Krankheitskosten von der Steuer absetzen?

Explodierende Kosten des Gesundheitssystems, defizitäre Krankenkassen und Zweiklassenmedizin sind seit Monaten ein Dauerthema in Medien und Politik: die gesetzliche Krankenversicherung stößt in Österreich an die Grenzen der Finanzierbarkeit. Dabei werden schon jetzt viele medizinische Leistungen nur teilweise oder gar nicht von den Krankenkassen abgedeckt. Hier liegt die Frage nahe, ob diese privat zu tragenden Kosten zumindest steuerlich verwertet werden können. Continue reading Krankheitskosten von der Steuer absetzen?

Investieren in Bauherrenmodelle und Vorsorgewohnungen

Während die Aktienmärkte weiterhin schwächeln, fassen Privatinvestoren zunehmend solidere Werte ins Auge, nämlich jene in Immobilien.
Dabei sind sowohl Bauherrenmodelle als auch Vorsorgewohnungen von großem Interesse. Obwohl beide Modelle Immobilieninvestments darstellen, unterscheiden sie sich grundlegend voneinander. Gemein sind beiden Investitionsarten, dass durch langfristige Vermietung, unter Ausnutzung von steuerrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten und einer Wertsteigerung der Immobilie langfristig Vermögen aufgebaut werden soll. Continue reading Investieren in Bauherrenmodelle und Vorsorgewohnungen

Steuerliche Aspekte bei der Veranlagung von Körperschaften öffentlichen Rechts

Besteuerung von Körperschaften öffentlichen Rechts (kurz: KöR). KöR (zB Gebietskörperschaften, gesetzliche Interessenvertretungen, Sozialversicherungsträger, Religionsgemeinschaften ua.) nehmen im Steuerrecht eine besondere Stellung ein: Sie unterliegen der unbeschränkten Steuerpflicht nur dann, wenn sie privatwirtschaftlich im Rahmen eines sogenannten Betriebs gewerblicher Art (kurz: BgA) tätig werden. Sie werden dabei steuerlich wie Kapitalgesellschaften behandelt, die aus der Tätigkeit resultierenden Gewinne unterliegen der 25 %igen Körperschaftsteuer. Anders ist die Besteuerung von KöR geregelt, wenn diese hoheitlich tätig werden. In diesem Bereich sind KöR nur beschränkt mit jenen Einkünften steuerpflichtig, bei den die Steuer durch Steuerabzug erhoben wird. Diese beschränkte Steuerpflicht erfasst damit primär Kapitaleinkünfte (insbesondere Zinsen und Dividenden), die der Kapitalertragsteuer (KESt) iHv 25 % unterliegen. Continue reading Steuerliche Aspekte bei der Veranlagung von Körperschaften öffentlichen Rechts

Kinderbetreuungsgeld NEU

Anreiz für Väter – Karenz?

Nicht zuletzt um einen Anreiz für Väter zu schaffen, sich vermehrt der Kinderbetreuung zu widmen (und damit letztlich die Anzahl der schnell ins Erwerbsleben zurückkehrenden Frauen zu erhöhen), besteht die zentrale Änderung der beabsichtigten Neuregelung des Kinderbetreuungsgelds darin, dass sich das Kinderbetreuungsgeld nicht mehr an einer starren betraglichen Regelung sondern am bisherigen Nettoeinkommen des Dienstnehmers orientiert, allerdings limitiert mit rd. € 2.000,00 monatlich. Zudem ist vorgesehen, dass das Kinderbetreuungsgeld in dieser Form nur maximal bis zum 14. Lebensmonat des Kindes zusteht. Neben der Variante des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes bestehen die bisherigen drei Varianten des pauschalen Kinderbetreuungsgeldes weiter (ergänzt um eine zusätzliche vierte Form des pauschalen Kinderbetreuungsgeldes). Continue reading Kinderbetreuungsgeld NEU

Ausländische Quellensteuern: Cash Abfluss doppelt hart in Krisenjahren – Steuerplanung gefordert!

In der Theorie klingt die Sache so einfach: Ausländische Quellensteuern auf Dividenden, Zinsen und Lizenzen werden auf die inländische Steuer angerechnet und lösen damit – im Idealfall – keine Doppelbesteuerung aus.

