Category Archives: Payroll und Expatriates

„Steueroptimierung bei Auslandstätigkeit“

Beim Einsatz von Mitarbeitern im Ausland können durch eine optimale Planung Steuerrisiken vermieden bzw. Steuervorteile generiert werden – gute Planung im Vorfeld spart Steuern!

Grundsätzlich kommt es für die steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Folgen darauf an, welches Vertragswerk der Entsendung der Mitarbeiter zugrundeliegt. Werden Mitarbeiter dem ausländischen (Tochter)Unternehmen zur Verfügung gestellt, ist zu prüfen, ob der Arbeitgeber den Einsatz der Mitarbeiter im anderen Unternehmen duldet („Duldungsleistung“ = Arbeitskräftegestellung) oder ob das österreichische Unternehmen durch den Einsatz des Mitarbeiters dem ausländischen Unternehmen „assistiert“ („Assistenzleistung“). Hier gilt es in erster Linie für den Arbeitgeber auf die richtige vertragliche Gestaltung zu achten, um etwaige steuerliche Nachteile im Ausland (z.B. durch Begründung einer Betriebsstätte, vor allem bei Assistenzleistungen) zu vermeiden. Continue reading „Steueroptimierung bei Auslandstätigkeit“

Begünstigtes Weihnachtsgeld: Die heilige Kuh des österreichischen Steuerrechts

Auf ihrem November-Lohnzettel entdecken viele Arbeitnehmer mit vorweihnachtlicher Freude das sogenannte Weihnachtsgeld. Nicht nur, dass mit einem Mal das doppelte Bruttogehalt abgerechnet wird, netto bleibt zudem mehr als das Doppelte verglichen mit einem normalen Monat übrig. Wieso ist dem so?
Die Ursache liegt im Einkommensteuerrecht: Sonstige Bezüge von Arbeitnehmern (13. und 14. Monatsbezug, Belohnungen) unterliegen nämlich gem. § 67 Abs 1 EStG einer begünstigten Besteuerung von linear 6% und sind damit von der Progression ausgenommen. Die Steuerlast auf Sonderzahlungen ist daher wesentlich geringer als auf laufende Bezüge. Continue reading Begünstigtes Weihnachtsgeld: Die heilige Kuh des österreichischen Steuerrechts

Keine Entgeltfortzahlung bei unvollständiger Arztbestätigung

Der Arbeitnehmer hat bis zur Vorlage einer vollständigen Arztbestätigung keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung.

Ein Thema, dass erfahrungsgemäß in der Praxis des öfteren zu Problemen führt, ist die Entgeltfortzahlungspflicht des Arbeitgebers im Krankheitsfall. Grundsätzlich ist jeder Arbeitnehmer dazu verpflichtet, dem Arbeitgeber ohne Verzug seine Arbeitsverhinderung bekannt zu geben. Auf Verlangen des Arbeitgebers hat der Arbeitnehmer eine Bestätigung des zuständigen Krankenversicherungsträgers oder eines Gemeindearztes über den Beginn, die voraussichtliche Dauer und die Ursache der Arbeitsunfähigkeit vorzulegen. Wichtig ist, dass diese Aufforderung bei jedem Krankheitsfall separat zu erfolgen hat. Eine dahingehende Formulierung im Dienstvertrag wird vom OGH als nicht ausreichend angesehen. Wird dieser Aufforderung schuldhaft nicht nachgekommen, droht dem Arbeitnehmer der Verlust des Entgeltfortzahlungsanspruchs. Die eben genannten Merkmale müssen kumulativ vorliegen, das heißt, dass auch bei Fehlen nur eines einzigen Merkmals (so zB der Ursache der Arbeitsunfähigkeit) der Verlust des Entgeltfortzahlungsanspruchs droht. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass unter „Ursache“ nicht die Krankheitsdiagnose, sondern nur die Angabe zu verstehen ist, ob es sich um eine Krankheit, einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit handelt. Alle darüber hinausgehenden Informationen unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Auch der Arbeitnehmer ist gegenüber dem Arbeitgeber weder dazu verpflichtet über die Diagnose noch über den detaillierten Ablauf seiner Behandlung Auskunft zu geben. Continue reading Keine Entgeltfortzahlung bei unvollständiger Arztbestätigung

Kinderbetreuungsgeld NEU

Anreiz für Väter – Karenz?

Nicht zuletzt um einen Anreiz für Väter zu schaffen, sich vermehrt der Kinderbetreuung zu widmen (und damit letztlich die Anzahl der schnell ins Erwerbsleben zurückkehrenden Frauen zu erhöhen), besteht die zentrale Änderung der beabsichtigten Neuregelung des Kinderbetreuungsgelds darin, dass sich das Kinderbetreuungsgeld nicht mehr an einer starren betraglichen Regelung sondern am bisherigen Nettoeinkommen des Dienstnehmers orientiert, allerdings limitiert mit rd. € 2.000,00 monatlich. Zudem ist vorgesehen, dass das Kinderbetreuungsgeld in dieser Form nur maximal bis zum 14. Lebensmonat des Kindes zusteht. Neben der Variante des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes bestehen die bisherigen drei Varianten des pauschalen Kinderbetreuungsgeldes weiter (ergänzt um eine zusätzliche vierte Form des pauschalen Kinderbetreuungsgeldes). Continue reading Kinderbetreuungsgeld NEU

Mitarbeiterkapitalbeteiligung – Mitarbeiter können an Sanierungserfolgen partizipieren

