Steuern sparen in 2019? Jetzt wird es höchste Zeit dafür!

Auch in diesem Jahr ist es uns ein Anliegen, Sie darüber zu informieren, dass auch unterjährig zahlreiche Maßnahmen getroffen werden können, um die gesetzlichen Rahmenbedingungen im österreichischen Steuerrecht bestmöglich auszunützen. Im Folgenden finden Sie einen Auszug der relevantesten Maßnahmen, die Sie jetzt setzen
können.

Werbungskosten, Sonderausgaben oder andere steuerlich relevante Ausgaben?  

Sie hatten in 2018 Werbungskosten (zB Fachliteratur, Ausbildungskosten, Reisekosten), Sonderausgaben (zB Spenden, Versicherungsbeiträge oder Kirchenbeiträge) oder außergewöhnliche Belastungen (zB bestimmte Kinderbetreuungskosten) zu tragen? Dann sollten Sie eine Arbeitnehmerveranlagung einreichen. Eine Veranlagung lohnt sich oft auch bei schwankenden Bezügen oder bei kurzen Beschäftigungsverhältnissen. Zu beachten ist, dass in vielen Fällen vom Finanzamt eine automatische Arbeitnehmerveranlagung durchgeführt wird. Sollten Sie bereits einen automatischen Veranlagungsbescheid vom Finanzamt für 2018 oder 2017 erhalten haben, können Sie nichtsdestotrotz innerhalb von fünf Jahren nach dem jeweiligen Veranlagungsjahr eine Arbeitnehmerveranlagung einreichen. Der vom Finanzamt automatisch erstellte Veranlagungsbescheid wird damit aufgehoben.

Von den jeweiligen Einrichtungen gemeldete Kirchenbeiträge, Spenden und Beiträge für freiwillige Weiterversicherungen einschließlich des Nachkaufs von Versicherungszeiten werden automatisch an das Finanzamt übermittelt und in die automatische Veranlagung miteinbezogen. Eine Überprüfung auf Vollständigkeit der gemeldeten Beiträge ist anzuraten und kann via Finanz Online erfolgen.

Erwarten Sie 2019 Werbungskosten?

Auf Antrag des Arbeitnehmers in der Arbeitnehmerveranlagung hat das Finanzamt für bestimmte Werbungskosten einen Freibetragsbescheid zu erlassen. Dadurch kann die vom Arbeitgeber einbehaltene Lohnsteuer bereits im laufenden Jahr reduziert werden.

Drohen Ihnen zu hohe Steuervorauszahlungen?

Vorauszahlungen an Einkommen- bzw Körperschaftsteuer können bis zum 30. September auf Antrag herabgesetzt werden. Überprüfen Sie, ob die vom Finanzamt festgesetzten Vorauszahlungen zu den budgetierten Einkünften passen. Wenn die Vorauszahlungen zu hoch festgesetzt wurden oder Sie unterjährig feststellen, dass das laufende Jahr doch nicht den erhofften Erfolg liefert, kann beim Finanzamt unter Vorlage einer Planungsrechnung eine Herabsetzung beantragt werden.

Falls im Vorjahr zu hohe Vorauszahlungen geleistet wurden, könnte es sich durchaus lohnen, die Steuererklärung 2018 rasch einzureichen. Wenn hingegen für 2018 eine Nachzahlung erwartet wird, ist die ab 1. Oktober darauf anfallende Anspruchs-
verzinsung zu beachten, die derzeit 1,38% pa beträgt.

Waren Sie 2018 mehrfach sozialversichert?

Wer aufgrund einer Mehrfachversicherung (zB mehrere Dienstverhältnisse oder zusätzliche selbständige Tätigkeit) über die Höchstbeitragsgrundlage (EUR 71.820 für 2018) hinaus Sozialversicherungsbeiträge geleistet hat, kann diese mittels Antrag teilweise rückerstatten lassen. Achtung: Die rückerstatteten Beiträge sind steuerpflichtig!

Entwickeln Sie neue Verfahren und innovative Produkte?

Für eigenbetriebliche Forschung und experimentelle Entwicklung sowie für Auftragsforschung (letztere bis EUR 1.000.000 Aufwand) kann eine Forschungsprämie beantragt werden. Bei der Beantragung der Forschungsprämie für Wirtschaftsjahre ab 1.1.2018 kann eine Forschungsprämie iHv 14% geltend gemacht werden. Die Entwicklung innovativer Verfahren und Produkte lohnt sich so also doppelt für Ihr Unternehmen.

Haben Sie Lehrlinge beschäftigt?

Für Lehrverhältnisse kann bei der Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer eine Förderung beantragt werden. Die Beihilfe ist nach Lehrjahren gestaffelt und an der Höhe der Lehrlingsentschädigung ausgerichtet.

Verbraucht Ihr Betrieb viel Energie?

Energieintensive Produktionsbetriebe können unter Abzug des Nettoproduktionswertes und eines Selbstbehaltes bestimmte Energieabgaben zur Rückerstattung beantragen. Anträge können für fünf Jahre rückwirkend eingebracht werden (aktuell ab dem Jahr 2014).

Hatten Sie im Ausland Vorsteuern zu tragen?

Bis spätestens 30.9.2019 können Sie abzugsfähige Vorsteuern aus 2018 aus dem EU-Ausland über Finanz-Online zur Erstattung beantragen.

Ausländische Quellensteuern.

Wenn Sie ausländische Einkünfte, wie zB Dividenden bezogen haben, wurden Ihnen möglicherweise ausländische Quellensteuern abgezogen. Insbesondere, wenn dies im Widerspruch zu den Bestimmungen eines Doppelbesteuerungsabkommens gestanden ist, könnten Sie innerhalb der jeweiligen Fristen (zB Schweiz: drei Jahre, Deutschland: vier Jahre) einen Erstattungsanspruch erheben. Am lukrativsten sind diese Erstattungsanträge für Dividenden aus der Schweiz. Bei diesen behält zuerst die Schweiz 35% der Steuer ein. Unter fiktiver Anrechnung der nach dem Doppelbesteuerungsabkommen höchstzulässigen Quellensteuer iHv 15% wird die Bruttodividende daraufhin vom österreichische Fiskus nochmals mit 12,5% besteuert. Auf Antrag erstattet die Schweiz aber die Differenz auf die nach dem DBA zulässige Quellensteuer iHv 15% – das entspricht 20% der Bruttodividenden – sodass in Summe die Bruttodividende einer Besteuerung iHv 27,5% unterliegt.

Fazit.

Im September ist es höchste Zeit, um die zahlreichen für Privatpersonen und Unternehmen bestehenden Möglichkeiten, sich ein Stück vom Steuerkuchen zurückzuholen, auszunützen. Insbesondere für wachsende und innovative Unternehmen gibt es zahlreiche finanzielle Anreize, die jedenfalls genutzt werden sollten.

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Bruno Knechtsberger

Bruno Knechtsberger

Senior Assistant | SteuerberatungDeloitte Tax | Telefon: +43 1 537 00 5655 | E-mail senden

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