Slowakei: Steuerliche Neuerungen 2019

In 2019 kommt es in der Slowakei zu Neuerungen bei der umsatzsteuerlichen Behandlung von Wohnimmobilien. Zusätzlich sind wesentliche Änderungen bezgl Registrierkassenpflicht, sowie im Sozialversicherungs- und Arbeitsrecht in Kraft getreten.

Änderungen im Bereich der Umsatzbesteuerung von Wohnimmobilien.

Seit dem 1.1.2019 (dh konkret für Mietverträge, die ab dem 1.1.2019 (neu) abgeschlossen werden) ist die Vermietung von Immobilien für Wohnzwecke zwingend unecht umsatzsteuerbefreit (ohne Option auf eine Regelbesteuerung / Umsatzsteuerpflicht). Von dieser Neuregelung sind insbesondere Wohnungen, Einfamilienhäuser und Ferienwohnungen betroffen. Aufgrund der unechten Umsatzsteuerbefreiung besteht auch keine Möglichkeit mehr, Vorsteuern aus der Anschaffung, Erhaltung und Verwaltung dieser Immobilien geltend zu machen. Es besteht somit die Gefahr, dass es zu einer Rückforderung der beim Kauf einer Immobilie geltend gemachten Vorsteuer kommt, wenn die Immobilie ab dem 1.1.2019 (neu) vermietet wird bzw ein bestehender befristeter Mietvertrag verlängert wird. Der Beobachtungs- / Vorsteuerberichtigungszeitraum hierfür beträgt 20 Jahre. So müssen beispielsweise bei Vermietung einer Immobilie nach einem Kauf, der acht Jahre zurückliegt, die Vorsteuern aus dem Kauf anteilig, hier somit iHv 60% (= 12 Jahre/20 Jahre) an den slowakischen Fiskus zurückgezahlt werden.

Registrierkassen.

Ab dem Jahr 2019 sind sämtliche Registrierkassen bei der slowakischen Finanzverwaltung zu registrieren und über das Internet mit dem Server der Finanzverwaltung zu verbinden (System eKasa). Diese Neuregelung gilt generell ab dem 1.7.2019, für bestimmte Branchen (zB Tankstellen, Hotels, Restaurants) jedoch bereits ab dem 1.4.2019.

Änderungen im Sozialversicherungs- und Arbeitsrecht.

Seit dem 1.1.2019 wurde der Mindestlohn von EUR 480 auf EUR 520 pro Monat (dh um 8,33%) erhöht. Der Mindestlohn gilt für alle Arbeitnehmer in einem Arbeitsverhältnis, einem arbeitsvertragsähnlichen Verhältnis oder einer Vereinbarung (dohoda). Je nach Anspruchsniveau der Tätigkeit wird auf den Mindestlohn ein Koeffizient zwischen 1,0 und 2,0 angewandt.

Mit Wirkung ab dem 1.5.2019 werden die Zuschläge für Nachtarbeit (bei sogenannten „nicht risikobehafteten“ Tätigkeiten von 30% auf 35% und bei „risikobehafteten“ Tätigkeiten von 40% auf 50% des Mindeststundenlohns) angehoben. Weiters werden die Zuschläge für Samstagsarbeit (von 25% auf 50% des Mindeststundenlohns) und für Sonntagsarbeit (von 50% auf 100% des Mindeststundenlohns) angehoben.

Der Steuerbonus für Kinder erhöht sich generell ab dem 1.1.2019 auf EUR 22,17 pro Monat, für Kinder unter sechs Jahren ab dem 1.4.2019 auf EUR 44,34 pro Monat.

Sonstige Änderungen.

Mit 2019 wurde eine sogenannte „Handelskettensteuer“ iHv 2,5% des Umsatzes eingeführt. Betroffen davon sind Handelsketten, die mindestens 25% ihres Umsatzes mit dem Verkauf von Lebensmitteln an Endverbraucher erzielen und die geografisch über Filialen in mindestens 15% aller slowakischen Landkreise verfügen.

Weiters wurde mit der Gesetzesnovelle 2019 klargestellt, dass Handelsgewinne aus Kryptowährungen der slowakischen Einkommensteuer unterliegen.

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Barbara Behrendt-Krüglstein

Barbara Behrendt-Krüglstein

Manager | Deloitte Tax Telefon: +43 1 537 00 7112 Mail: bbehrendt-krueglstein@deloitte.at

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