Steuerliche Behandlung von Museumsshops

Museen bieten vielfach den Verkauf unterschiedlicher Produkte in eigenen Museumsshops an. Wird das Museum von einem steuerlich begünstigten Rechtsträger geführt, so können die dadurch erzielten Umsätze unter Umständen ein Risiko für dessen Gemeinnützigkeitsstatus bergen. Zur Beurteilung dieses Risikos ist abzuklären, ob der Museumsshop einen unentbehrlichen Hilfsbetrieb, einen entbehrlichen Hilfsbetrieb oder einen begünstigungsschädlichen Betrieb darstellt. Wie im Folgenden beschrieben, ist diese Beurteilung maßgeblich von der Art der im Museumsshop angebotenen Produkte abhängig.

Qualifikation als unentbehrlicher Hilfsbetrieb.

Einnahmen aus einem unentbehrlichen Hilfsbetrieb sind für den begünstigten Rechtsträger steuerfrei und haben keinen negativen Einfluss auf den Gemeinnützigkeitsstatus. Die Voraussetzungen für die Qualifikation des Museumsshops als unentbehrlicher Hilfsbetrieb werden seitens der Finanzverwaltung in den Vereinsrichtlinien präzisiert. Der Betrieb des Museums selbst und die dadurch eingenommenen Eintrittsgelder stellen dabei unbestrittenerweise einen unentbehrlichen Hilfsbetrieb dar. Neben diesen Einnahmen zählen auch die direkt zusammenhängenden Einnahmen aus dem Verkauf von Ausstellungskatalogen des Museums, Plakaten, Postkarten, Fotografien, Dias, Reproduktionen, Abgüssen, Nachbildungen und Bildbänden in Museumsshops unter den folgenden Voraussetzungen zum unentbehrlichen Hilfsbetrieb:

  • Bei den angeführten Gegenständen muss es sich um Darstellungen von Ausstellungsstücken des betreffenden Museums handeln.
  • Die Gegenstände müssen vom Museum selbst hergestellt werden oder das Museum hat diese herstellen lassen.
  • Die Gegenstände dürfen ausschließlich in dem betreffenden Museum bzw Museumsshop vertrieben werden.

Qualifikation als entbehrlicher Hilfsbetrieb.

Wird der Museumsshop als entbehrlicher Hilfsbetrieb qualifiziert, unterliegen die erzielten Gewinne der Körperschaftsteuer. Der Gemeinnützigkeitsstatus des begünstigten Rechtsträgers selbst wird allerdings nicht berührt.

Die Einnahmen sind für den steuerlich begünstigten Rechtsträger dann keine Einnahmen aus einem unentbehrlichen, sondern aus einem entbehrlichen Hilfsbetrieb, wenn in einem Museumsshop zB auch Darstellungen oder Nachbildungen künstlerischer Werke angeboten werden, die im Museumsbetrieb selbst nicht ausgestellt werden (konnten), aber vom ausgestellten Künstler stammen, oder sonst einen engeren Bezug zur Ausstellung haben.

Qualifikation als begünstigungsschädlicher Betrieb.

Sofern im Museumsshop auch sonstige Artikel verkauft werden, die keinen Zusammenhang zum eigentlichen Museumsbetrieb mehr aufweisen, ist der gesamte Shop als für den Gemeinnützigkeitsstatus schädlicher Betrieb zu qualifizieren. Hervorzuheben ist jedenfalls, dass aus dem Verkauf von Speisen und Getränken stets begünstigungsschädliche Einnahmen resultieren.

Wird der Museumsshop sohin als begünstigungsschädlicher Betrieb eingeordnet, sind daraus erzielte Einnahmen steuerpflichtig. Gleichzeitig verliert der gesamte Rechtsträger seine steuerliche Gemeinnützigkeit und unterliegt daher grundsätzlich mit all seinen Einnahmen sowohl der Körperschaft- als auch der Umsatzsteuer. Um den Verlust der steuerlichen Gemeinnützigkeit zu vermeiden, besteht die Möglichkeit der Beantragung einer Ausnahmegenehmigung, die gem § 45a BAO bis zu einem Jahresumsatz von EUR 40.000 aus dem begünstigungsschädlichen Betrieb automatisch als erteilt gilt.

Fazit.

Der Verkauf von Produkten durch steuerlich begünstigte Rechtsträger in einem zugehörigen Museumsshop sollte wohlüberlegt sein, da die Art der vertriebenen Produkte zu unterschiedlichen (ertrag-)steuerlichen Konsequenzen führen kann. Einnahmen aus einem unentbehrlichen Hilfsbetrieb liegen dann vor, wenn es sich bei den verkauften Produkten um Darstellungen aus dem Museumsbetrieb handelt, die durch das Museum selbst hergestellt werden. Ein entbehrlicher Hilfsbetrieb hingegen wird dann begründet, wenn noch ein enger Konnex mit dem Museumsbetrieb besteht, aber die auf den Produkten dargestellten Objekte im Museum nicht ausgestellt werden (konnten). Begünstigungsschädlich sind Einnahmen hingegen in allen anderen Fällen.

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Gregor Binder

Gregor Binder

Assistant | Deloitte Tax
Telefon: +43 1537 00 6910
Mail: gbinder@deloitte.at

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