Mitarbeiterbeteiligungen können auch in Sanierungssituationen steuerfrei eingeräumt werden – und besonders wertvoll sein

Die unentgeltliche oder verbilligte Übertragung von Beteiligungen an Arbeitnehmer stellt im Zeitpunkt der Übergabe einen grundsätzlich steuerpflichtigen Vorteil aus dem Dienstverhältnis dar. Allerdings sieht das Einkommensteuergesetz steuerliche Anreize für Beteiligungen an (Konzern-) Unternehmen des Arbeitgebers oder an mit diesem gemäß Bankwesengesetz in einem Haftungsverbund stehenden Unternehmen vor. So können Beteiligungen bis zum Wert von 1.460.- Euro jährlich steuerfrei an Mitarbeiter übertragen werden, wenn dieser Vorteil allen Arbeitnehmern oder bestimmten Gruppen seiner Arbeitnehmer gewährt wird. Darüber hinaus sind Bestimmungen für die Hinterlegung bzw. Verwaltung der Wertpapiere zu berücksichtigen. Die Wertpapiere müssen bei aufrechtem Dienstverhältnis grundsätzlich 5 Jahre vom Arbeitnehmer gehalten werden. Steuerbegünstigte Beteiligungsformen am Unternehmen des Arbeitgebers sind Aktien, Partizipationsscheine und Substanzgenussrechte, Anteile an Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften, GmbH-Anteile oder auch echte stille Beteiligungen. Continue reading Mitarbeiterkapitalbeteiligung – Mitarbeiter können an Sanierungserfolgen partizipieren

Personalleasing aus dem Ausland

Steuerliche Fallstricke beim Personalleasing aus dem Ausland
Personalleasing aus dem Ausland gewinnt in Österreich zunehmend an Bedeutung. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nicht nur den Personalverleiher sondern auch den Personalentleiher abgabenrechtliche Verpflichtungen treffen. Diese Verpflichtungen sind in der Praxis den österreichischen Entleihern oft unbekannt. Bei Betriebsprüfungen führt dies mitunter zu bösen Überraschungen. Continue reading Personalleasing aus dem Ausland

Mit Web-Personalverrechnung ist Outsourcing entspannend

Kosteneinsparungen und Risikovermeidung sind in der Krise gefragt

Der Begriff des Outsourcing existiert bereits seit den späten 80er Jahren (outside resource using). Das Thema wird derzeit besonders im Bereich der Personalverrechnung intensiver diskutiert. Gerade in schwierigen Zeiten stellt sich die Frage, wie die Vorteile, die das Outsourcing im Personalbereich ermöglicht, genutzt werden. Die dabei auftretenden Risiken sind vermeidbar. Continue reading Mit Web-Personalverrechnung ist Outsourcing entspannend

Steuerbegünstigungen für Stock Options mit dem „Steuerreformgesetz 2009“ abgeschafft

Unabhängig von der Abschaffung der Steuerbegünstigung für nach dem 1.4.2009 zugesagte Stock Options besteht jedoch weiterhin steuerlicher Handlungsbedarf und können Steuerbegünstigungen genutzt werden.
Im Rahmen des ansonsten für den Steuerpflichtigen durchaus erfreulichen Steuerreformgesetzes 2009 wurde die mit dem „Kapitalmarktoffensive-Gesetz“ im Jahr 2001 eingeführte Steuerbegünstigung für Stock Options abgeschafft. Ursprünglich dazu gedacht, den österreichischen Kapitalmarkt zu beleben, sind Stock Options in den Verdacht geraten, Führungskräfte zu kurzfristig orientierten Maßnahmen zu motivieren, und die Stock Options dann in einem günstig erscheinenden Moment auszuüben. Weitere Begründungen für die Abschaffung waren die Beseitigung von steuerlichen Nebenbestimmungen und eine Gegenfinanzierung für die Erhöhung der steuerlichen Absetzbarkeit der Kirchensteuer von EUR 100 auf EUR 200 mit einem Volumen von jeweils rd EUR 30 Mio. Continue reading Steuerbegünstigungen für Stock Options mit dem „Steuerreformgesetz 2009“ abgeschafft

Versicherungsbeiträge und Leistungen in der EU – neue Sozialversicherungsregeln ab 2010

Personen, die das Recht auf Freizügigkeit der Arbeitnehmer (einer der 4 EU-Grundfreiheiten) ausüben, sollen durch die Anwendung verschiedener sozial-versicherungsrechtlicher Systeme in der EU nicht benachteiligt werden.

Mit den neuen Sozialversicherungsregelungen zur Koordinierung der einzelstaatlichen Systeme in der EU (Verordnung (EG) 883/2004), die voraussichtlich ab März 2010 anwendbar sein werden und an Stelle der derzeit anwendbaren EU Verordnung (EWG) 1408/71 treten werden, sollen klarere Normen zur Bestimmung der anzuwendenden Rechtsvorschriften für grenzüberschreitende Fälle geschaffen sowie administrative Vereinfachungen erzielt werden. Anträge auf Bestätigung der Anwendbarkeit der jeweiligen Rechtsvorschriften bzw. die Kommunikation zwischen den Behörden sollen in Zukunft automationsunterstützt erfolgen und die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Behörden/Institutionen soll zu Gunsten des EU-Bürgers verstärkt werden. Continue reading Versicherungsbeiträge und Leistungen in der EU – neue Sozialversicherungsregeln ab 2010