Steuersparen durch pauschale Absetzposten

Das neue Jahr 2010 hat begonnen –Zeit sich Gedanken über die Steuererklärung 2009 zu machen. Anstatt Rechnungen zu sammeln und Unterlagen zu suchen, die Ihre Ausgaben belegen, besteht oft die Möglichkeit Betriebsausgaben oder Werbungskosten pauschal – ohne belegmäßigen Nachweis oder tatsächlichen Aufwand – geltend zu machen. Continue reading Steuersparen durch pauschale Absetzposten

Rechnungslegungsänderungsgesetz 2010 in Kraft getreten

Im Bundesgesetzblatt vom 30.12.2009 (BGBl I Nr. 140/2009) wurde das Rechnungslegungsänderungsgesetz 2010 (RÄG 2010) veröffentlicht. Wie bereits in unserer BTN Nr. 30 vom 2.12.2009 berichtet, ist die viel diskutierte Zuschreibungspflicht auf abgeschriebene Gegenstände des Anlage- bzw. Umlaufvermögens in der beschlossenen Fassung nicht mehr enthalten. Durch das RÄG 2010 ergeben sich insbesondere nachfolgende Änderungen:

  • Erhöhung der Umsatzgrenzen zur Buchführungspflicht gemäß § 189 UGB: Bislang waren Unternehmer bei Überschreiten der Umsatzgrenze iHv EUR 400.000,00 in zwei aufeinanderfolgenden Jahren ab dem zweitfolgenden Jahr buchführungspflichtig. Diese Grenze wurde auf EUR 700.000,00 angehoben. Buchführungspflicht ab dem erstfolgenden Jahr besteht künftig ab Umsätzen iHv EUR 1.000.000,00 (statt EUR 600.000,00).
  • Entfall des Aktivierungswahlrechts von Ingangsetzungs- und Erweiterungsaufwendungen gemäß § 198 Abs 3 UGB:
  • Diese Bestimmung wurde aufgehoben, weshalb künftig Ingangsetzungs- und Erweiterungsaufwendungen im Jahr ihres Anfalls zur Gänze als Aufwand geltend zu machen sind. Somit ist der Aufwand auch steuerlich im Jahr des Anfalls voll abzugsfähig. Abschreibungen aus in Vorjahren aktivierten Ingangsetzungs- und Erweiterungsaufwendungen sind jedoch fortzuführen.
  • Firmenwertabschreibung gemäß § 203 Abs 5 UGB: Das Wahlrecht zur Aktivierung eines Firmenwerts entfällt und wird durch eine Aktivierungspflicht ersetzt; der Firmenwert muss planmäßig auf die Jahre verteilt werden, in denen er voraussichtlich genutzt wird. Die steuerrechtliche Vorschrift in § 8 Abs 3 EStG bleibt unverändert. Demnach ist der Firmenwert steuerlich zu aktivieren und auf 15 Jahre verteilt abzuschreiben.
  • Entfall des „erweiterten Niederstwertprinzips“ gemäß § 207 Abs 2 UGB: Bislang bestand für Gegenstände des Umlaufvermögens ein Abschreibungswahlrecht, soweit nach vernünftiger unternehmerischer Beurteilung nach dem Bilanzstichtag weitere Wertminderungen zu erwarten waren. Mit dem RÄG 2010 wurde das erweiterte Niederstwertprinzip ersatzlos gestrichen. Da diese Abschreibung steuerlich nicht anerkannt war, ergeben sich daraus keine Auswirkungen auf die steuerliche Gewinnermittlung.

Die Änderungen durch das RÄG 2010 sind auf Jahresabschlüsse über Wirtschaftsjahre anzuwenden, die nach dem 31.12.2009 beginnen.

 

Steuerliche Anerkennung der Einmann-GmbHs

Die Änderung der Rz 104 EStR über die Zurechnung höchstpersönlicher Tätigkeiten hat zu umfangreichen Diskussionen geführt.

Das BMF vertritt die Meinung, dass bestimmte “höchstpersönliche Tätigkeiten“ (zB als Geschäftsführer, Vorstand, Aufsichtsrat, Vortragender, Schriftsteller, Gutachter etc) nur von natürlichen Personen ausgeübt und somit die dafür gezahlten Vergütungen für ertragsteuerliche Zwecke nur diesen zugerechnet werden können. Eine Erbringung solcher höchstpersönlichen Leistungen über eine zwischengeschaltete Kapitalgesellschaft wird vom BMF nicht anerkannt. Continue reading Steuerliche Anerkennung der Einmann-GmbHs

Kauf von Investmentfonds – was bedeutet blütenweiß. weiß und schwarz?

