Steuerbegünstigungen für Stock Options mit dem „Steuerreformgesetz 2009“ abgeschafft

Unabhängig von der Abschaffung der Steuerbegünstigung für nach dem 1.4.2009 zugesagte Stock Options besteht jedoch weiterhin steuerlicher Handlungsbedarf und können Steuerbegünstigungen genutzt werden.
Im Rahmen des ansonsten für den Steuerpflichtigen durchaus erfreulichen Steuerreformgesetzes 2009 wurde die mit dem „Kapitalmarktoffensive-Gesetz“ im Jahr 2001 eingeführte Steuerbegünstigung für Stock Options abgeschafft. Ursprünglich dazu gedacht, den österreichischen Kapitalmarkt zu beleben, sind Stock Options in den Verdacht geraten, Führungskräfte zu kurzfristig orientierten Maßnahmen zu motivieren, und die Stock Options dann in einem günstig erscheinenden Moment auszuüben. Weitere Begründungen für die Abschaffung waren die Beseitigung von steuerlichen Nebenbestimmungen und eine Gegenfinanzierung für die Erhöhung der steuerlichen Absetzbarkeit der Kirchensteuer von EUR 100 auf EUR 200 mit einem Volumen von jeweils rd EUR 30 Mio. Continue reading Steuerbegünstigungen für Stock Options mit dem „Steuerreformgesetz 2009“ abgeschafft

Versicherungsbeiträge und Leistungen in der EU – neue Sozialversicherungsregeln ab 2010

Personen, die das Recht auf Freizügigkeit der Arbeitnehmer (einer der 4 EU-Grundfreiheiten) ausüben, sollen durch die Anwendung verschiedener sozial-versicherungsrechtlicher Systeme in der EU nicht benachteiligt werden.

Mit den neuen Sozialversicherungsregelungen zur Koordinierung der einzelstaatlichen Systeme in der EU (Verordnung (EG) 883/2004), die voraussichtlich ab März 2010 anwendbar sein werden und an Stelle der derzeit anwendbaren EU Verordnung (EWG) 1408/71 treten werden, sollen klarere Normen zur Bestimmung der anzuwendenden Rechtsvorschriften für grenzüberschreitende Fälle geschaffen sowie administrative Vereinfachungen erzielt werden. Anträge auf Bestätigung der Anwendbarkeit der jeweiligen Rechtsvorschriften bzw. die Kommunikation zwischen den Behörden sollen in Zukunft automationsunterstützt erfolgen und die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Behörden/Institutionen soll zu Gunsten des EU-Bürgers verstärkt werden. Continue reading Versicherungsbeiträge und Leistungen in der EU – neue Sozialversicherungsregeln ab 2010

Deloitte TaxWorkbook – Das Reporting-Tool für Ihre Steuern

 Jedes Unternehmen kann seine Prozesse im Bereich Steuerplanung und -administration optimieren. Einen wesentlichen Beitrag dazu könnte der Einsatz eines innovativen und effizienten Steuerreporting-Tools leisten. Vor und während der Implementierung eines Steuerreporting-Tools bietet es sich an, gemeinsam mit dem Steuerberater die verbundenen Prozesse zu analysieren und gegebenenfalls Aufgabenverteilungen im Unternehmen neu zu überdenken. Daraus resultiert eine Effizienzsteigerung und eine Kostenreduktion im Unternehmen, welche sich wiederum positiv auf die Unternehmensliquidität auswirken. Continue reading Deloitte TaxWorkbook – Das Reporting-Tool für Ihre Steuern

