Category Archives: Einkommensteuer

Hauptwohnsitzbefreiung bei Veräußerung eines Zinshauses?

Sachverhalt.

Die Revisionswerberin veräußerte eine Liegenschaft samt Zinshaus, in dem sie über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren durchgehend eine Dachgeschosswohnung als Hauptwohnsitz bewohnte und machte für diese Wohnung die Hauptwohnsitzbefreiung geltend. Das Finanzamt berücksichtigte jedoch die Hauptwohnsitzbefreiung bei der Festsetzung der Einkommensteuer nicht. Die Revisionswerberin erhob dagegen Beschwerde. Continue reading Hauptwohnsitzbefreiung bei Veräußerung eines Zinshauses?

VwGH zur Geltendmachung des Gewinnfreibetrages Hintergrund.

Gemäß § 10 EStG steht natürlichen Personen bei der Gewinnermittlung betrieblicher Einkünfte ein Gewinnfreibetrag zu. Zusätzlich zum Grundfreibetrag, der bei Gewinnen bis EUR 30.000 automatisch im Zuge der Veranlagung im Ausmaß von 13 % des Gewinnes berücksichtigt wird, kann bei Gewinnen über EUR 30.000 der sogenannte investitionsbedingte Gewinnfreibetrag geltend gemacht werden. Continue reading VwGH zur Geltendmachung des Gewinnfreibetrages Hintergrund.

BFG zur Fristenberechnung bei der Hauptwohnsitzbefreiung nach Parifizierung

Überblick.

Eine in Miteigentum stehende Liegenschaft wird nach mehreren Jahren parifiziert. Nach Veräußerung einer als Hauptwohnsitz dienenden Wohnung dieser Liegenschaft stellt sich die Frage, ob die Zeit der Nutzung im (schlichten) Miteigentum genauso für die Beurteilung der Dauer des Hauptwohnsitzes zu berücksichtigen ist wie die Nutzung nach Parifizierung. Diese Frage wurde vom Finanzamt bzw BFG unterschiedlich beurteilt. Continue reading BFG zur Fristenberechnung bei der Hauptwohnsitzbefreiung nach Parifizierung

BFG: Aufteilung der Anschaffungskosten bebauter Grundstücke im Privatvermögen – Statistik Austria vs „Gewinn“

Rechtlicher Hintergrund.

Zur Ermittlung der AfA von den Anschaffungskosten eines bebauten Grundstücks ist der Anteil des Grund und Bodens auszuscheiden. Für vermietete Grundstücke im Privatvermögen kann der Grund- und Bodenanteil gemäß der Grundanteilverordnung 2016 (GrundanteilV 2016) pauschal wie folgt ermittelt werden: Mit Ausnahme von Städten mit mindestens 100.000 Einwohnern (Wien, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck) und Gemeinden mit einem durchschnittlichen Baulandpreis von mindestens EUR 400 pro m2 sind als Anteil für den Grund- und Boden 20 % auszuscheiden. Ansonsten sind 40 %, bei Gebäuden mit mehr als zehn Wohn- und Geschäftseinheiten 30 % auszuscheiden. Continue reading BFG: Aufteilung der Anschaffungskosten bebauter Grundstücke im Privatvermögen – Statistik Austria vs „Gewinn“

Art News – Fundraising Dinner

Kunst- und Kulturinstitutionen veranstalten häufig sogenannte Fundraising-Dinner, um Einnahmen zur Umsetzung ihrer Ziele zu generieren. Privatpersonen und Unternehmen werden eingeladen, gegen Zahlung eines bestimmten Geldbetrages entweder einen Sitzplatz oder einen gesamten Tisch anlässlich einer in den Räumen der Kunst- bzw Kulturinstitution stattfindenden Veranstaltung zu buchen. Die Höhe des für den Sitzplatz oder Tisch bezahlten Preises übersteigt in der Regel wesentlich den Wert der Bewirtung.

