Neuerungen in der Personalabrechnung 2019

Auch das Jahr 2019 bringt wieder einige – teilweise empfindliche – gesetzliche Änderungen im Bereich der Personalabrechnung. Im Folgenden möchten wir deshalb für Sie die wesentlichen Änderungen auszugsweise zusammenfassen.

Altersteilzeit.

Die Altersgrenze für das frühestmögliche Zugangsalter in die Altersteilzeit wurde angehoben. Ab 1.1.2019 ist der Zugang zur Altersteilzeit gemäß § 27 Abs 2 Arbeitslosenversicherungsgesetz (AlVG) frühestens sechs anstatt der bisherigen sieben Jahre und ab 2020 frühestens fünf Jahre vor Vollendung des Regelpensionsalters möglich.

Beschäftigung von Drittstaatsangehörigen.

Das Punktesystem für die Zulassung sonstiger Schlüsselkräfte zum österreichischen Arbeitsmarkt wurde aufgrund eines Erkenntnisses des VfGH adaptiert. Das System wurde jenem der Fachkräfte in Mangelberufen angeglichen, was infolge zu einer veränderten Gewichtung der Punkte bei den Zulassungskriterien führt. Dadurch können auch über 40-Jährige Personen mit Berufsausbildung die erforderliche Mindestpunkteanzahl erreichen.

Beachtenswert ist auch, dass sich das Ausländerbeschäftigungsgesetz (AuslBG) bei der Gliederung der Sprachkenntnisse künftig am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GERS) orientiert.

Monatliche Beitragsgrundlagenmeldung und „reduzierte Anmeldung“.

Die Möglichkeit einer Mindestangaben-Anmeldung entfällt ab 1.1.2019. Es gibt künftig nur noch die sogenannte „reduzierte Anmeldung“ vor Dienstantritt. Bei Unmöglichkeit einer Anmeldung vor Dienstantritt kann – in erster Linie aus technischen Gründen – eine „Vor-Ort-Anmeldung“ vorgenommen werden. Die in der „reduzierten Anmeldung“ nicht enthaltenen Anmeldedaten werden dann im Zuge der ersten monatlichen Beitragsgrundlagenmeldung übermittelt.

Die monatliche Beitragsgrundlagenmeldung ersetzt die bisherige Beitragsnachweisung, sowie den bisherigen Sozialversicherungsteil des Lohnzettels L16. Die Übermittlung der monatlichen Beitragsgrundlagenmeldung erfolgt je versicherter Person und hat grundsätzlich bis zum 15. des Folgemonats zu erfolgen.

Überlassung von Geschäftsführern im Konzern.

Der Antrag auf Abänderung des betreffenden § 35 Abs 2 Allgemeines Sozialversicherungsgesetz (ASVG), wonach bei der Überlassung von Arbeitskräften innerhalb eines Zusammenschlusses rechtlich selbständiger Unternehmen unter einheitlicher Leitung (Konzern) insbesondere zur Übernahme einer Organfunktion der Beschäftiger nicht mehr als Dienstgeber gelten soll, wurde nunmehr im Nationalrat beschlossen und im Bundesgesetzblatt (BGBl I 8/2019) kundgemacht (diese Regelung gilt sinngemäß auch für Körperschaften des öffentlichen Rechts).

Ab 2019 genügt bei der Überlassung von Dienstnehmern innerhalb eines Konzerns daher – wieder – eine ausschließliche Anmeldung beim Überlasser, weil dieser als alleiniger sozialversicherungsrechtlicher Dienstgeber gilt. Damit sollte es zukünftig zu keiner sozialversicherungsrechtlichen Doppelbelastung mehr kommen (Entrichtung der Sozialversicherungsbeiträge bis zur jeweiligen Beitragsgrundlage – maximal bis zur Höchstbeitragsgrundlage – nur beim Überlasser). Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass der betreffende Mitarbeiter lediglich einen arbeitsrechtlichen Dienstgeber hat (ein Dienstvertrag) und er dementsprechend nur ein Gehalt vom Überlasser bezieht und nicht noch darüber hinaus für weitere Tätigkeiten im Konzern gesondert entlohnt wird. (für Details siehe unseren Tax&Legal News Beitrag vom 23.1.2019)

Familienbonus Plus.

Beim Familienbonus Plus handelt es sich um einen steuerlichen Absetzbetrag, welcher die Einkommens- bzw Lohnsteuer unmittelbar um bis zu EUR 1.500 pro Kind reduziert. Der Anspruch auf Familienbonus Plus besteht für jedes im Inland lebende Kind in Höhe von jährlich EUR 1.500 (bzw EUR 125 monatlich) bis zum 18. Geburtstag, danach in Höhe von jährlich EUR 500, sofern und solange Familienbeihilfe für das Kind bezogen wird. Für Kinder mit ständigem Aufenthalt im EU/EWR-Raum werden die Beiträge indexiert, während es für Kinder in Drittstaaten keinen Familienbonus Plus gibt. Die Eltern können den Familienbonus Plus auch aufteilen. Ein Elternteil kann entweder den vollen Familienbonus in Höhe von EUR 1.500 (bzw EUR 500) für das jeweilige Kind beziehen oder der Betrag wird zwischen beiden Elternteilen zu gleichen Teilen aufgeteilt. Der Familienbonus Plus kann ab dem 1.1.2019 entweder über die Lohn- und Gehaltsverrechnung des Arbeitgebers (monatliche Entlastung in Höhe von maximal EUR 125 pro Kind) oder über die jährliche Einkommensteuererklärung bzw Arbeitnehmerveranlagung als einmaliger Gesamtbetrag geltend gemacht werden. Im ersten Fall ist das Formular E 30 auszufüllen und inklusive einer Bestätigung des Finanzamtes über den Bezug der Familienbeihilfe dem Arbeitgeber zu übermitteln. Durch die Einführung des Familienbonus Plus entfallen dafür ab 1.1.2019 der Kinderfreibetrag und die steuerliche Abzugsfähigkeit von externen Kinderbetreuungskosten (für Details siehe unseren Tax&Legal News Beitrag vom 7.12.2018).

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Marc Heschl

Marc Heschl

Assistant | Deloitte Tax | Telefon: +43 1 537 00 | E-Mail senden

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