsteuer berechnet). Seit 1.1.2017 soll in allen Fällen (sohin auch in jenen, in denen die Anmeldeverpflichtung zur Sozialversicherung erfüllt wurde) eine Nettolohn­vereinbarung angenommen werden, in denen vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer Zahlungen geleistet werden, die nicht dem Lohnsteuerabzug unterworfen wurden, obwohl der Arbeitgeber wusste oder wissen hätte müssen, dass dieser unrechtmäßig unterblieben ist.

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Bernhard Geiger

Bernhard Geiger

Manager | BPS
Telefon: +43 1 537 00 6156
Mail: bgeiger@deloitte.at

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