Ergebnisse der Evaluierung der Forschungsprämie

Seit April steht der heiß ersehnte Endbericht zur Evaluierung der Forschungsprämie gem § 108c EStG öffentlich zur Verfügung. Die Ergebnisse wurden bereits im Ausschuss für Forschung, Innovation und Technologie des Parlaments behandelt und eine Erhöhung der Prämie ab 2018 von derzeit zwölf Prozent auf 14 Prozent in Aussicht gestellt.  Trotz der aktuellen politischen Geschehnisse scheint dieser Plan weiterhin zu stehen.

Innovation Leader.

Die Regierung versucht derzeit, den Innovationsstandort Österreich von der Gruppe der „Innovation Follower“ in die Gruppe der „Innovation Leader“ zu hieven, in der sich auch Länder wie Schweiz, Schweden oder Dänemark befinden. Die steuerliche Forschungsprämie stellt dabeiein Instrument dar, um dieses hochgesteckte Ziel zu erreichen. Derzeit wird die Forschungsprämie von rund 75 Prozent der F&E-Unternehmen in Österreich genutzt, wobei dadurch 2015 F&E-Aktivitäten von 2.262 Unternehmen mit rd EUR 502 Mio unterstützt wurden.

Effekte der Prämienerhöhung.

Die Analyse untersuchte unter anderem die Effekte der Prämienerhöhung von zehn auf zwölf Prozent ab dem Jahr 2016. In einer groben Schätzung wird vorgerechnet, dass ein Euro mehr an Forschungsprämie zwischen EUR 1,21 und 2,26 an zusätzlichen F&E-Ausgaben hervorbringt.  Eine Analyse der OECD zu steuerlichen F&E-Anreizen zeigt außerdem, dass Österreich dem internationalen Trend folgt und zu den Top-10 Ländern bezüglich indirekten, steuerlichen F&E-Anreizen gehört.

Unternehmensstandort Österreich.

Vor allem international ausgerichtete F&E-Unternehmen profitierten von der Prämie, da hier die steuerlichen Anreize sowie der Einsatz von qualifizierten Arbeitskräften eine besonders starke Rolle spielen. Im Zuge einer repräsentativen Befragung gaben 144 von 1.067 Unternehmen an, aufgrund der Forschungsprämie F&E-Aktivitäten nach Österreich verlagert bzw mehr F&E-Verantwortung hier angesiedelt zu haben. Zwischen 2010 und 2015 sollen die an der Evaluierung teilnehmenden Unternehmen 10.300 zusätzliche Arbeitsplätze für hoch- bzw höherqualifizierte Mitarbeiter geschaffen haben.

Bürokratische Herausforderungen.

Der administrative Aufwand zur Beantragung der Prämie ist vor allem für KMU oft ein Hindernis, das dazu führt, dass die Forschungsprämie nicht beantragt wird. So sollen seit der Einführung der Begutachtung durch die FFG ab dem Wirtschaftsjahr 2012 etwa 1.500 Unternehmen pro Jahr die Prämie nicht mehr beantragen. Schwierigkeiten bei der Beantragung werden vor allem bei den Themenbereichen „technische Unsicherheit“ sowie „nicht projekt- oder schwerpunktbezogene Aktivität“ gesehen. Zudem zeigen sich Unternehmen mit der unzureichenden Begründung bei Ablehnung eines Antrags unzufrieden. In einem weiteren Schritt sollten auch bessere Darstellungsmöglichkeiten als die derzeitigen 3.000 Zeichen Text je Forschungsprojekt bzw -schwerpunkt geboten werden.

Fazit.

Die Forschungsprämie unterstützt vor allem kontinuierlich F&E-betreibende Unternehmen. Effekte zeigen sich betreffend Ermöglichung von mehr Investitionen, die Übernahme eines höheren technologischen Risikos sowie bei international tätigen, forschungsintensiven Unternehmen auch im Bereich der Standortsicherung. Kritikpunkte gibt es bei begrifflichen Definitionen, bei der Bemessungsgrundlage (insb bzgl Investitionen, Abschreibungen und Unternehmerlohn), aber auch betreffend der Beschränkungen bei der Auftragsforschung. Ein zentrales Thema der Evaluierung ist schließlich die ressourcenschonende, effiziente Abwicklung der Forschungsprämie. Hier können auch externe Beratungsleistungen maßgeblich dazu beitragen, die Erfordernisse an unternehmensinternen Ressourcen für die Beantragung der Forschungsprämie deutlich zu verringern.

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Clemens Triltsch

Clemens Triltsch

Assistant| SteuerberatungDeloitte Tax
Mail: ctriltsch@deloitte.at

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