Tag Archives: Reihengeschäft

EuGH Urteil: Zuordnung der innergemeinschaftlichen Lieferung im Reihengeschäft und Vorsteuerabzug

Sachverhalt.

Die deutsche Gesellschaft BP GmbH (BP) hat Waren an das österreichische Unternehmen BIDI GmbH (BIDI) verkauft. Zwischen den beiden Gesellschaften war vereinbart, dass BIDI, welche unter ihrer österreichischen UID Nummer auftrat, die Waren aus Deutschland abholt und nach Österreich transportiert. BP hat die für den Transport benötigten Ausweise und Abholnummern an BIDI übermittelt. Ohne Wissen von BP hat BIDI jedoch die Waren an den österreichischen Endkunden Kreuzmeyer GmbH (Kreuzmeyer) verkauft. Außerdem hat BIDI die Abholnummern und Ausweise, welche sie selbst von BP erhalten hat, an Kreuzmeyer weitergegeben und mit dem Endkunden vereinbart, dass dieser den Transport der Ware von Deutschland nach Österreich beauftragt oder durchführt. Tatsächlich organisierte Kreuzmeyer dann auch den Transport. Continue reading EuGH Urteil: Zuordnung der innergemeinschaftlichen Lieferung im Reihengeschäft und Vorsteuerabzug

BFG Urteil: Reihengeschäft bei Unterbrechung des Transports

Ein Unternehmen mit Sitz in der Schweiz ist für umsatzsteuerliche Zwecke in Österreich registriert, hat jedoch weder eine feste Niederlassung noch ein Warenlager in Österreich. Das Unternehmen kauft Waren aus unterschiedlichen EU-Mitgliedstaaten und verkauft diese Waren an Kunden in anderen EU-Mitgliedstaaten. Die Beschwerdeführerin hat den Transport der Ware beauftragt. Teilweise wurden auch zwei unterschiedliche Transportunternehmen beauftragt, welche jeweils einen Teil der Strecke zurücklegten. Die Waren gelangten beim Transport vom ersten Mitgliedstaat über Österreich in den Bestimmungsmitgliedstaat. In Österreich wurden die Waren „neutralisiert“, d.h. der Absender auf den Verpackungen wurde entfernt, ehe die Ware weitertransportiert wurde. Die Waren sind bei den Spediteuren in Österreich lediglich solange verblieben, bis der Lastwagen für den Weitertransport bereit stand.

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Salzburger Steuerdialog 2015 – Umsatzsteuer zu Dreiecksgeschäft und Organschaft

Bei Vorliegen eines Dreiecksgeschäftes nach Art 25 UStG besteht für den mittleren Unternehmer in der Reihe („Erwerber“) keine Registrierungspflicht im Bestimmungsland und der ig-Erwerb im Bestimmungsland ist für den Erwerber steuerfrei. Ein solches Dreiecksgeschäft liegt vor, wenn drei Unternehmer in drei verschiedenen Mitgliedstaaten über denselben Gegenstand Umsatzgeschäfte abschließen, der Gegenstand unmittelbar vom ersten Lieferer an den letzten Abnehmer gelangt und die im Gesetz geregelten Rechnungslegungs-, Melde- und Erklärungspflichten (kumulativ) erfüllt sind. Continue reading Salzburger Steuerdialog 2015 – Umsatzsteuer zu Dreiecksgeschäft und Organschaft

Neue Nachweise für ig-Lieferungen aus Deutschland ab 1.1.2014

Das deutsche Bundesministerium der Finanzen hat die Vorschriften über Beleg- und Buchnachweispflichten bei der Steuerbefreiung für innergemeinschaftliche Lieferungen konkretisiert. Damit sollen einfachere und eindeutigere Nachweisregelungen bei innergemeinschaftlichen Lieferungen geschaffen werden. Continue reading Neue Nachweise für ig-Lieferungen aus Deutschland ab 1.1.2014

Reihengeschäfte – scheinbar einfacher Sachverhalte, umfangreiche Auswirkungen

Im Umsatzsteuerprotokoll 2011 zum „Salzburger Steuerdialog“ der österreichischen Finanzverwaltung wurde ein Reihengeschäft mit Drittlands- und Binnenmarktbezug diskutiert, dessen Sachverhalt sich relativ einfach darstellen lässt, dessen umsatzsteuerliche Beurteilung jedoch weit komplexer ist. Continue reading Reihengeschäfte – scheinbar einfacher Sachverhalte, umfangreiche Auswirkungen