Tag Archives: Holding

Vorsteuerabzug einer (Geschäftsführungs-)Holding trotz gescheiterter Übernahme (EuGH 17.10.2018, C-249/17, Ryanair)

Gegenstand dieses Urteils war erneut die Auslegung des Begriffs „Steuerpflichtiger“ und die Frage nach der Ausübung einer „wirtschaftlichen Tätigkeit“ für umsatzsteuerliche Zwecke. Trotz der gescheiterten Übernahme einer Zielgesellschaft gestand der EuGH einer sonst nur als Finanzholding zu qualifizierenden Gesellschaft den vollen Vorsteuerabzug zu – die Absicht, bei der Zielgesellschaft zukünftig geschäftsführenden Einfluss auszuüben und später steuerpflichtige Leistungen zu erbringen, reicht für die Begründung des Rechts auf Vorsteuerabzug aus. Nicht relevant ist hingegen, ob die Leistungen zu einem späteren Zeitpunkt tatsächlich erbracht werden. Continue reading Vorsteuerabzug einer (Geschäftsführungs-)Holding trotz gescheiterter Übernahme (EuGH 17.10.2018, C-249/17, Ryanair)

Keine KESt-Entlastung an der Quelle für Drittstaat-Holdings – Teil II

Das BMF hielt in einer EAS im Jahr 2019 (EAS 3414, 3.7.2019) fest, dass bei Einhalten aller Formalvoraussetzungen bei Dividendenausschüttungen an EU-Holding-Gesellschaften eine KESt-Entlastung an der Quelle möglich ist, sofern hinter den EU-Holdings operativ tätige EU-Muttergesellschaften stehen. Mit EAS 3422 vom 7.1.2020 stellte das BMF klar, dass dies jedoch nicht für Drittstaat-Holdings gilt (siehe dazu unsere Tax & Legal News vom 12.2.2020). In der EAS 3423 vom 25.3.2020 präzisierte das BMF nun diese Ausführungen. Continue reading Keine KESt-Entlastung an der Quelle für Drittstaat-Holdings – Teil II

Directive Shopping: VwGH verweigert KESt-Erstattung bei Rechtsmissbrauch

Der Verwaltungsgerichthof verneinte jüngst im Falle einer substanzlosen zypriotischen Beteiligungsgesellschaft die Rechtmäßigkeit der Inanspruchnahme von Richtlinienvorteilen mangels hinreichend nachgewiesener außersteuerlicher Gründe. Continue reading Directive Shopping: VwGH verweigert KESt-Erstattung bei Rechtsmissbrauch