Tag Archives: Mitunternehmeranteil

Wichtige Änderungen in den Umgründungssteuerrichtlinien durch den Wartungserlass 2015

Ist das verlusterzeugende Vermögen eine Beteiligung, die verschmelzungsbedingt nicht mehr vorhanden ist, tritt bei zukünftigen Umgründungen für Zwecke des Objektbezuges das Vermögen der verschmelzungsbedingt untergegangenen Körperschaft (zB Betrieb) an die Stelle der nicht mehr vorhandenen Beteiligung. Verlustvorträge aus Teilwertabschreibungen oder Fremdfinanzierungen bleiben daher erhalten, wenn das an die Stelle der untergegangenen Beteiligung tretende Vermögen am Stichtag noch vorhanden ist (Rz 215a UmgrStR). Continue reading Wichtige Änderungen in den Umgründungssteuerrichtlinien durch den Wartungserlass 2015

Progressionsermäßigung bei Veräußerung angewachsener Anteile.

Ein Kommanditist wurde abgeschichtet. Seine Kommanditanteile sind dabei den übrigen Gesellschaftern angewachsen. Drei Jahre später veräußerte einer der verbliebenen Kommanditisten seine Anteile und beantragte die Verteilung des Veräußerungsgewinns über drei Jahre gemäß § 32 Abs 2 Z 1 EStG. Das FA versagte dies für den Teil des Veräußerungsgewinns, der prozentuell den angewachsenen Anteilen entsprach, da diese innerhalb von sieben Jahren entgeltlich erworben wurden. Nach Ansicht des UFS stellt aber die Abschichtung durch die KG und somit „die (bloße) Anwachsung eines Mitunternehmeranteiles“ keinen entgeltlichen Erwerb i.S.d. § 37 Abs. 2 Z 1 EStG durch die verbliebenen Gesellschafter dar. Für die angewachsenen Anteile beginnt die Frist für die Progressionsermäßigung somit nicht neu zu laufen (UFS 30.6.2010, GZ RV/0628-G/09).

Mitunternehmeranteil und negatives Kapitalkonto

Scheidet ein Mitunternehmer mit negativem Kapitalkonto aus einer Mitunternehmerschaft aus, ist gemäß § 24 Abs 2 letzter Satz EStG 1988 als Veräußerungsgewinn jedenfalls der Betrag seines negativen Kapitalkontos zu erfassen, den er nicht auffüllen muss. Bei unentgeltlicher Übertragung eines Mitunternehmeranteils sind hingegen die Buchwerte fortzuführen, ohne dass es beim Übertragenden zu einer Besteuerung kommt. Eine Schenkung setzt allerdings einen real positiven Wert des Mitunternehmeranteils und damit eine tatsächliche Bereicherung beim Rechtsnachfolger voraus. Liegt daher auch eine reale Überschuldung vor bzw. ist eine allfällige Auffüllungsverpflichtung des Übertragenden faktisch nicht werthaltig, so ist ein Veräußerungsgewinn in Höhe der negativen Kapitalkonten anzusetzen (VwGH 28.10.2009, 2006/15/0126).