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Dienstreisen vom Wohnort aus

Unternimmt ein Arbeitnehmer Dienstreisen mit seinem privaten PKW von seinem Wohnort zum Einsatzort, ohne seine Arbeitsstätte aufzusuchen, und erhält er für diese Dienstreisen keinen Kostenersatz vom Arbeitgeber, kann er die Fahrtkosten in Höhe des Kilometergeldes geltend machen, sofern ihn seine Dienstreisen vom Wohnort aus im Vormonat nicht überwiegend zum selben Dienstverrichtungsort geführt haben (UFS Wien 18.8.2010, RV/1140-W/10).  Diese Fahrten sind nach Auffassung des UFS nicht vom Pendlerpausschale erfasst, sondern gelten als Dienstreisen, für die Werbungskosten zustehen, weil für diese die Wohnung anstelle des Dienstortes tritt und die Fahrtkosten daher nicht durch Fahrten verursacht werden, die mit dem Ziel unternommen werden, die Arbeitsstätte aufzusuchen oder von dieser zur Wohnung zurückzukehren.

Pendlerpausschale auch für Teilzeitbeschäftigte.

Der UFS hat entschieden, dass auch ein Arbeitnehmer, der nur an einem Tag pro Woche für 5 Stunden beschäftigt ist, Anspruch auf eine Pendlerpauschale haben kann, wobei das Überwiegen des Pendelns im Lohnzahlungszeitraum anhand seiner konkreten Arbeitstage im Monat zu prüfen ist (UFS Wien 24.6.2010, RV/1060-W/10). Somit steht auch bei bei Teilzeitbeschäftigung bzw. geringfügiger Beschäftigung die Pendlerpauschale gemäß § 16 Abs 1 Z 6 EStG zu. Bei nur einem Arbeitstag pro Woche ist die Pendlerpauschale aber auf Basis der Arbeitstage zu aliquotieren. Das Finanzamt hat gegen die Entscheidung des UFS Amtsbeschwerde beim VwGH eingebracht. Daher ist den Arbeitgebern zu empfehlen bei Teilzeitbeschäftigten das (aliquote) Pendlerpausschale derzeit noch nicht zu berücksichtigen und die Entscheidung des VwGH abzuwarten.