Senkung des Umsatzsteuersatzes für Beherbergungsumsätze mit 1.11.2018

Der erst mit 1.5.2016 wirksam gewordene auf 13% angehobene ermäßigte Steuersatz für die Beherbergung in eingerichteten Wohn- und Schlafräumen und die regelmäßig damit verbundenen Nebenleistungen (zB Beleuchtung, Beheizung, Bedienung) wird nunmehr wieder auf 10% gesenkt. Als Nebenleistung ist auch die Verabreichung eines ortüblichen Frühstücks anzusehen, wenn der Preis hierfür im Beherbergungsentgelt enthalten ist. Die Vermietung (Nutzungsüberlassung) von Grundstücken für Campingzwecke und die regelmäßig damit verbundenen Nebenleistungen, soweit hierfür ein einheitliches Benützungsentgelt entrichtet wird, unterliegen ebenfalls wieder dem ermäßigten Steuersatz von 10%.

Inkrafttreten.

Diese Senkung des Umsatzsteuersatzes tritt mit 1.11.2018 in Kraft und ist erstmals auf Umsätze und sonstige Sachverhalte anzuwenden, die nach dem 31.10.2018 ausgeführt werden bzw sich ereignen. Die entsprechende Änderung des § 10 Abs 2 Z 3 lit c und lit d UStG wurde am 24.4.2018 im BGBl I Nr 12/2018 kundgemacht.

Anzahlungen.

Beherbergungsleistungen (und die regelmäßig damit verbundenen Nebenleistungen), die zwischen 1.5.2016 und 31.10.2018 erbracht werden, unterliegen dem Umsatzsteuersatz von 13%. Ab dem 1.11.2018 unterliegen diese Leistungen wieder dem ursprünglichen Umsatzsteuersatz von 10%. Relevant dabei ist der Zeitpunkt der Leistungserbringung. Für Anzahlungen bis 31.10.2018 betreffend Leistungen ab 1.11.2018 bestehen (nach UStR Rz 1476) zwei Möglichkeiten:

1) Besteuerung der Anzahlung nach aktueller Rechtslage mit 13%.  Korrektur der Umsatzsteuer auf 10% in der Umsatzsteuervoranmeldung für November 2018 sowie Berichtigung der mit 13% Umsatzsteuer ausgestellten Anzahlungsrechnung, um eine Umsatzsteuerschuld aufgrund Rechnungslegung zu vermeiden.

2) Besteuerung und Inrechnungstellung nach künftiger Rechtslage mit 10%; diesfalls ist mit Inkrafttreten der Steuersatzänderung am 1.11.2018 weder eine Berichtigung der Umsatzsteuervoranmeldung noch eine Berichtigung der Anzahlungsrechnung vorzunehmen. Die Ausstellung der Schlussrechnung richtet sich in beiden Fällen nach der Rechtslage zum Zeitpunkt der Leistungserbringung, somit Abrechnung mit 10% Umsatzsteuer.

Fazit.

Nach dem Deloitte Tourismusbarometer 2018 werden Rahmenbedingungen wie die Steuer- und Abgabenlast von Tourismusbetrieben negativ wahrgenommen. Die nunmehr umgesetzte Senkung des Umsatzsteuersatzes für Beherbergungsleistungen und damit verbunden der Wegfall der Berechnungen zur Aufteilung von Pauschalentgelten auf Beherbergung und Verköstigung können zuversichtlich stimmen.

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Sieghard Haslwanter

Sieghard Haslwanter

Senior Manager| Deloitte Tax Telefon: +43 54 1 2644 5034 Mail: shalwanter@deloitte.at

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