Ein Leitfaden für Privatanleger

Investmentfonds sind nach wie vor gefragte Anlageinstrumente, da sie neben der Risikodiversifikation auch einige steuerliche Vorteile im Vergleich zur Veranlagung in Einzeltitel bieten. Allerdings wird im Verkaufsgespräch oder auch bei anderen Formen der Werbung oftmals nur die Rendite vor Steuern beworben. Der Käufer bedenkt in der Folge nicht, dass auch eine Besteuerung folgt. Diese kann im Einzelfall schmerzhaft hoch sein. Continue reading Kauf von Investmentfonds – was bedeutet blütenweiß. weiß und schwarz?

Die Verlosung von Immobilien

Im letzen Jahr hat sich die Immobilienverlosung großer Beliebtheit erfreut, und wurde durch starke mediale Präsenz zum Trend. Mit dieser Entwicklung gehen jedoch auch eine Reihe von glücksspiel- und steuerrechtliche Fragen einher. Das BMF hat in seiner Stellungnahme aus steuerrechtlicher Sicht auf die Grunderwerbsteuerpflicht, die Gebührenpflicht sowie auf etwaige ertragsteuerlichen Pflichten hingewiesen.

Wird ein Grundstück oder ein Grundstücksanteil verlost, fällt Grunderwerbsteuer an. Als Bemessungsgrundlage ist laut BMF die Anzahl der verkauften Lose multipliziert mit dem Lospreis heranzuziehen. Sollte der Betrag unter dem dreifachen Einheitswert des Grundstücks liegen, ist dieser als Bemessungsgrundlage zu wählen. Continue reading Die Verlosung von Immobilien

Karitative Spenden von der Steuer absetzbar

Wie jedes Jahr in der Adventzeit finden sich nun vermehrt Spendenaufrufe diverser Hilfsorganisationen in unsere Briefkästen. Das kommt nicht von ungefähr: Neben dem Einzelhandel erzielen auch viele karitative Einrichtungen in der Vorweihnachtszeit einen wesentlichen Teil ihrer Einnahmen, von denen sie dann das ganze nächste Jahr über zehren. Für heurige Weihnachts-Spendenaktionen greift jedoch erstmals die Steuerreform 2009, mit der Spenden an mildtätige Einrichtungen in größerem Rahmen steuerlich absetzbar gemacht wurden. Continue reading Karitative Spenden von der Steuer absetzbar

Gemeinschaftsrechtswidrige Quellensteuern auf EU-Portfoliodividenden zurückholen

Viele Anleger zahlen Quellensteuer im Ausland, obwohl die Steuer laut Europäischen Gerichtshof oft unzulässig ist

Laut Europäischem Gerichtshof in Luxemburg verstoßen Quellensteuern auf Dividenden, die von einer EU/EWR-Gesellschaft an einen EU/EWR-Empfänger gezahlt werden unter bestimmten Voraussetzungen gegen Gemeinschaftsrecht. Erst vor wenigen Tagen hat der EuGH in einem weiteren Urteil entschieden, dass die frühere italienische Quellensteuerregelung gegen Gemeinschaftsrecht verstößt. Diese Voraussetzungen – Diskriminierung und Nichtanrechenbarkeit der ausländischen Quellensteuer beim Empfänger – sind in vielen EU/EWR-Ländern gegeben. Trotzdem behalten etliche Staaten noch immer Quellensteuern in Situationen ein, wo dies evident gegen Gemeinschaftsrecht verstößt. Auch Quellensteuern auf Zinsen und Lizenzen können unter den gleichen Voraussetzungen gegen Gemeinschaftsrecht verstoßen. Continue reading Gemeinschaftsrechtswidrige Quellensteuern auf EU-Portfoliodividenden zurückholen

„Steueroptimierung bei Auslandstätigkeit“

Beim Einsatz von Mitarbeitern im Ausland können durch eine optimale Planung Steuerrisiken vermieden bzw. Steuervorteile generiert werden – gute Planung im Vorfeld spart Steuern!