Privatstiftungen und Budgetbegleitgesetz

Vorsicht: Änderungen für ausländische Beteiligungen

Vorgeschichte: Bisher genossen Privatstiftungen bei ausländischen Beteiligungserträgen wie etwa Dividenden eine recht ausgefallene Sonderstellung, deren Zweck nur „Insidern“ bekannt war. Der „gute Tropfen“ bestand darin, dass die Privatstiftung als Konzernholding steuerfrei weltweit Dividenden einsammeln konnte, auch wenn die ausländische Tochtergesellschaft Zinsen, Mieten für Mobilien, Lizenzen oder Gewinne aus Beteiligungsverkäufen steuerfrei erzielte. So bezogen manche Privatstiftungen aus „Steueroasen“ offiziell solche Gelder steuerfrei, obwohl diese im Ausland ebenfalls keiner Steuer unterlegen sind, während jede „gewöhnliche“ österreichische Holding-GmbH für solche Dividenden 25% Körperschaftsteuer abführen musste. Der „böse Tropfen“ bestand hingegen darin, dass die Privatstiftung als „Preis“ für die Steuerfreiheit ausländischer Dividenden das zwischenstaatliche Doppelbesteuerungsabkommen, welches eine Reduktion der ausländischen Quellensteuer vorgesehen hätte, nicht in Anspruch nehmen durfte. Im Ergebnis musste der Stiftungsvorstand wählen zwischen der 25%igen Körperschaftsteuerbelastung oder der vollen nationalen ausländischen Quellensteuer (die beispielsweise in der Schweiz sogar 35% beträgt!). Diese Wahl fiel ihm im Fall von Dividenden aus Steueroasen jedoch nicht schwer, da es dort gar keine Quellensteuern gibt und daher die Tatsache, dass solche Steueroasen-Länder keine Doppelbesteuerungsabkommen haben, unbedeutend war. Continue reading Privatstiftungen und Budgetbegleitgesetz

Transfer Pricing: Achtung bei Verlusten!

Betriebsprüfung verschärft die Gangart bei langandauernder Verlustsituation im Vertrieb – international verbundene Konzernunternehmen sollten sich wappnen

Vertriebsgesellschaften, die in einen internationalen Konzern eingebunden sind, sollten nach Ansicht der Finanzverwaltungen grundsätzlich keine Verluste ausweisen. Nicht nur in Österreich, sondern praktisch alle Finanzverwaltungen nehmen mehrjährige Verlustjahre bei Vertriebsgesellschaften eines internationalen Konzerns als Prüfungsanlass. Frei nach dem Motto: „Ist der Handel noch so klein, bringt er mehr als Arbeit ein“. Continue reading Transfer Pricing: Achtung bei Verlusten!

Investitionszuwachsprämie – K E I N E Behaltefrist

Unternehmer können hoffen – der ablehnenden Haltung der Finanzbehörden in Sachen Investitionszuwachsprämie (Unterstellung einer Behaltefrist) fehlt die gesetzliche Deckung

Die Investitionszuwachsprämie bescherte Unternehmern in den Jahren 2002 bis 2004 einen Zuschuss des Staates in Höhe von 10% des Investitionszuwachses. Obwohl dieses Förderinstrument bereits der Vergangenheit angehören sollte, sind nun viele Unternehmer mit der nachträglichen Aberkennung dieser Investitionsförderung durch die Finanzbehörde konfrontiert. Seit in Kraft treten der Investitionsbegünstigung, deren budgetäres Ausmaß unterschätzt wurde, versucht die Finanzbehörde die Inanspruchnahme der Prämie durch eine überschießende restriktive Gesetzesauslegung einzuschränken. Continue reading Investitionszuwachsprämie – K E I N E Behaltefrist

Neue Kurzarbeitsregelung

Voraussichtlich ab 1. Juli 2009 kommt es zu Änderungen bei der Kurzarbeit

Bei der Kurzarbeit können Betriebe die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter reduzieren, wobei grundsätzlich der halbe Lohnverlust durch das AMS bezahlt wird. Im Zuge des Beschäftigungspakets II wird es ab 1. Juli 2009 unter anderem zu einigen Neuerungen bei der Kurzarbeit kommen. So wird es unter der Voraussetzung, dass bis spätestens Ende 2010 eine Kurzarbeitsbeihilfe gewährt wurde möglich sein, die Kurzarbeit für bis zu 24 Monate zu vereinbaren (anstatt wie bisher für 18 Monate). Darüber hinaus werden bei einer Beihilfengewährung bis spätestens Ende 2010 die Dienstgebersozialversicherungsbeiträge ab dem siebenten Kurzarbeitsmonat vom AMS übernommen. Die eben dargestellten Neuerungen treten jedoch mit Ende 2012 wieder außer Kraft. Continue reading Neue Kurzarbeitsregelung

Der derzeit sicherste Investitionstipp: Ausbildung

Auslandsjahr von Schülern und Studenten ist für Eltern steuerlich – bescheiden – absetzbar. Förderungen gibt es auch: aber wie?