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Checkliste Arbeitnehmerveranlagung 2017

Arbeitnehmer sind in der Regel nicht verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Durch eine Arbeitnehmerveranlagung kann jedoch oft viel Geld vom Fiskus zurückgeholt werden. Insbesondere in den folgenden Fällen kann mit einer Gutschrift aus der Arbeitnehmerveranlagung gerechnet werden:

  • steuerlich absetzbare Ausgaben, wie zB Sonderausgaben, Werbungskosten und außergewöhnliche Belastungen
  • schwankende Gehaltsbezüge ohne Aufrollung durch den Arbeitgeber
  • Arbeitgeberwechsel oder nicht ganzjährige Beschäftigung
  • Verluste oder Verlustvortrag aus anderen Einkunftsarten

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VwGH: Hauptwohnsitzbefreiung bei Verkauf von kürzlich erworbenen Genossenschaftswohnungen

Nach einem jüngsten Erkenntnis des VwGH, ist die Hauptwohnsitzbefreiung auch im Fall der Veräußerung einer vom Mieter erworbenen Genossenschaftswohnung anwendbar, wenn dieser für mindestens fünf Jahre seinen Hauptwohnsitz in dieser Wohnung hatte. Continue reading VwGH: Hauptwohnsitzbefreiung bei Verkauf von kürzlich erworbenen Genossenschaftswohnungen

BFG zur Abzugsfähigkeit bestimmter Stock-Option Programme

Das BFG nahm in einer kürzlich ergangenen Entscheidung zur steuerlichen Abzugsfähigkeit gewisser Stock-Option Programme Stellung und führte dabei aus, dass die jährlich bewerteten Aktienbezugsrechte für Dienstnehmer aus der Ausgabe junger Aktien sowie dem Erwerb eigener Aktien keine steuerlichen Betriebsausgaben für den Dienstgeber darstellen. Das BFG beurteilte demnach den aus der Einräumung der Stock Options geltend gemachten Aufwand für ertragsteuerliche Zwecke als nicht abzugsfähig, als damit kein tatsächlicher Aufwand für das Unternehmen verbunden ist. Continue reading BFG zur Abzugsfähigkeit bestimmter Stock-Option Programme

BFG: Fiktive Anschaffungskosten umfassen typische Nebenkosten

Das BFG beschäftigte sich in einem Verfahren mit der Frage, welche einzelnen Bestandteile in den fiktiven Anschaffungskosten zur Ermittlung der Abschreibungs-Bemessungsgrundlage bei erstmaliger Vermietung enthalten sind.

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VwGH: Abzugsfähigkeit von Umschulungskosten

Der VwGH hat in zwei kürzlich ergangenen Entscheidungen zur steuerlichen Abzugsfähigkeit von Umschulungskosten Stellung genommen. Er stellt darin klar, dass Aufwendungen für Umschulungsmaßnahmen bei nachweisbarer, konkreter Absicht auf künftige Einnahmenerzielung auch dann abzugsfähig sind, wenn die tatsächliche Ausübung eines neuen Berufs fehlschlägt. Das Aufgeben der bisherigen Tätigkeit des Steuerpflichtigen ist dabei für die Abzugsfähigkeit keine Voraussetzung und Kosten für eine erwerbsorientierte Umschulung können auch steuerlich berücksichtigt werden, wenn ein Berufswechsel nicht gelingt.

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Kann ein künstlerischer Leiter ein Künstler iSd DBA sein?

Abzugsteuer. Treten österreichische Künstler in Deutschland auf, so ist grundsätzlich auf deren Honorar nach deutschem Recht Einkommensteuer im Abzugswege einzubehalten. Die deutsche Abzugsteuer beträgt 15% der Einnahmen (Bruttoabzugsteuer), wobei jedoch die Möglichkeit besteht in unmittelbarem wirtschaftlichem Zusammenhang stehende Betriebsausgaben oder Werbungskosten abzuziehen. In diesem Fall beträgt die Abzugsteuer 30% (Nettoabzugsteuer).

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VfGH: Kein Abzug von Anschaffungsnebenkosten im Privatvermögen

Wie in unserem Beitrag vom 6.2.2017 berichtet, prüfte der Verfassungsgerichtshof das Abzugsverbot für Anschaffungsnebenkosten gemäß § 27a Abs 4 Z 2 EStG für im Privatvermögen gehaltenes Kapitalvermögen. Das Bundesfinanzgericht hielt diese Bestimmung unter anderem deswegen für verfassungswidrig, weil ein Abzug von Anschaffungsnebenkosten im Betriebsvermögen sehr wohl möglich ist. Entgegen der Auffassung des Bundesfinanzgerichts, erklärte der Verfassungsgerichtshof ein Abzugsverbot von Anschaffungsnebenkosten für Privatanleger für verfassungskonform.