Grundsätzlich kommt es für die steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Folgen darauf an, welches Vertragswerk der Entsendung der Mitarbeiter zugrundeliegt. Werden Mitarbeiter dem ausländischen (Tochter)Unternehmen zur Verfügung gestellt, ist zu prüfen, ob der Arbeitgeber den Einsatz der Mitarbeiter im anderen Unternehmen duldet („Duldungsleistung“ = Arbeitskräftegestellung) oder ob das österreichische Unternehmen durch den Einsatz des Mitarbeiters dem ausländischen Unternehmen „assistiert“ („Assistenzleistung“). Hier gilt es in erster Linie für den Arbeitgeber auf die richtige vertragliche Gestaltung zu achten, um etwaige steuerliche Nachteile im Ausland (z.B. durch Begründung einer Betriebsstätte, vor allem bei Assistenzleistungen) zu vermeiden. Continue reading „Steueroptimierung bei Auslandstätigkeit“

Begünstigtes Weihnachtsgeld: Die heilige Kuh des österreichischen Steuerrechts

Auf ihrem November-Lohnzettel entdecken viele Arbeitnehmer mit vorweihnachtlicher Freude das sogenannte Weihnachtsgeld. Nicht nur, dass mit einem Mal das doppelte Bruttogehalt abgerechnet wird, netto bleibt zudem mehr als das Doppelte verglichen mit einem normalen Monat übrig. Wieso ist dem so?
Die Ursache liegt im Einkommensteuerrecht: Sonstige Bezüge von Arbeitnehmern (13. und 14. Monatsbezug, Belohnungen) unterliegen nämlich gem. § 67 Abs 1 EStG einer begünstigten Besteuerung von linear 6% und sind damit von der Progression ausgenommen. Die Steuerlast auf Sonderzahlungen ist daher wesentlich geringer als auf laufende Bezüge. Continue reading Begünstigtes Weihnachtsgeld: Die heilige Kuh des österreichischen Steuerrechts

Cash-wirksame Förderungen jetzt abholen!

Gerade in Zeiten der Krise versuchen viele Unternehmen den Gewinn durch Kosteneinsparungen zu stabilisieren. Die vielfältigen Förderungsmöglichkeiten – direkte (Investitions-)Zuschüsse, Übernahme von Haftungen und Garantien, zinsgünstige Darlehen und vielfältige Steuervergünstigungen – werden jedoch von den meisten Unternehmen gar nicht oder nur unzureichend ausgeschöpft.

Meist durch mangelnde Zeit und dem Fehlen eines Experten, bleiben in etlichen Unternehmen des Öfteren Förderpotentiale auf der Strecke. Gerade wenn Konkurrenzunternehmen dieses Potential an vielfältigen Förderungsmöglichkeiten ausschöpfen, können dadurch erhebliche Wettbewerbsnachteile entstehen! Continue reading Cash-wirksame Förderungen jetzt abholen!

Wer forscht, wird vom Fiskus belohnt

Das österreichische Steuerrecht sieht für Forschung und Entwicklung eine Reihe von steuerlichen Begünstigungen vor. Hat ein Steuerpflichtiger Aufwendungen für Forschung oder experimentelle Entwicklung, stehen ihm für diese Aufwendungen mehrere Möglichkeiten offen. Der Fiskus zahlt auf Antrag 8% Forschungsprämie von diesen Aufwendungen. Weiters besteht die Möglichkeit, anstelle einer Prämie einen Forschungsfreibetrag in Höhe von 25% dieser Aufwendungen zu beantragen. Der Unterschied zwischen Prämie und Freibetrag besteht darin, dass die Prämie in Geld an den Steuerpflichtigen ausbezahlt wird, der Freibetrag hingegen die Steuerbasis und damit die Steuerbelastung mindert. Eine Prämie wird immer dann zu bevorzugen sein, wenn es sich beim Steuerpflichtigen um eine Kapitalgesellschaft handelt, weil die Steuerwirkungen des Freibetrags lediglich 6,25% betragen (25% Körperschaftsteuerersparnis von 25% Freibetrag). Bei natürlichen Personen wird der Freibetrag erst dann attraktiver, wenn der Grenzsteuersatz bei mehr als 32% liegt, denn dann ist die Steuerersparnis bei Inanspruchnahme des Freibetrags größer als die Prämie. In Jahren, in denen ein steuerlicher Verlust erzielt wird, wird die Prämie idR zu bevorzugen sein, weil eine sofortige Steuerersparnis durch Inanspruchnahme des Freibetrags nicht möglich ist. Continue reading Wer forscht, wird vom Fiskus belohnt

Steuererleichterungen für Holdinggesellschaften sowie für Lizenzen und Zinsen trotz Wirtschaftskrise?