In manchen Fällen unterbinden Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) oder EU-Richtlinien den Quellensteuerabzug von vornherein. Lässt ein DBA einen Steuerabzug im Ausland zu, kann der Steuerpflichtige in vielen Fällen zunächst eine teilweise Rückerstattung der Quellensteuer im Ausland beantragen, um dann in einem zweiten Schritt die verbleibende ausländische Quellensteuer auf die Steuer im Inland anrechnen zu lassen. Angerechnet wird dabei allerdings nur bis zum „Anrechnungshöchstbetrag“, also vereinfacht gesagt soviel, wie an inländischer Steuer auf diese Einkünfte tatsächlich entfällt. Im ungünstigsten Fall besteht weder DBA- noch EU-Richtlinienschutz, sodass der Steuerpflichtige im Ausland und im Inland „zur Kasse“ gebeten wird. Diese „gefürchtete“ Doppelbesteuerung lässt sich dann allenfalls noch durch einen „Gnadenakt“ des BMF auf Grundlage des § 48 BAO, die sogenannte „unilaterale Maßnahme“, entschärfen. Continue reading Ausländische Quellensteuern: Cash Abfluss doppelt hart in Krisenjahren – Steuerplanung gefordert!

Zumindest Steuer zurück bei Madoff-Feeder Fonds?

Wer sein Vermögen in Madoff –Feeder Fonds veranlagt hatte, ärgert sich doppelt: materielle Verluste aus dem Schneeballsystem bis hin zu einem Totalausfall und dafür in der Vergangenheit Steuer auf niemals erwirtschaftete Erträge!

Nun gibt es zumindest ein kleines Trostpflaster: Das BMF hat im September 2009 die Finanzämter angewiesen, dass Anleger der Madoff- Feeder Fonds bei Vorlage entsprechender Nachweise die in der Vergangenheit auf die sogenannten ausschüttungsgleichen Erträge bezahlte KESt bzw Sondereinkommensteuer rückerstatten lassen können. Formell ist die Rückerstattung beim zuständigen Wohnsitzfinanzamt im Fall einer KESt-Zahlung im Wege eines formlosen Antrages zu stellen, im Falle einer Sondereinkommensteuer in Form eines Wiederaufnahmeantrages. Continue reading Zumindest Steuer zurück bei Madoff-Feeder Fonds?

Mitarbeiterkapitalbeteiligung – Mitarbeiter können an Sanierungserfolgen partizipieren

Mitarbeiterbeteiligungen können auch in Sanierungssituationen steuerfrei eingeräumt werden – und besonders wertvoll sein

Die unentgeltliche oder verbilligte Übertragung von Beteiligungen an Arbeitnehmer stellt im Zeitpunkt der Übergabe einen grundsätzlich steuerpflichtigen Vorteil aus dem Dienstverhältnis dar. Allerdings sieht das Einkommensteuergesetz steuerliche Anreize für Beteiligungen an (Konzern-) Unternehmen des Arbeitgebers oder an mit diesem gemäß Bankwesengesetz in einem Haftungsverbund stehenden Unternehmen vor. So können Beteiligungen bis zum Wert von 1.460.- Euro jährlich steuerfrei an Mitarbeiter übertragen werden, wenn dieser Vorteil allen Arbeitnehmern oder bestimmten Gruppen seiner Arbeitnehmer gewährt wird. Darüber hinaus sind Bestimmungen für die Hinterlegung bzw. Verwaltung der Wertpapiere zu berücksichtigen. Die Wertpapiere müssen bei aufrechtem Dienstverhältnis grundsätzlich 5 Jahre vom Arbeitnehmer gehalten werden. Steuerbegünstigte Beteiligungsformen am Unternehmen des Arbeitgebers sind Aktien, Partizipationsscheine und Substanzgenussrechte, Anteile an Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften, GmbH-Anteile oder auch echte stille Beteiligungen. Continue reading Mitarbeiterkapitalbeteiligung – Mitarbeiter können an Sanierungserfolgen partizipieren

VwGH verschärft Kriterien

Für Beteiligungen ist eine steuerliche Zuschreibungspflicht nach außerplanmäßiger Abschreibung (Impairment) normiert, soweit eine Zuschreibung nach Maßgabe der GoB zulässig ist. Wurde eine Teilwertabschreibung vorgenommen und erfolgt in späteren Geschäftsjahren eine Wertaufholung, so ist diese Wertaufholung sowohl unternehmensrechtlich als auch steuerlich bis zum Betrag der Anschaffungskosten gewinnerhöhend zuzuschreiben.

