Handel mit Kunstfotografien unterliegt Umsatzsteuersatz von 20%

Nach § 10 Abs 3 Z 1 UStG unterliegt die Einfuhr der in Z 10 der Anlage 2 zum UStG aufgezählten Kunstgegenstände dem ermäßigten Steuersatz von 13%. Z 10 der Anlage enthält eine taxative Aufzählung jener Kunstgegenstände, auf die der ermäßigte Steuersatz anzuwenden ist (insbesondere Gemälde, Zeichnungen und Collagen und ähnliche dekorative Bildwerke). Kunstfotografien sind in der Anlage nicht genannt. Die Einfuhr von Kunstfotografien (fremder Künstler) durch einen Kunsthändler unterliegt daher laut VwGH nicht dem ermäßigten Umsatzsteuersatz (VwGH 21.3.2018, Ro 2015/13/0010).

Allerdings ist nach § 10 Abs 3 Z 4 UStG auf „die Umsätze aus der Tätigkeit als Künstler“ ein ermäßigter Umsatzsteuersatz von 13% anzuwenden. Darunter fällt auch der Verkauf von (eigenen) Kunst-werken durch den Künstler selbst. Wenn die Tätigkeit eines Foto-grafen eine künstlerische ist, unterliegt der Verkauf eigener Kunst-fotografien somit dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 13%.

Das österreichische Einkommensteuergesetz enthält keine Definition der Begriffe „Künstler“ und „künstlerische Tätigkeit“.
In Anlehnung an die deutsche Rechtsprechung definiert die österreichische Rechtsprechung (vgl VwGH 7.2.1990, 89/13/0038; EStR 2000 Rz 5237ff) einen Künstler als jemanden, „der eine persönliche, eigenschöpferische Tätigkeit in einem Kunstzweig aufgrund künstlerischer Befähigung entfaltet“. Kunstschaffende können nicht nur produzierend, sondern auch reproduzierend tätig sein. Als Künstler kommen daher auch zB Fotografen in Frage, wenn ihre Tätigkeit nach Gestaltungsprinzipien erfolgt, die für ein umfassendes Kunstfach charakteristisch sind.

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Barbara Behrendt-Krüglstein

Barbara Behrendt-Krüglstein

Manager | Deloitte Tax Telefon: +43 1 537 00 7112 Mail: bbehrendt-krueglstein@deloitte.at

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