Auch in Zeiten von Wirtschaftskrise, Konjunkturprogrammen und Budgetnöten darf auf eine vorausschauende Standortpolitik nicht vergessen werden; neben den Steuerdomizilen wie Malta und Zypern locken auch andere EU-Staaten mit Verbesserungen und Zuckerln. So soll das niederländische Schachtelprivileg (Steuerbefreiung für Dividenden und Veräußerungsgewinne) mit 01.01.2010 vereinfacht werden, indem auch Portfolio-Beteiligungen (Beteiligung unter 5%) unter die Begünstigung fallen können, wenn die Tochtergesellschaft zumindest einem Steuersatz von 10% unterliegt und die Gesellschaft nicht überwiegend passiv tätig ist. In Österreich hat man es ja leider verabsäumt, trotz der Senkung des Körperschaftsteuersatzes von 34% auf 25% die Steuersatzgrenze von 15% anzupassen; eine Herabsetzung auf 10% wäre dringend notwendig. Continue reading Steuererleichterungen für Holdinggesellschaften sowie für Lizenzen und Zinsen trotz Wirtschaftskrise?

Deutsche Erbschafts- und Schenkungssteuer vermeiden – durch Wohnsitzwechsel nach Österreich möglich

Mit Jänner 2009 ist in Deutschland das Gesetz zur Reform des Erbschaftssteuer- und Bewertungsrechts in Kraft getreten. Hintergrund der Reform war – ähnlich wie in Österreich – die Verfassungswidrigkeit des Erbschafts- und Schenkungssteuerrechts aufgrund der unterschiedlichen Bewertung von Liegenschaften in Verhältnis zu anderen Vermögenswerten. Anders als in Österreich wurde in Deutschland die Erbschafts- bzw. Schenkungssteuer jedoch nicht abgeschafft, sondern einer grundlegenden Reform unterzogen. Dadurch kann sich insbesondere bei in Deutschland wohnhaften Personen mit hohen Vermögenswerten (z.B. Unternehmer) im Ablebens- oder Schenkungsfall eine signifikante Erbschafts- bzw. Schenkungssteuerbelastung ergeben. Continue reading Deutsche Erbschafts- und Schenkungssteuer vermeiden – durch Wohnsitzwechsel nach Österreich möglich

Keine Entgeltfortzahlung bei unvollständiger Arztbestätigung

Der Arbeitnehmer hat bis zur Vorlage einer vollständigen Arztbestätigung keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung.

Ein Thema, dass erfahrungsgemäß in der Praxis des öfteren zu Problemen führt, ist die Entgeltfortzahlungspflicht des Arbeitgebers im Krankheitsfall. Grundsätzlich ist jeder Arbeitnehmer dazu verpflichtet, dem Arbeitgeber ohne Verzug seine Arbeitsverhinderung bekannt zu geben. Auf Verlangen des Arbeitgebers hat der Arbeitnehmer eine Bestätigung des zuständigen Krankenversicherungsträgers oder eines Gemeindearztes über den Beginn, die voraussichtliche Dauer und die Ursache der Arbeitsunfähigkeit vorzulegen. Wichtig ist, dass diese Aufforderung bei jedem Krankheitsfall separat zu erfolgen hat. Eine dahingehende Formulierung im Dienstvertrag wird vom OGH als nicht ausreichend angesehen. Wird dieser Aufforderung schuldhaft nicht nachgekommen, droht dem Arbeitnehmer der Verlust des Entgeltfortzahlungsanspruchs. Die eben genannten Merkmale müssen kumulativ vorliegen, das heißt, dass auch bei Fehlen nur eines einzigen Merkmals (so zB der Ursache der Arbeitsunfähigkeit) der Verlust des Entgeltfortzahlungsanspruchs droht. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass unter „Ursache“ nicht die Krankheitsdiagnose, sondern nur die Angabe zu verstehen ist, ob es sich um eine Krankheit, einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit handelt. Alle darüber hinausgehenden Informationen unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Auch der Arbeitnehmer ist gegenüber dem Arbeitgeber weder dazu verpflichtet über die Diagnose noch über den detaillierten Ablauf seiner Behandlung Auskunft zu geben. Continue reading Keine Entgeltfortzahlung bei unvollständiger Arztbestätigung