Familienbonus Plus im Überblick

Überblick.

Der Familienbonus Plus ist Teil des Jahressteuergesetzes 2018 (JStG 2018), das mit den Stimmen der Regierungsparteien verabschiedet wurde. Ab dem 1.1.2019 wird der Familienbonus Plus zur Entlastung von Familien eingeführt werden. Im Gegenzug entfallen der Kinderfreibetrag und die steuerliche Abzugsfähigkeit der externen Kinderbetreuungskosten bis zum 10. Lebensjahr.

Familienbonus Plus als Absetzbetrag.

Beim Familienbonus Plus handelt es sich um einen Steuerabsetzbetrag. Das bedeutet, dass nicht die Steuerbemessungsgrundlage, sondern die Einkommensteuer- bzw Lohnsteuer unmittelbar reduziert wird. Im Gegenzug zur Einführung des Familienbonus Plus entfallen der Kinderfreibetrag (EUR 440, wenn nur von einem Elternteil geltend gemacht, ansonsten je EUR 300 pro Elternteil) und die steuerliche Abzugsfähigkeit der externen Kinderbetreuungskosten (bis EUR 2.300 jährlich pro Kind bis zum 10. Lebensjahr).

Voraussetzungen und Höhe.

Der Anspruch auf Familienbonus Plus besteht für jedes im Inland lebende Kind in Höhe von jährlich EUR 1.500 (bzw EUR 125 monatlich) bis zum 18. Geburtstag, danach in Höhe von jährlich EUR 500, sofern und solange Familienbeihilfe für das Kind bezogen wird. Eine Deckelung betreffend Einkommenshöhe ist nicht vorgesehen. Grundsätzlich wirkt sich der Bonus nicht aus, wenn der Elternteil so wenig verdient, dass keine Einkommen- bzw. Lohnsteuer anfällt. Eine Ausnahme gilt für gering verdienende Alleinverdiener bzw Alleinerzieher. Bei diesen kann ein Kindermehrbetrag von maximal EUR 250 als Negativsteuer vergütet werden. Der Familienbonus steht in voller Höhe nur für Kinder im Inland zu. Für Kinder innerhalb der EU bzw EWR-Raum und Schweiz wird der Familienbonus an das Preisniveau des Wohnsitzstaates angepasst (Indexierung BGBl II 2018/257 vom 27.9.2018). Für Kinder in Drittstaaten erhalten Steuerpflichtige keinen Familienbonus.

Antrag.

Der Familienbonus Plus kann ab dem Jahr 2019 entweder über die Lohn- und Gehaltsverrechnung des Arbeitgebers (monatliche Entlastung in Höhe von maximal EUR 125 pro Kind) oder über die jährliche Steuererklärung/Arbeitnehmerveranlagung (einmaliger Gesamtbetrag; erstmals im Jahr 2020 für Jahr 2019) geltend gemacht werden. Im ersten Fall ist das Formular E 30, welches bereits auf der Homepage des Bundesministeriums für Finanzen abrufbar ist, auszufüllen und beim Arbeitgeber abzugeben (www.bmf.gv.at). Gemeinsam mit dem Formular E 30 müssen Familienbeihilfenberechtigte und deren (Ehe-)Partner eine aktuelle Bestätigung des Finanzamtes über den Bezug der Familienbeihilfe abgeben. Diese kann vom Arbeitnehmer selbst über FinanzOnline oder auf schriftliche Anfrage beim Finanzamt angefordert werden. Unterhaltsverpflichtete müssen ebenso einen Nachweis über die Unterhaltsleistung erbringen. Im Fall der Arbeitnehmerveranlagung ist der Familienbonus Plus mittels Formular L1 und Beilage L1k zu beantragen. Eine Prüfpflicht des Arbeitgebers besteht lediglich in Hinblick auf offensichtliche Unrichtigkeiten im Formular E 30. Wird der Antrag zur Geltendmachung über die Lohn- und Gehaltsverrechnung beim Arbeitgeber abgegeben, darf der Arbeitgeber diesen nicht ablehnen oder auf die Veranlagung verweisen. Eine Ausnahme besteht wiederum nur bei offensichtlichen Unrichtigkeiten der Angaben im Formular.

Aufteilung.

Ein Elternteil kann entweder den vollen Familienbonus Plus in Höhe von EUR 1.500 bzw EUR 500 pro Kind beanspruchen oder der Betrag wird beiden zu gleichen Teilen zugewiesen. Diese Aufteilung kann auch von getrennt lebenden oder geschiedenen Eltern einvernehmlich so vorgenommen werden. Gibt es keine Einigung, dann erhalten beide den Familienbonus jeweils zur Hälfte. Kommt ein Elternteil überwiegend (neben dem Unterhalt) für die Kinderbetreuungskosten auf (mindestens EUR 1.000 im Jahr), erhält dieser einen Familienbonus Plus in Höhe von EUR 1.350 der andere Elternteil erhält den restlichen Betrag in der Höhe von EUR 150. Sollte der unterhaltspflichtige Elternteil unterjährig keinen Unterhalt bezahlt haben, kann er auch keinen Familienbonus Plus geltend machen. Dieser steht dann ausschließlich dem anderen Elternteil zu.

Fazit.

Der Familienbonus Plus ist ein Steuerabsetzbetrag, durch welchen die Steuerlast direkt reduziert wird. Er kann im Rahmen der jährlichen Arbeitnehmerveranlagung oder monatlich über die Lohn- und Gehaltsabrechnung des Arbeitgebers geltend gemacht werden. Für die monatliche Berücksichtigung muss das E 30 Formular gemeinsam mit der Bestätigung über den Bezug der Familienbeihilfe beim Arbeitgeber abgeben werden. Unterhaltsverpflichtete müssen einen Nachweis über die Unterhaltsleistung erbringen. Für Kinder innerhalb der EU bzw EWR-Raum und Schweiz erfolgt eine Indexierung. Eine Aufteilung des Familienbonus Plus zwischen den (Ehe-)Partner ist möglich.

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Jürgen Breitenberger

Jürgen Breitenberger

Assistant | Deloitte Tax Telefon: +43 3163730371466 Mail: jubreitenberger@deloitte.at

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