Frist Vorsteuererstattung 2016 von/in Drittländern endet am 30.6.2017, in EU-Mitgliedstaaten am 30.9.2017

In einigen Drittländern, wie bspw der Schweiz endet die Frist zur Einreichung von Vorsteuererstattungsanträgen für das Jahr 2016 bereits am 30.6.2017. Da dies eine „Fallfrist“ ist und somit nicht verlängert werden kann, müssen die entsprechenden Anträge bis zu diesem Tag bei den jeweiligen ausländischen Finanzbehörden eingehen. Es sind die jeweiligen Bestimmungen der Drittstaaten zu beachten.

Vorsteuererstattung von Drittländern in Österreich.

Nicht im Gemeinschaftsgebiet ansässige Unternehmer können bis zum 30.6.2017 beim Finanzamt Graz-Stadt Vorsteuern aus 2016 geltend machen. Hierfür müssen ein entsprechendes Formular, eine Unternehmerbestätigung im Original (nicht älter als ein Jahr) sowie die entsprechenden Rechnungen im Original an das Finanzamt übermittelt werden. Der zu erstattende Betrag muss mindestens EUR 400 betragen, außer der Erstattungszeitraum ist das gesamte Kalenderjahr oder der letzte Zeitraum eines Kalenderjahres. In diesem Fall muss ein Mindestbetrag von EUR 50 beantragt werden. Zu beachten ist, dass diese Frist zur Einreichung von Erstattungsanträgen in Österreich ebenfalls eine Fallfrist ist und somit nicht verlängert werden kann.

Vorsteuererstattung in Mitgliedstaaten.

Österreichische Unternehmer, die im Jahr 2016 umsatzsteuerpflichtige Lieferungen oder sonstige Leistungen in anderen EU-Mitgliedstaaten bezogen haben und denen hierfür ausländische Umsatzsteuer in Rechnung gestellt wurde, können bis 30.9.2017 einen Vorsteuererstattungsantrag stellen. Die Erstattungsanträge für Vorsteuern aus anderen Mitgliedstaaten sind in Österreich über FinanzOnline einzureichen. Grundsätzlich sind keine Originalbelege vorzulegen, jedoch fordern die meisten Mitgliedstaaten Rechnungskopien bei Rechnungen deren Steuerbemessungsgrundlage EUR 1.000 bzw bei Tankrechnungen EUR 250 übersteigt. Wir empfehlen daher, diese Rechnungen jedenfalls an das Finanzamt mittels pdf-Datei (max 5 MB möglich) zu übermitteln, da einige Mitgliedstaaten diese Rechnungen anderenfalls nicht berücksichtigen und die Erstattung der Vorsteuer somit ablehnen.

Ein Erstattungsantrag hat einen Zeitraum von mindestens drei Monaten bis zu höchstens einem Kalenderjahr zu umfassen, außer es handelt sich um den restlichen Zeitraum des Kalenderjahres, dann kann der Zeitraum auch weniger als drei Monate umfassen.

Wie bereits oben erwähnt, sind die Erstattungsanträge für Vorsteuern aus anderen Mitgliedstaaten über FinanzOnline einzureichen. Pro Erstattungsantrag können händisch maximal 40 Rechnungen ohne Zusatz-Software eingegeben werden. Werden Anträge für einen Erstattungszeitraum von mindestens drei Monaten (bzw den Rest des Jahres), dh maximal vier Anträge in einem Jahr eingereicht, kann die Anzahl der Rechnungen somit auf 160 in einem Jahr erhöht werden. Soll Vorsteuer aus mehr als 160 Rechnungen erstattet werden, muss die Übermittlung des Erstattungsantrags via Finanz Online mittels sogenanntem Datenstrom-Verfahren und eigener Software durchgeführt werden.

Wir unterstützen Sie sehr gerne bei Ihren Erstattungsanträgen in Drittländern sowie für andere Mitgliedstaaten. Deloitte verfügt über eine Zusatz-Software, um Sie bei der Übermittlung der Erstattungsanträge im Datenstrom-Verfahren zu unterstützen.

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Jutta Schmidt

Jutta Schmidt

Senior | Deloitte Tax
Telefon: +43 1 537 00 4952
Mail: juschmidt@deloitte.at

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