Welche Veranlagungen in der heutigen Wirtschaftslage nachhaltige Werte sichern können, ist fraglicher denn je. Eines ist jedoch sicher: die Ausbildung in der Jugend entscheidet über die späteren Berufsaussichten.
Der Finanzminister sponsert besondere Ausbildungsanstrengungen. Continue reading Der derzeit sicherste Investitionstipp: Ausbildung

Auswärtige Schulausbildung als außergewöhnliche Belastung

Eltern können die Kosten für ein einjähriges Schüleraustauschprogramm als außergewöhnliche Belastung abziehen.

Grundsätzlich kommt die Bezahlung des Schulgeldes bzw. der Kurskosten als außergewöhnliche Belastung nicht in Frage, da die Aufwendungen für die Berufsausbildung eines Kindes außerhalb des Wohnortes aus dem Titel der Unterhaltsverpflichtung getragen werden müssen. Diese Unterhaltsleistungen für Kinder werden durch die Familienbeihilfe und den Kinderabsetzbetrag bzw. den Unterhaltsabsetzbetrag abgegolten. Mehraufwendungen, die auf Grund der Auswärtigkeit der Berufsausbildung (zB einjähriger Schulaufenthalt in den USA) erwachsen, können unter bestimmten Voraussetzungen in Form eines monatlichen maximalen Pauschbetrages iHv EUR 110,00 abgegolten werden. Dieser Pauschbetrag wird einerseits nicht durch einen Selbstbehalt gekürzt, es besteht andererseits aber auch kein Wahlrecht, die tatsächlichen höheren Kosten geltend zu machen. Continue reading Auswärtige Schulausbildung als außergewöhnliche Belastung

Juniwetter führt zu Hochwasser und anderen Naturkatastrophen – diese Schäden können steuerlich genutzt werden

„Die steuerliche Nutzung kann im Rahmen der sogenannten außergewöhnlichen Belastung erfolgen, und zwar ohne Selbstbehalt, also grundsätzlich in voller Höhe.
Was ist absetzbar: alle Kosten für die Reparatur und Sanierung beschädigter Gegenstände sowie die Kosten für die Ersatzbeschaffung zerstörter Gegenstände. Absetzberechtigt ist der Eigentümer des Gebäudes bzw der Gegenstände. Continue reading Juniwetter führt zu Hochwasser und anderen Naturkatastrophen – diese Schäden können steuerlich genutzt werden

Umsatzsteuerliche Änderungen für Dienstleistungen ab 2010

Erweiterung der umsatzsteuerrechtlichen Meldepflichten führt zu Mehrbelastungen für österreichische Unternehmer
Eine Änderung der EU-Mehrwertsteuerrichtlinie führt ab 2010 zu einer Neuregelung der Besteuerung von Dienstleistungen. Es ist davon aber nicht bloß die Dienstleistungsbranche betroffen, sondern grundsätzlich alle Unternehmer, die grenzüberschreitend „sonstige“ Leistungen – das sind Leistungen, die nicht in einer Warenlieferung bestehen – erbringen. Continue reading Umsatzsteuerliche Änderungen für Dienstleistungen ab 2010

Wer Eigenkapital hat, ist König

Krisensicher sind jetzt nur jene Unternehmen mit ausreichend Eigenkapital, aber die Eigenkapitalzufuhr kann teuer kommen.

Für Unternehmen bester Bonität ist die Krise eine Riesenchance, denn sie können billig einkaufen. Durch gezielte Akquisitionen lassen sich nun günstige Konsolidierungseffekte am Markt erzielen, die echte Chancen für die Zukunft darstellen. Wer Eigenkapital hat, ist König.
Zu den „Edlen der Nation“, um beim Sinnbild zu bleiben, zählen immerhin noch die großen Unternehmen, die wegen „unerwarteter Kapitalknappheit“ in Bedrängnis geraten sind. Das Unternehmensliquiditätsstärkungsgesetz erhöht, wie der Name schon sagt, durch Garantien des Bundes deren Fähigkeit, Kapital aufzunehmen.
Übrig bleiben die, die wohl nur ungern die „Bettelleut“ darstellen wollen: die Mehrheit der österreichischen klein- und mittelständischen Betriebe. Ihnen bleibt oft keine andere Möglichkeit, als privates Kapital heranzuschaffen oder Fremdkapital in Eigenkapital umzuwandeln. Das kann aber teuer kommen. Continue reading Wer Eigenkapital hat, ist König