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Automatische Übermittlung von Spender-Daten – Handlungsbedarf

Ab dem Jahr 2017 müssen Sonderausgaben und damit auch Spenden an begünstigte Empfänger im Rahmen eines automatischen Datenaustausches von den empfangenden Organisationen an die Finanzverwaltung gemeldet werden. Die bisher mögliche Eintragung der Spenden in die Steuererklärung der Spender ist damit nicht mehr möglich. Dadurch soll die Rechtssicherheit in Bezug auf Sonderausgaben erhöht und der Prozess für die Berücksichtigung von Sonderausgaben optimiert werden. Die automatische Datenübermittlung ist für alle ab dem Jahr 2017 erfolgten Zahlungen anzuwenden.

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Ermittlung des Grundanteils bei Vermietung im außerbetrieblichen Bereich

Das Bundesministerium für Finanzen hat sich in einer im Juli dieses Jahres veröffentlichten Information (BMF-010203/0207-IV/6/2017) erneut zur Aufteilung der Anschaffungskosten von bebauten Grundstücken im außerbetrieblichen Bereich geäußert und damit seine in der BMF-Info zum StRefG 2015/16 (BMF-010203/0142-VI/6/2016) getroffene Rechtsansicht ergänzt.

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Abgrenzung zwischen selbständiger und unselbständiger Tätigkeit bei künstlerischem Orchesterleiter

An das Vorliegen eines Dienstverhältnisses knüpfen sich unter anderem Pflichten des Arbeitgebers zur Einbehaltung von Abgaben. In einer kürzlich ergangenen Entscheidung des Bundesfinanzgerichts (BFG) wird die Einstufung der Tätigkeit des künstlerischen Leiters eines Orchesters als selbständig oder unselbständig thematisiert. Das BFG hatte sich dabei mit strittigen Dienstgeberbeiträgen auseinanderzusetzen.

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VwGH zur Toleranzfrist bei der Hauptwohnsitzbefreiung

Wird eine Liegenschaft, die bisher als Hauptwohnsitz genutzt wurde, veräußert, stellt sich die Frage nach der Anwendbarkeit der Hauptwohnsitzbefreiung des EStG. Der VwGH hatte in seinem Erkenntnis Ro 2015/15/0006 vom 1.6.2017 vor allem die Problematik zu klären, innerhalb welcher Frist die Aufgabe des alten Hauptwohnsitzes stattzufinden hat.

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VwGH zur entgeltlichen Ablösung eines Fruchtgenussrechts

Wird an einem Vermögensgegenstand ein Fruchtgenussrecht eingeräumt, auf welches in weiterer Folge gegen Zahlung eines Ablöseentgeltes verzichtet wird, stellt sich die Frage nach der einkommensteuerrechtlichen Qualifikation dieses Entgeltes – mit dieser Problematik beschäftigte sich der VwGH in seinem Erkenntnis Ra 2016/13/0029 vom 31.3.2017.

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VwGH: Enge Auslegung betreffend „Beratungsleistungen“ bei Basispauschalierung

Gemäß § 17 Abs 1 EStG sind Steuerpflichtige, die Einkünfte aus selbständiger Arbeit oder Gewerbebetrieb erzielen, dazu berechtigt, im Rahmen der vereinfachten Gewinnermittlung (§ 4 Abs 3 EStG) ihre absetzbaren Betriebsausgaben pauschal zu ermitteln. Grundsätzlich dürfen pauschal 12% der Umsätze als Betriebsausgaben abgesetzt werden. Eine reduzierte Betriebsausgabenpauschale von nur 6% der Umsätze ist ua für „kaufmännische oder technische Beratung“ anzuwenden, wobei der VwGH in seinem Erkenntnis 2014/13/0028-3 vom 24.11.2016 festgestellt hat, dass der Begriff der Beratung eng auszulegen ist.

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Kann ein Moderator ein Künstler iSd Art 17 OECD-MA sein?

Abzugsteuer. Treten ausländische Künstler im Inland auf, so ist auf deren Honorar nach österreichischem Recht Einkommensteuer im Abzugswege einzubehalten. Diese beträgt 20% der Einnahmen. Der Abzugsverpflichtete, dh der Schuldner des Honorars, haftet für die Einbehaltung und Abfuhr der Steuern. Aus diesem Grund ist es entscheidend, ob für eine bestimmte Tätigkeit eine Abzugsteuerpflicht besteht.

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