Familienbonus Plus im Überblick

Überblick.

Das BMF hat am 2.3.2018 einen Begutachtungsentwurf zur Änderung des EStG zur Einführung des angekündigten Familienbonus ab 1.1.2019 versandt. Die Regierung hat nun am 13.06.2018 den Gesetzesentwurf für die Einführung des „Familienbonus Plus“ im Rahmen des „Jahressteuergesetztes 2018“ beschlossen. Es geht dabei um eine Familienförderung durch eine als Absetzbetrag ausgestaltete Steuerentlastung, welche ab 1.1.2019 einen jährlichen Steuerbonus von bis zu EUR 1.500 pro Kind vorsieht. Von dieser Maßnahme sollen laut BMF 950.000 Familien und 1,6 Mio Kinder in einem Umfang von EUR 1,5 Mrd im Jahr profitieren.

Gesetzliche Neuregelung.

Die Regelungen zum Familienbonus Plus werden künftig in § 33 EStG in einem neuen Abs 3a eingefügt. Der Familienbonus Plus reduziert als erster Absetzbetrag die errechnete Tarifsteuer maximal bis null. Sofern allerdings alle Voraussetzungen vorliegen, kann es durch das Zusammenspiel anderer Absetzbeträge in weiterer Folge, zu einer Erstattung von Einkommensteuer und Sozialversicherungsbeiträgen kommen.

Voraussetzungen und Höhe des Familienbonus Plus.

Der Familienbonus Plus steht grundsätzlich für ein Kind zu, für das Familienbeihilfe gewährt wird und das sich ständig in einem Mitgliedstaat der EU, des EWR oder in der Schweiz aufhält. In welcher Höhe der Familienbonus Plus zusteht, richtet sich darüber hinaus nach folgenden Faktoren: der Einkommensteuerlast der Eltern, dem Alter des Kindes, dem Aufenthaltsort des Kindes und der Anzahl der Kinder.

Der Familienbonus Plus beträgt maximal EUR 1.500 pro Kind und Jahr (EUR 125 pro Monat) bis inklusive des Monats, in dem das 18. Lebensjahr vollendet wird. Nach Ablauf des Monats, in dem das 18. Lebensjahr vollendet wird, wird er auf ca EUR 500 pro Kind und Jahr (EUR 41,68 pro Monat) reduziert.

Für Kinder, die sich ständig außerhalb Österreichs aber innerhalb der EU, des EWR oder in der Schweiz aufhalten, wird die Höhe des Familienbonus Plus auf Basis der vom Statistischen Amt der EU veröffentlichten vergleichenden Preisniveaus bestimmt. Diese Anpassung erfolgt ab 1.1.2019 auf Basis der zum Stichtag des 1.6.2018 zuletzt veröffentlichten Werte. Die Höhe ist in weiterer Folge jedes zweite Jahr auf Basis der zum Stichtag 1.6. des Vorjahres zuletzt veröffentlichten Werte anzupassen. Für Kinder, die sich ständig außerhalb der EU, des EWR oder der Schweiz aufhalten, steht kein Familienbonus Plus zu.

Wirkung und Begrenzung.

Begrenzt ist der Familienbonus Plus nur durch die Höhe der Einkommensteuer und die absolute Höhe des Familienbonus von EUR 1.500 pro Kind und Jahr bis 18 Jahre sowie EUR 500 pro Kind und Jahr über 18 Jahre.

Der Familienbonus Plus wirkt folglich zwar ab dem ersten Steuereuro, voll ausgeschöpft wird dieser aber erst ab einem monatlichen Bruttoeinkommen von ca EUR 1.700 (bei nur einem Kind), was sich insbesondere bei geringverdienenden Steuerzahlern auswirkt, bei denen die Steuerlast niedriger als der Familienbonus Plus ist. Mindestsicherungsempfänger und Arbeitslose sind nicht steuerpflichtig, sodass ihnen auch kein Familienbonus Plus zusteht.

Antrag und Aufteilung.

Die Berücksichtigung des Familienbonus Plus erfolgt nicht automatisch, sondern ausschließlich auf Antrag, wobei es verschiedene Aufteilungsvarianten gibt. Der Familienbonus Plus kann im Rahmen der Steuererklärung bzw Arbeitnehmerveranlagung oder im Rahmen der Lohnverrechnung durch den Arbeitgeber berücksichtigt werden.

Bei (Ehe)Partnern kann der Familienbonus aufgeteilt werden. Das heißt eine Person kann entweder den vollen Familienbonus in Höhe von EUR 1.500 (bzw EUR 500) für das jeweilige Kind beziehen oder der Betrag wird stattdessen zwischen den (Ehe)Partnern (750/750 bzw. 250/250) aufgeteilt.

Wegfall anderer Begünstigungen.

Zur Gegenfinanzierung des Familienbonus werden der Kinderfreibetrag und die steuerliche Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten bis zum 10. Lebensjahr abgeschafft.

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Marc Heschl

Marc Heschl

Assistant| Deloitte Tax Telefon: +43 1 537 00 Mail: mheschl@deloitte.at

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