Harte Bandagen bei der Bekämpfung der Steuerhinterziehung in Deutschland

Kommt es oder kommt es nicht?
Zu dieser Frage konnte angesichts der widersprüchlichen politischen Stellungnahmen zum Entwurf eines Steuerhinterziehungsbekämpfungsgesetzes lange Zeit keine belastbare Prognose abgegeben werden. Dass Maßnahmen für eine effektivere Bekämpfung der Steuerhinterziehung grundsätzlich Konjunktur haben, verwundert angesichts der jüngeren deutschen Steuerhinterziehungsgeschichte nicht. Zudem erhielten die Überlegungen des Finanzministers durch eine Initiative von 17 OECD-Mitgliedstaaten Rückenwind, die sich in besonderer Weise für eine Bekämpfung des unfairen Steuerwettbewerbs durch nationale Auskunftsbeschränkungen, namentlich durch das Bankgeheimnis, einsetzen. Continue reading Harte Bandagen bei der Bekämpfung der Steuerhinterziehung in Deutschland

Kommentar zum am 22.4.2009 beschlossenen Regierungsentwurf eines Steuerhinterziehungsbekämpfungsgesetzes

Der deutsche Finanzminister jubelt: Am Schluss seien es nur noch vier gewesen: Costa Rica, Malaysien, die Philippinen und Uruguay, die auf der schwarzen Liste der OECD gestanden sind. Jetzt haben auch sie den Sprung von der Liste geschafft. Sie haben zugesagt, sich künftig an internationale Standards beim Austausch von Steuerfragen zu halten und Steuerhinterziehung nicht länger zu begünstigen. Peer Steinbrück heftet das auf seine Fahnen, „wir sind erfreut, dass die internationalen Bemühungen, Steuerflucht und Steuerhinterziehung zu unterbinden“ Früchte tragen. Continue reading Kommentar zum am 22.4.2009 beschlossenen Regierungsentwurf eines Steuerhinterziehungsbekämpfungsgesetzes

Endlich: Nach der Finanzkrise noch schnell das restliche Vermögen besteuern. Wir wollten in Österreich ja schon immer zurück in die Wälder von Nottingham Finanzkrise

Es ist wieder einmal Wahlkampfzeit. Schön, dass wir nun in der Wirtschaftskrise nichts anderes zu tun haben, als darüber nachzudenken, wie man das, was noch da ist an Vermögen, endgültig aus Österreich raus bekommt. Es geht frei nach Robin Hood darum, die zehn Prozent der Bevölkerung zu schröpfen, die angeblich über zwei Drittel des Vermögens in Österreich verfügen. Was außer Stimmenfang soll das Ziel der Übung sein? Continue reading Endlich: Nach der Finanzkrise noch schnell das restliche Vermögen besteuern. Wir wollten in Österreich ja schon immer zurück in die Wälder von Nottingham Finanzkrise

Internationale Konzerne versteuern in der Krise Scheingewinne

Multinationale Konzerne hätten es über das „Wundermittel“ Verrechnungspreise in der Hand, Gewinne ins niedrig besteuerte Ausland zu verlagern – so der Verdacht der Finanzverwaltungen. Doch gerade in der Krise kann ein veraltetes Verrechnungspreissystem genau das Gegenteil bewirken: es kann zur Doppelbesteuerung führen.

Verrechnungspreise sind jene Preise, die innerhalb von Konzernen für ausgetauschte Güter und Dienstleistungen in Rechnung gestellt werden. Angesichts unterschiedlicher Steuersätze müssen diese konzerninternen Preise auch steuerlichen Anforderungen genügen. Je kompetenter das Verrechnungspreissystem, desto effektiver kann die Steuerlast eines Konzerns gesenkt werden. Continue reading Internationale Konzerne versteuern in der Krise Scheingewinne

Verteilungsdiskussion zum falschen Zeitpunkt

Die aktuelle OECD-Studie zur Lohnbesteuerung hat für einige Aufregung in Österreichs Medienlandschaft gesorgt. In dieser Studie wurde bestätigt, was ohnehin längst bekannt war: Die Arbeitsleistung von Frau und Herrn Österreicher ist im internationalen Vergleich zu hoch besteuert – in jenen Einkommenskategorien, in die viele Leistungsträger fallen, sogar viel zu hoch für einen Standort, der sich als (Hoch)leistungsstandort definieren muss. Continue reading Verteilungsdiskussion zum falschen Zeitpunkt