Eine Zuschreibungspflicht nach einer früheren außerplanmäßigen Abschreibung (Teilwertabschreibung) ist gemäß § 208 Abs 1 UGB dann vorzunehmen, wenn „die Gründe dafür nicht mehr bestehen“. Continue reading VwGH verschärft Kriterien

Personalleasing aus dem Ausland

Steuerliche Fallstricke beim Personalleasing aus dem Ausland
Personalleasing aus dem Ausland gewinnt in Österreich zunehmend an Bedeutung. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nicht nur den Personalverleiher sondern auch den Personalentleiher abgabenrechtliche Verpflichtungen treffen. Diese Verpflichtungen sind in der Praxis den österreichischen Entleihern oft unbekannt. Bei Betriebsprüfungen führt dies mitunter zu bösen Überraschungen. Continue reading Personalleasing aus dem Ausland

Müssen Umlagen im Konzern mit oder ohne Gewinnaufschlag verrechnet werden?

Zentral bzw gemeinschaftlich erbrachte Leistungen im Konzern. (z. B. Controlling, EDV-Support, Buchhaltung, Management Services, Finanzierungen bis hin zu gemeinschaftlichen Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung) sind ein häufiges Thema bei Betriebsprüfungen.

Erfahrungsgemäß legt die Finanzverwaltung besonderes Augenmerk auf die aus verwaltungsökonomischen Gründen in der Praxis vorherrschende indirekte Methode der Leistungsverrechnung in Form der Konzern- bzw Kostenumlage. Neben der Angemessenheit des Kostenverteilungsschlüssels („cost allocation key“) stellt sich dabei insbesondere auch die Frage nach einem Gewinnaufschlag („mark-up“) oder ob auch Fälle einer bloßen Kostenumlage OECD-konform sind. Continue reading Müssen Umlagen im Konzern mit oder ohne Gewinnaufschlag verrechnet werden?

Quellensteuern: Praxistipps zu den Mühen der Rückerstattung

Wenn Dividenden, Zinsen, Lizenzen oder sonstige Vergütungen an ausländische, in Österreich nicht unbeschränkt Steuerpflichtige zu leisten sind, müssen in vielen Fällen Quellensteuern einbehalten und an das Finanzamt abgeführt werden.

Doppelbesteuerungsabkommen (DBA)
Steuerpflichtig ist zwar der ausländische Empfänger der Einkünfte, der inländische Vergütungsschuldner haftet jedoch für die korrekte Einbehaltung und Abfuhr der Steuerabzugsbeträge. DBAs verringern oftmals den Steuerbetrag, der in Österreich verbleibt – im Extremfall auch auf Null. Continue reading Quellensteuern: Praxistipps zu den Mühen der Rückerstattung

KESt freie Zertifikate für Privatanleger

Anleger haben bei ihren Wertpapierinvestments neben wirtschaftlichen Aspekten auch die Steuern zu beachten. Das österreichische Steuerrecht knüpft bei einzelnen Zertifikaten die Steuerbefreiung der Erträge an unterschiedliche Voraussetzungen. Für ein steueroptimales Investment empfiehlt sich daher eine Detailanalyse der Zertifikate.

Privatanleger sind in Österreich unbeschränkt steuerpflichtige Anleger. Werden inländische Kapitalerträge erzielt oder Kapitalerträge, die einen Inlandsbezug aufweisen, weil sich zB die kuponauszahlende Stelle, das ist idR die depotführende Bank des Privatanlegers, im Inland befindet, besteht für die Kapitalerträge KESt-Pflicht. Die KESt beträgt einheitliche 25% und gilt die Einkommensteuer ab. Continue reading KESt freie Zertifikate für Privatanleger

Kinderbetreuung 2009 – steuerlich absetzbar

Ab 2009 sind Kosten für die Kinderbetreuung bis EUR 2.300 pro Kind und Jahr als außergewöhnliche Belastung absetzbar. Damit wurde einer seit Jahren bestehenden Forderung zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Zuge der Steuerreform 2009 Rechnung getragen. Aber wie immer liegt auch hier die Tücke im Detail.

