Tag Archives: wirtschaftlicher Arbeitgeber

Salzburger Steuerdialog 2015 zur Unterscheidung zwischen Aktiv- und Passivleistung

Der Salzburger Steuerdialog der österreichischen Finanzverwaltung zum Internationalen Steuerrecht vom 27.10.2015 erörtert Zweifelsfragen im Zusammenhang mit grenzüberschreitender Arbeitskräftegestellung. Bereits mit dem VwGH-Erkenntnis 2009/13/0031 vom  22.05.2013 sowie dem BMF Erlass vom 12.06.2014 wurde die Abkehr vom rechtlichen zum wirtschaftlichen Arbeitgeberbegriff vollzogen. Der Fall einer Passivleistung und der damit verbundenen Kostenweiterbelastung führt zur wirtschaftlichen Arbeitgebereigenschaft und somit zu einer Steuerpflicht ungeachtet der 183-Tage-Regel des Art 15 OECD-MA. Die Ergebnisunterlage des Salzburger Steuerdialogs präzisiert nun die Aussagen des BMF-Erlasses und stellt die freie Beweiswürdigung bei der Unterscheidung zwischen Aktiv- und Passivleistung in den Vordergrund. Continue reading Salzburger Steuerdialog 2015 zur Unterscheidung zwischen Aktiv- und Passivleistung

VwGH zur kurzfristigen Arbeitskräfteüberlassung

Da das OECD Musterabkommen keine Definition des Arbeitgeberbegriffes enthält, hat die österreichische Finanzverwaltung bei Anwendung der sog „183 Tage-Regelung“ die Auslegung bis dato nach innerstaatlichem Recht vorgenommen. Dies führte häufig zu Besteuerungskonflikten mit anderen DBA-Partnerstaaten. Jüngst entschied der VwGH, dass die bisherige Vorgehensweise der Finanzbehörden dem Abkommensrecht widerspricht. Continue reading VwGH zur kurzfristigen Arbeitskräfteüberlassung

Quellensteuer(-erstattung) bei Arbeitskräftegestellung aus dem Ausland

Im Rahmen der EAS 3313 fasst das österreichische BMF seine in jüngerer Vergangenheit getätigten Aussagen zur Frage der Steuererstattung bei kurzfristigen Personalgestellungen durch ausländische Arbeitskräfteüberlassungsunternehmen zusammen. Continue reading Quellensteuer(-erstattung) bei Arbeitskräftegestellung aus dem Ausland

2010 Update des OECD-Musterabkommens

Der OECD-Rat hat eine umfassende Revision des OECD-Musterabkommens und des diesbezüglichen Kommentars beschlossen. Das OECD-Musterabkommen ist eine Vertragsschablone für Doppelbesteuerungsabkommen. Bei der Verhandlung von bilateralen Doppelbesteuerungsabkommen legen die Staaten üblicherweise das OECD-Musterabkommen zugrunde und adaptieren dieses. Das 2010 Update beinhaltet u.a. die folgenden Neuerungen. Continue reading 2010 Update des OECD-Musterabkommens

„Steueroptimierung bei Auslandstätigkeit“

Beim Einsatz von Mitarbeitern im Ausland können durch eine optimale Planung Steuerrisiken vermieden bzw. Steuervorteile generiert werden – gute Planung im Vorfeld spart Steuern!

Grundsätzlich kommt es für die steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Folgen darauf an, welches Vertragswerk der Entsendung der Mitarbeiter zugrundeliegt. Werden Mitarbeiter dem ausländischen (Tochter)Unternehmen zur Verfügung gestellt, ist zu prüfen, ob der Arbeitgeber den Einsatz der Mitarbeiter im anderen Unternehmen duldet („Duldungsleistung“ = Arbeitskräftegestellung) oder ob das österreichische Unternehmen durch den Einsatz des Mitarbeiters dem ausländischen Unternehmen „assistiert“ („Assistenzleistung“). Hier gilt es in erster Linie für den Arbeitgeber auf die richtige vertragliche Gestaltung zu achten, um etwaige steuerliche Nachteile im Ausland (z.B. durch Begründung einer Betriebsstätte, vor allem bei Assistenzleistungen) zu vermeiden. Continue reading „Steueroptimierung bei Auslandstätigkeit“