Tag Archives: Verlustvortrag

Bundesfinanzgericht zum Mantelkauf – auf den Einzelfall kommt es an

Verluste von österreichischen Kapitalgesellschaften können grundsätzlich zeitlich unbegrenzt vorgetragen und mit laufenden Gewinnen der Gesellschaft verrechnet werden. Auch im Falle eines Verkaufs der Anteile an einer Kapitalgesellschaft ist eine Verwertung der bisherigen Verlustvorträge durch die verlustverursachende Gesellschaft grundsätzlich weiterhin möglich, es sei denn es handelt sich dabei aus steuerlicher Sicht um einen verlustvortragsschädlichen Mantelkauf. In zwei Beschwerdefällen (Entscheidungen vom 4.9.2018, RV/7101797/2013 und vom 24.10.2018, RV/7100481/2013) hatte das Bundesfinanzgericht BFG) zu entscheiden, ob die Tatbestandsmerkmale der Mantelkaufbestimmung (dh wesentliche Änderungen der wirtschaftlichen und organisatorischen Struktur sowie Änderung der Gesellschafterstruktur auf entgeltlicher Grundlage) jeweils kumulativ vorliegen. Continue reading Bundesfinanzgericht zum Mantelkauf – auf den Einzelfall kommt es an

Finanzministerium ändert Rechtsmeinung zur Vererbung von Verlustvorträgen

Mit seinem Informationsschreiben vom 19.12.2013 ändert das BMF hinsichtlich des Überganges des Verlustvortrages auf Erben die bisher vertretene Ansicht. Anlass dafür war das Erkenntnis des VwGH 2010/15/0131, 2011/15/0143 vom 25.4.2013, dessen Auswirkungen auf die Veranlagungsverfahren ab 2013 nachstehend zusammengefasst werden. Continue reading Finanzministerium ändert Rechtsmeinung zur Vererbung von Verlustvorträgen

EuGH: Ausländische „finale“ Verluste bei Import-Verschmelzung übertragbar

Bei grenzüberschreitenden Umgründungen durften ausländische Verlustvorträge bisher in der Regel nicht über die Grenze mitgenommen werden und gingen daher verloren. Der EuGH sieht darin unter bestimmten Voraussetzungen einen Verstoß gegen die Niederlassungsfreiheit (EuGH 21.2.2013, C-123/11, A Oy). Continue reading EuGH: Ausländische „finale“ Verluste bei Import-Verschmelzung übertragbar