Absetzbar sind Betreuungskosten bis zum Ende jenes Kalenderjahres, in dem das Kind das 10. Lebensjahr vollendet, vorausgesetzt, dass sich das Kind in Österreich, einem EU- oder EWR-Staat oder der Schweiz aufhält. Abzugsberechtigt sind Personen, die für mehr als 6 Monate im Jahr Kinderbeihilfe bezogen haben, oder denen der Unterhaltsabsetzbetrag für mehr als 6 Monate zusteht. Da nur unmittelbare Kosten für Kinderbetreuung abzugsfähig sind, können Kosten für Verpflegung, Schulgeld für Privatschulen oder Fahrtkosten zur Kinderbetreuung nicht abgezogen werden. Continue reading Kinderbetreuung 2009 – steuerlich absetzbar

Abzugsfähigkeit von Spenden an mildtätige Organisationen – Statuten oft mangelhaft

Mildtätige Körperschaften, die in die Liste der begünstigten Spendenempfänger aufgenommen werden möchten, sollten vorab unbedingt ihre Statuten überprüfen

Die mit dem Steuerreformgesetz 2009 eingeführte steuerliche Abzugsfähigkeit von Spenden hat in letzter Zeit – auch aufgrund des Ausschlusses von Umweltschutzorganisationen – einiges an medialem Echo hervorgerufen. Mittlerweile wurde vom BMF auch schon die Liste der per 01.01.2009 begünstigten Spendenempfänger im Internet veröffentlicht. Continue reading Abzugsfähigkeit von Spenden an mildtätige Organisationen – Statuten oft mangelhaft

Steuerfreie Widmung von Immobilien an Privatstiftungen ?

Der Wortlaut des Gesetzes ermöglicht den Transfer von Immobilien in eine Stiftung ohne Grunderwerbsteuer nach dem Schenkungsmeldegesetz 2008 (SchenkMG 2008).

Steuerbelastung bei Immobilienwidmungen. Vermögenswidmungen an eine Stiftung sind nach dem neuen Siftungseingangssteuergesetz grundsätzlich mit einem Steuersatz in Höhe von 2,5 % belastet. Im Falle einer Immobilie erhöht sich dieser Steuersatz um das Grunderwerbsteuer-Äquivalent von 3,5 % sowie um die gerichtliche Eintragungsgebühr in Höhe von 1 %, womit die Gesamtbelastung 7 % beträgt. Als Bemessungsgrundlage für die Stiftungseingangssteuer und das Grunderwerbsteueräquivalent (bzw. die gerichtliche Eintragungsgebühr) dient nach wie vor der dreifache Einheitswert der gewidmeten Immobilie, welcher regelmäßig deutlich unter dem Verkehrswert liegt. Obwohl diese Bewertungsvorschrift der eigentliche Grund für die Aufhebung des Erbschafts- und Schenkungssteuergesetzes war, bleibt diese Bestimmung zur Bemessungsgrundlagenermittlung in Bezug auf das Stiftungseingangssteuergesetz weiterhin bestehen. Continue reading Steuerfreie Widmung von Immobilien an Privatstiftungen ?

§ 10 KStG-aktuelle Änderungen durch das AbgÄG 2009

EU Dividenden bevorzugt

Der österreichische Gesetzgeber hat vor dem Hintergrund der höchstgerichtlichen Judikatur die Dividendenbesteuerung für Unternehmen neu geregelt. Ab sofort besteht die Möglichkeit einer Steuerbefreiung für EU-Dividenden aus Beteiligungen unter 10% (sogenannte Portfoliodividenden). Konkret sind nun zusätzlich zur weiterhin unverändert geltenden Internationalen Schachtelbeteiligung (mindestens 10% Beteiligung, ein Jahr ununterbrochene Haltedauer), welche bei Vorliegen aller Voraussetzungen vorrangig gelten soll, Dividenden von Gesellschaften aus EU/EWR-Staaten unabhängig von Höhe und Dauer der Beteiligung von der Körperschaftsteuer befreit. Die Anwendung der Befreiung setzt voraus, dass die ausschüttende Gesellschaft in ihrem Sitzstaat tatsächlich einem lokalen Körperschaftsteuersatz von zumindest 15 Prozent unterliegt. Continue reading § 10 KStG-aktuelle Änderungen durch das AbgÄG 2009

Mit Web-Personalverrechnung ist Outsourcing entspannend

Kosteneinsparungen und Risikovermeidung sind in der Krise gefragt

Der Begriff des Outsourcing existiert bereits seit den späten 80er Jahren (outside resource using). Das Thema wird derzeit besonders im Bereich der Personalverrechnung intensiver diskutiert. Gerade in schwierigen Zeiten stellt sich die Frage, wie die Vorteile, die das Outsourcing im Personalbereich ermöglicht, genutzt werden. Die dabei auftretenden Risiken sind vermeidbar. Continue reading Mit Web-Personalverrechnung ist Outsourcing entspannend